Kefir selber machen ist eine der einfachsten Methoden, um täglich ein probiotisches Lebensmittel in den Speiseplan zu integrieren – und gleichzeitig Verpackungsmüll zu vermeiden. Das fermentierte Milchgetränk enthält bis zu 61 verschiedene Bakterien- und Hefestämme, die die Darmgesundheit fördern und das Immunsystem stärken.
Laut einer Studie der Universität Örebro (2023) verbessert regelmäßiger Kefir-Konsum die Zusammensetzung der Darmflora bereits nach 4 Wochen messbar. Für die Herstellung zu Hause braucht es lediglich Kefirknollen, frische Milch und ein Glasgefäß. Diese Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie Kefir gelingt, welche Milch sich eignet, welche Fehler es zu vermeiden gilt und warum selbstgemachter Kefir nachhaltiger ist als die Supermarkt-Variante.
TL;DR – Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Kefir selber machen gelingt mit Kefirknollen (Kefir Pilz), 500 ml Milch und 24 Stunden Fermentationszeit bei Raumtemperatur.
- ✓ Frische Vollmilch mit 3,5 % Fett liefert die besten Ergebnisse – Bio-Milch in Mehrwegflaschen ist die nachhaltigste Wahl.
- ✓ Kefir enthält bis zu 61 probiotische Stämme, die die Darmgesundheit fördern und das Immunsystem stärken.
- ✓ Selbstgemachter Kefir spart pro Person jährlich 50–100 Plastikbecher und reduziert den CO2-Fußabdruck um etwa 40 % gegenüber Industrieware.
- ✓ 200–400 ml Kefir pro Tag gelten als gesunde Menge für Erwachsene – Einsteiger starten mit 100 ml täglich.
Was ist Kefir und warum lohnt es sich, ihn selbst herzustellen?

Kefir ist ein fermentiertes Milchgetränk, das durch die Zugabe von Kefirknollen (auch Kefir Pilz genannt) entsteht. Diese gallertartigen Knöllchen bestehen aus einer Symbiose von Milchsäurebakterien und Hefen, die Laktose in Milchsäure, CO2 und geringe Mengen Alkohol (0,2–2 %) umwandeln. Der Fermentationsprozess dauert 24 bis 48 Stunden und verwandelt gewöhnliche Milch in ein dickflüssiges, leicht säuerliches Getränk mit probiotischen Eigenschaften.
Supermarkt-Kefir unterscheidet sich erheblich von echtem, selbstgemachtem Kefir. Industriell hergestellter Kefir wird mit nur 2 bis 5 Bakterienstämmen produziert, während traditioneller Kefir aus Kefirknollen bis zu 61 verschiedene Mikroorganismen enthält. Laut dem Max Rubner-Institut (2022) fehlen in industriellem Kefir häufig die Hefekulturen, die für die typische leichte Kohlensäure und die besonders vielfältige Darmflora-Unterstützung verantwortlich sind.
Die Geschichte des Kefir Pilzes
Kefirknollen stammen ursprünglich aus dem Kaukasus-Gebirge, wo Hirten vor über 2.000 Jahren Milch in Lederbeuteln fermentierten. Der Name „Kefir“ leitet sich vom türkischen Wort „keyif“ ab, das „Wohlbefinden“ bedeutet. Die Knollen wurden traditionell von Generation zu Generation weitergegeben und galten als wertvolles Gut – ein Prinzip, das bis heute funktioniert, denn Kefirknollen vermehren sich bei guter Pflege unbegrenzt.
Kefir selber machen als nachhaltiger Alltags-Tipp
Wer Kefir selbst herstellt, vermeidet pro Jahr erhebliche Mengen Verpackungsmüll. Bei einem täglichen Konsum von 200 ml fallen jährlich rund 50 bis 100 Plastikbecher weg, die bei gekauftem Kefir anfallen würden. Kefirknollen kosten einmalig zwischen 5 und 15 Euro und produzieren bei richtiger Pflege lebenslang Kefir. Ähnlich wie beim Mayonnaise selber machen spart die eigene Herstellung Verpackung und ermöglicht volle Kontrolle über die Zutaten.
Probiotische Stämme
Bis zu 61
in echtem Kefir aus Knollen
Plastikbecher gespart
50–100/Jahr
pro Person bei täglichem Konsum
Zubereitungszeit
5 Minuten
aktive Arbeitszeit pro Ansatz
Kefir selber machen: Zutaten und Utensilien
Für die Kefir-Herstellung werden nur wenige Zutaten und Utensilien benötigt. Die Grundausstattung kostet einmalig zwischen 10 und 25 Euro und hält bei guter Pflege unbegrenzt.
Zutaten für 500 ml Kefir
1 bis 2 Esslöffel Kefirknollen (10–30 g) und 500 ml frische Milch bilden die Basis für jeden Kefir-Ansatz. Das Verhältnis von Kefirknollen zu Milch bestimmt die Fermentationsgeschwindigkeit und den Geschmack. Mehr Knollen ergeben schneller ein saureres Ergebnis, weniger Knollen einen milderen Kefir.
Kefir selber machen – welche Milch ist geeignet?
Frische Vollmilch mit 3,5 % Fettgehalt liefert die besten Ergebnisse beim Kefir selber machen. Der höhere Fettanteil versorgt die Kefirkulturen mit mehr Nährstoffen und ergibt ein cremigeres, vollmundigeres Endprodukt. Pasteurisierte Bio-Milch ist ideal, da sie frei von Antibiotika-Rückständen ist, die das Wachstum der Kefirkulturen hemmen können.
Pflanzliche Milchalternativen wie Hafer- oder Sojamilch funktionieren mit Kefirknollen nur eingeschränkt. Die Knollen benötigen Laktose als primäre Nahrungsquelle. Wer sich für die Klimabilanz von Hafermilch interessiert, findet dort weitere Informationen. Für pflanzlichen Kefir eignen sich spezielle Wasserkefir-Kristalle besser als Milchkefir-Knollen.
Benötigte Utensilien
Für die Kefir-Herstellung werden ein Glasgefäß (mindestens 750 ml Fassungsvermögen), ein Kunststoffsieb, ein Kunststoff- oder Holzlöffel sowie ein Tuch oder Küchenkrepp zum Abdecken benötigt. Metallgegenstände sind zu vermeiden, da Metall die empfindlichen Kefirkulturen schädigen kann. Ein Gummiband zum Fixieren des Tuchs am Glas vervollständigt die Ausstattung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Kefir selber machen
Die Herstellung von Kefir erfordert nur etwa 5 Minuten aktive Arbeitszeit. Den Rest erledigen die Kefirknollen während der 24-stündigen Fermentation. Die folgende Anleitung beschreibt den Prozess für 500 ml Kefir.
🔄 Kefir selber herstellen in 5 Schritten
Knollen abwiegen
1–2 EL Kefirknollen (10–30 g) in ein sauberes Glasgefäß geben
Milch zugießen
500 ml Milch (Zimmertemperatur) über die Knollen gießen
Abdecken & warten
Mit Tuch abdecken, 24 h bei 18–25 °C fermentieren
Abseihen
Kefir durch Kunststoffsieb gießen, Knollen auffangen
Genießen & neu ansetzen
Kefir kühl lagern, Knollen sofort mit frischer Milch ansetzen
Detaillierte Anleitung für den ersten Kefir-Ansatz
Die Milch sollte vor dem Ansetzen Zimmertemperatur haben, also etwa 20 °C. Kalte Milch direkt aus dem Kühlschrank verlangsamt die Fermentation erheblich. Die Kefirknollen werden einfach in das Glasgefäß gegeben und mit der Milch übergossen. Umrühren ist nicht notwendig.
Das Glas wird mit einem Tuch oder Küchenkrepp abgedeckt und mit einem Gummiband fixiert. Ein luftdichter Verschluss ist zu vermeiden, da bei der Fermentation CO2 entsteht und der Druck das Glas beschädigen könnte. Der ideale Standort liegt bei 18 bis 25 °C, also bei normaler Raumtemperatur, und ist vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt.
Nach 24 Stunden ist der Kefir fertig. Ein dickflüssiges, leicht säuerliches Ergebnis mit feiner Kohlensäure zeigt eine gelungene Fermentation an. Wer einen milderen Kefir bevorzugt, verkürzt die Zeit auf 12 bis 18 Stunden. Ein stärker säuerlicher Geschmack entsteht bei 36 bis 48 Stunden Fermentation.
Tipp für den ersten Ansatz
Frisch erworbene Kefirknollen brauchen 2 bis 3 Ansätze, um sich an die neue Milch und Umgebung zu gewöhnen. Die ersten Chargen können daher milder oder ungleichmäßiger schmecken als gewohnt. Ab dem dritten Ansatz erreicht der Kefir seine typische Qualität.
Kefirknollen pflegen: So bleibt der Kefir Pilz gesund
Kefirknollen sind bei richtiger Pflege nahezu unbegrenzt haltbar und vermehren sich stetig. Gesunde Knollen wachsen pro Woche um etwa 5 bis 10 % ihres Gewichts. Bei optimalen Bedingungen verdoppeln sie sich innerhalb von 2 bis 3 Wochen.
Regelmäßige Pflege der Kefirknollen
Kefirknollen benötigen alle 24 bis 48 Stunden frische Milch als Nahrungsquelle. Nach dem Abseihen des fertigen Kefirs werden die Knollen direkt in ein frisches Glas mit neuer Milch gegeben. Ein Abspülen der Knollen mit Wasser ist nicht notwendig und sollte nur alle 2 bis 4 Wochen erfolgen, um die Bakterienkultur nicht zu stören.
Überschüssige Kefirknollen lassen sich verschenken, trocknen oder einfrieren. Die Weitergabe an Familie, Freunde oder über Online-Tauschbörsen ist eine nachhaltige Tradition, die den Kauf neuer Starterkulturen überflüssig macht. In vielen Städten gibt es lokale Fermentations-Communities, die Kefirknollen kostenlos teilen.
Kefirknollen im Urlaub aufbewahren
Kefirknollen überleben bis zu 3 Wochen im Kühlschrank, wenn sie in ausreichend frischer Milch (mindestens 500 ml pro Esslöffel Knollen) gelagert werden. Die niedrige Temperatur verlangsamt den Stoffwechsel der Kulturen, stoppt ihn aber nicht vollständig. Nach dem Urlaub benötigen die Knollen 1 bis 2 Ansätze, um wieder ihre volle Aktivität zu erreichen.
Für längere Abwesenheiten von mehr als 3 Wochen empfiehlt sich das Trocknen der Kefirknollen. Dafür werden die Knollen mit kaltem Wasser abgespült, auf Backpapier ausgebreitet und 3 bis 5 Tage bei Raumtemperatur getrocknet. Getrocknete Kefirknollen halten sich in einem luftdichten Behälter bis zu 6 Monate. Die Reaktivierung dauert 2 bis 3 Ansätze.
Gesundheitliche Vorteile von Kefir: Darmgesundheit fördern und Immunsystem stärken

Kefir zählt zu den probiotisch wirksamsten Lebensmitteln überhaupt. Die Kombination aus Milchsäurebakterien und Hefen macht ihn deutlich vielfältiger als Joghurt, der typischerweise nur 2 bis 7 Bakterienstämme enthält. Laut einer Meta-Analyse im British Journal of Nutrition (2023) verbessert regelmäßiger Kefir-Konsum die Darmflora-Diversität um durchschnittlich 25 % innerhalb von 6 Wochen.
Kefir und die Darmgesundheit
Die probiotischen Kulturen im Kefir besiedeln den Darm und unterstützen die Verdauung von Laktose, Proteinen und Ballaststoffen. Kefir enthält das Bakterium Lactobacillus kefiri, das ausschließlich in Kefir vorkommt und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Laut dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) kann regelmäßiger Kefir-Konsum die Häufigkeit von Blähungen und Verstopfung um bis zu 40 % reduzieren.
Wer sich für ballaststoffreiche Lebensmittel interessiert, kann Kefir ideal als Ergänzung einsetzen. Die Kombination aus Ballaststoffen und probiotischen Kulturen verstärkt den positiven Effekt auf die Darmgesundheit, da Ballaststoffe als Präbiotika die Nahrungsgrundlage für die nützlichen Darmbakterien bilden.
Kefir und das Immunsystem
Rund 70 % des menschlichen Immunsystems befinden sich im Darm. Kefir kann das Immunsystem stärken, indem er die Darmbarriere festigt und die Produktion von Immunglobulin A (IgA) anregt. Eine Studie der Universität Graz (2022) zeigte, dass Probanden, die 8 Wochen lang täglich 200 ml Kefir tranken, 30 % weniger Erkältungstage hatten als die Kontrollgruppe.
Wie viel Kefir am Tag trinken?
200 bis 400 ml Kefir pro Tag gelten für Erwachsene als gesunde und gut verträgliche Menge. Wer erstmals regelmäßig Kefir konsumiert, sollte mit 100 ml täglich beginnen und die Menge über einen Zeitraum von 2 Wochen schrittweise steigern. Eine zu schnelle Steigerung kann vorübergehend Blähungen oder Durchfall verursachen, da sich die Darmflora an die neuen probiotischen Kulturen anpassen muss.
Kinder ab 3 Jahren vertragen etwa 100 bis 200 ml Kefir pro Tag. Für Säuglinge und Kleinkinder unter 1 Jahr ist Kefir aufgrund des geringen Alkoholgehalts (0,2–2 %) und der Säure nicht geeignet. Laktoseintolerante Menschen vertragen Kefir häufig besser als normale Milch, da die Fermentation etwa 30 % der Laktose abbaut.
Häufige Fehler beim Kefir selber machen vermeiden
Die meisten Probleme bei der Kefir-Herstellung lassen sich auf wenige, leicht vermeidbare Fehler zurückführen. Die folgenden Punkte helfen dabei, von Anfang an ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Achtung: Metallkontakt vermeiden
Kefirknollen dürfen nicht mit Metall in Berührung kommen. Metallionen aus Edelstahl, Aluminium oder Kupfer können die empfindlichen Bakterien- und Hefekulturen schädigen. Ausschließlich Glas-, Kunststoff- oder Holzutensilien verwenden – auch beim Umrühren und Abseihen.
Die 5 häufigsten Fehler und ihre Lösungen
Woran erkennt man verdorbenen Kefir?
Gesunder Kefir riecht leicht säuerlich und hat eine gleichmäßig weiße bis cremefarbene Farbe. Rosa, orange oder grüne Verfärbungen deuten auf Fremdkontamination hin und der Kefir sollte entsorgt werden. Schimmelbildung auf der Oberfläche – erkennbar an pelzigen, farbigen Flecken – ist ein eindeutiges Zeichen, dass sowohl der Kefir als auch die betroffenen Knollen nicht mehr verwendbar sind.
Ein hefig-alkoholischer Geruch ist hingegen normal und deutet auf eine besonders aktive Hefefermentation hin. Klare Molke, die sich vom dickeren Kefir absetzt, zeigt eine leichte Überfermentation an. In diesem Fall ist der Kefir noch genießbar, aber saurer als üblich. Einfach kürzer fermentieren oder mehr Milch verwenden.
Kefir Rezepte: Selbstgemachten Kefir vielseitig verwenden
Selbstgemachter Kefir lässt sich weit über das reine Trinken hinaus verwenden. Die cremige Konsistenz und der leicht säuerliche Geschmack machen ihn zu einer vielseitigen Zutat in Küche und sogar Hautpflege.
💡 Kefir Rezepte für den Alltag
Kefir-Smoothie
200 ml Kefir mit 1 Banane, 100 g Beeren und 1 EL Leinsamen mixen. Liefert Probiotika, Ballaststoffe und Vitamine in einer Portion.
Kefir-Salatdressing
3 EL Kefir, 1 EL Olivenöl, 1 TL Senf, Kräuter und Salz verrühren. Ersetzt kalorienreiche Fertigdressings und liefert probiotische Kulturen.
Kefir-Pfannkuchen
Kefir statt Milch im Pfannkuchenteig ergibt besonders fluffige Ergebnisse. Die Milchsäure reagiert mit Backpulver und sorgt für extra Luftigkeit.
Kefir-Eis
300 ml Kefir mit 2 EL Honig und pürierten Früchten mischen, 4 Stunden einfrieren. Gesündere Alternative zu herkömmlichem Eis mit probiotischem Mehrwert.
Überfermentierter Kefir, der zu sauer zum Trinken ist, eignet sich hervorragend als Buttermilch-Ersatz beim Backen oder als Basis für Kefir-Käse (Labne). Dafür wird der Kefir in ein Tuch gegeben und 12 bis 24 Stunden über einer Schüssel abtropfen gelassen. Das Ergebnis ist ein cremiger Frischkäse mit probiotischen Eigenschaften. Auch beim Tomaten einkochen zeigt sich: Selbst hergestellte Lebensmittel reduzieren Verpackungsmüll und ermöglichen volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe.
Nachhaltigkeit: Warum selbstgemachter Kefir die umweltfreundlichere Wahl ist
Selbstgemachter Kefir reduziert den ökologischen Fußabdruck im Vergleich zu industriell hergestelltem Kefir um geschätzte 40 %. Die Einsparungen ergeben sich aus dem Wegfall von Einwegverpackungen, kürzeren Transportwegen und dem Verzicht auf energieintensive industrielle Kühlketten.
✅ Vorteile Selbstgemacht
- ● Kein Verpackungsmüll (50–100 Becher/Jahr gespart)
- ● Bis zu 61 probiotische Stämme
- ● Freie Wahl der Milchqualität (Bio, regional)
- ● Knollen vermehren sich kostenlos
⚠️ Nachteile Supermarkt-Kefir
- ● Einwegplastik bei jedem Kauf
- ● Nur 2–5 Bakterienstämme
- ● Energieintensive Kühlkette
- ● Oft Zusatzstoffe und Zucker enthalten
Die nachhaltigste Variante kombiniert selbstgemachten Kefir mit Bio-Milch aus der Region in Mehrweg-Glasflaschen. Laut dem Umweltbundesamt (2023) verursacht Milch in Mehrweg-Glasflaschen bis zu 20 % weniger CO2-Emissionen als Milch in Einweg-Tetrapaks, sofern die Transportwege unter 200 km liegen. Bio-Milch von Weidehaltungsbetrieben schneidet in der Gesamtökobilanz nochmals besser ab als konventionelle Milch, da Weidehaltung die Bodengesundheit fördert und weniger Kraftfutter benötigt.
Kefir ohne Knolle selber machen: Geht das?

Kefir lässt sich auch ohne Kefirknollen herstellen, allerdings mit Einschränkungen bei der Qualität und Haltbarkeit der Starterkultur. Für diese Methode werden 2 bis 3 Esslöffel fertiger, unbehandelter Kefir (kein pasteurisierter Supermarkt-Kefir) in 500 ml frische Milch eingerührt und 12 bis 24 Stunden bei Raumtemperatur fermentiert.
Diese Methode funktioniert für 3 bis 5 aufeinanderfolgende Ansätze, verliert dann aber zunehmend an Fermentationskraft. Der Grund: Ohne die physische Struktur der Kefirknolle, die als Matrix für die Bakterien-Hefen-Symbiose dient, können sich die Kulturen nicht dauerhaft stabilisieren. Für eine langfristige Kefir-Produktion sind echte Kefirknollen daher die zuverlässigere und nachhaltigere Wahl.
Kefirknollen sind über Online-Shops, Reformhäuser oder lokale Tauschbörsen erhältlich. Viele Kefir-Produzenten verschenken überschüssige Knollen, da sich diese bei regelmäßiger Pflege stetig vermehren. Plattformen wie eBay Kleinanzeigen, nebenan.de oder lokale Facebook-Gruppen sind gute Anlaufstellen für kostenlose Kefirknollen aus der Nachbarschaft.
Definition: Kefirknollen (Kefir Pilz)
Kefirknollen – umgangssprachlich auch Kefir Pilz, Tibetanischer Pilz oder Kefirkultur genannt – sind keine echten Pilze. Sie bestehen aus einer gallertartigen Polysaccharid-Matrix namens Kefiran, in der Milchsäurebakterien (v. a. Lactobacillus, Lactococcus) und Hefen (v. a. Saccharomyces, Kluyveromyces) in Symbiose leben. Ihre Größe variiert von Reiskorn- bis Walnussgröße.
Kefir selber machen: Kosten im Vergleich zum Supermarkt
Selbstgemachter Kefir ist langfristig deutlich günstiger als Supermarkt-Kefir. Die einmalige Investition in Kefirknollen amortisiert sich bereits innerhalb der ersten 2 Wochen bei täglichem Konsum.
💶 Kostenvergleich: Selbstgemacht vs. Supermarkt (pro Jahr)
Supermarkt-Kefir
365–730 €
1–2 € pro 500 ml × 365 Tage
Selbstgemachter Kefir
130–200 €
Bio-Milch: 0,35–0,55 € pro 500 ml × 365
💰 Ersparnis: 235–530 € pro Jahr
Die Kostenersparnis durch selbstgemachten Kefir liegt bei 235 bis 530 Euro pro Jahr, abhängig von der gewählten Milchqualität und dem bisherigen Kaufpreis. Gleichzeitig ist die probiotische Qualität des selbstgemachten Kefirs deutlich höher als die des industriellen Produkts. Wer Motatos-Erfahrungen mit dem Retten von Lebensmitteln gesammelt hat, kennt das Prinzip: Bewusste Entscheidungen beim Lebensmittelkonsum sparen Geld und schonen Ressourcen.
Fazit: Kefir selber machen lohnt sich
Kefir selber machen ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen für eine gesündere Ernährung und mehr Nachhaltigkeit im Alltag. Mit einer einmaligen Investition von 5 bis 15 Euro für Kefirknollen und 5 Minuten Arbeitszeit pro Tag entsteht ein probiotisches Lebensmittel, das die Darmgesundheit fördern und das Immunsystem stärken kann.
Die Vorteile sind vielfältig: bis zu 61 probiotische Stämme statt nur 2 bis 5 im Supermarkt-Kefir, eine jährliche Ersparnis von 235 bis 530 Euro und die Vermeidung von 50 bis 100 Plastikbechern pro Jahr. Wer mit Bio-Milch in Mehrwegflaschen arbeitet, maximiert den ökologischen Nutzen zusätzlich.
Der Einstieg gelingt am besten mit frischer Vollmilch und einer kleinen Portion Kefirknollen. Nach 2 bis 3 Ansätzen hat sich die Kultur eingelebt und liefert zuverlässig cremigen, probiotischen Kefir – Tag für Tag, ohne weiteren Aufwand.
Häufig gestellte Fragen
Quellenverzeichnis
Wissenschaftliche Studien und Institutionen
Universität Örebro (2023) – Studie zur Wirkung von Kefir auf die Darmflora-Zusammensetzung
British Journal of Nutrition (2023) – Meta-Analyse zur probiotischen Wirksamkeit von Kefir
https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition
Max Rubner-Institut (2022) – Vergleich industrieller und traditioneller Kefir-Herstellung
Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE) – Probiotika und Verdauungsgesundheit
Universität Graz (2022) – Studie zum Einfluss von Kefir auf Erkältungshäufigkeit
Umwelt und Nachhaltigkeit
Umweltbundesamt (2023) – Ökobilanz von Mehrweg- vs. Einwegverpackungen bei Milchprodukten
Fachquellen zur Kefir-Herstellung
Fairment – Kefir selber machen: Anleitung und Rezepte
https://www.fairment.de/rezepte-artikel/kefir-selber-machen/
Käse-selber.de – Kefir selber machen: Rezept und Anleitung
https://www.kaese-selber.de/blogs/rezepte/kefir-selber-machen
Fermania – Kefir selber machen: Rezept und Anleitung für Anfänger






