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Ökologischer CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln

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Illustration verschiedener Lebensmittel wie Brokkoli, Lachs, Avocado, Kartoffel, Tomate, Linsen und Karotten in sanften Pastelltönen, die symbolisch den CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln darstellen, ohne Text oder Logos, im querformatigen, minimalistischen Stil.

Inhaltsverzeichnis

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Die Produktion, der Transport und die Verarbeitung von Lebensmitteln verursachen erhebliche Mengen an Treibhausgasen. In Deutschland entfallen rund 20 Prozent der persönlichen CO2-Emissionen auf die Ernährung – das entspricht etwa 2,5 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Person und Jahr. Der CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln variiert dabei enorm: Während ein Kilogramm Karotten nur 0,1 Kilogramm CO2 verursacht, schlägt Rindfleisch mit bis zu 13 Kilogramm CO2 zu Buche. Wer die Klimabilanz seiner Lebensmittel kennt, kann durch bewusste Entscheidungen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

TL;DR – Das Wichtigste in Kürze

  • Der CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln umfasst alle Treibhausgasemissionen von der Produktion bis zur Entsorgung
  • Tierische Lebensmittel verursachen durchschnittlich 10- bis 50-mal mehr CO2-Emissionen als pflanzliche Alternativen
  • Eine vegane Ernährung spart im Vergleich zu fleischbasierter Kost etwa 820 Kilogramm CO2 pro Jahr ein
  • Transport, Verpackung und Saisonalität beeinflussen die Klimabilanz erheblich – regionale und saisonale Produkte schneiden deutlich besser ab
  • Mit gezielten Ernährungsentscheidungen lässt sich der persönliche CO2-Fußabdruck im Bereich Ernährung um bis zu 50 Prozent reduzieren

Was ist der CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln?

Der CO2-Fußabdruck, auch als Klimabilanz oder Carbon Footprint bezeichnet, erfasst alle Treibhausgasemissionen, die während des gesamten Lebenszyklus eines Lebensmittels entstehen. Diese Betrachtung beginnt beim Anbau oder der Tierhaltung und endet bei der Entsorgung von Verpackungen und Lebensmittelresten. Zur vollständigen Erfassung gehören die landwirtschaftliche Produktion, die Verarbeitung, der Transport, die Lagerung, die Verpackung sowie die Zubereitung im Haushalt.

CO2-Äquivalente als Vergleichsgrundlage

Neben Kohlendioxid (CO2) entstehen in der Lebensmittelproduktion weitere klimawirksame Gase wie Methan und Lachgas. Methan entsteht beispielsweise bei der Verdauung von Wiederkäuern und in Reisfeldern, während Lachgas hauptsächlich aus landwirtschaftlich genutzten Böden entweicht. Um verschiedene Treibhausgase vergleichbar zu machen, werden sie in CO2-Äquivalente (CO2-eq) umgerechnet. Methan ist dabei 25-mal klimawirksamer als CO2, Lachgas sogar 298-mal.

Die Angabe des CO2-Fußabdrucks erfolgt üblicherweise in Kilogramm CO2-Äquivalente pro Kilogramm Lebensmittel. Diese standardisierte Darstellung ermöglicht den direkten Vergleich verschiedener Produkte und Ernährungsweisen.

Systemgrenzen in der Berechnung

Ein zentrales Problem bei der Bewertung von CO2-Fußabdrücken sind unterschiedliche Systemgrenzen. Manche Berechnungen enden am „farm gate“, also am Hoftor des landwirtschaftlichen Betriebs, und berücksichtigen Transport, Verpackung oder Kühlung nicht. Andere Studien beziehen die gesamte Wertschöpfungskette bis zum fertigen Gericht auf dem Teller ein. Das ifeu (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg) betont in seiner umfassenden Studie zu ökologischen Fußabdrücken von Lebensmitteln, dass es nicht den einen CO2-Fußabdruck eines Lebensmittels gibt. Die Klimabilanz hängt von zahlreichen Faktoren ab: konventioneller oder ökologischer Landbau, Art der Verpackung, Transportweg, Saisonalität und Zubereitung beeinflussen das Ergebnis erheblich.

CO2-Fußabdruck Lebensmittel Tabelle: Die größten Klimasünder im Vergleich

Die Bandbreite der CO2-Emissionen verschiedener Lebensmittel ist enorm. Während pflanzliche Produkte meist einen niedrigen ökologischen Fußabdruck aufweisen, verursachen tierische Lebensmittel deutlich höhere Emissionen. Die folgende Übersicht basiert auf Daten des ifeu und zeigt die durchschnittlichen CO2-Werte für in Deutschland gekaufte Lebensmittel.

Lebensmittel CO2-Fußabdruck (kg CO2-eq pro kg) Kategorie
Karotten, Weißkohl 0,1 Sehr klimafreundlich
Aubergine, Pfirsich 0,2 Sehr klimafreundlich
Kartoffeln 0,2 Sehr klimafreundlich
Äpfel, Erdbeeren (saisonal) 0,3 Klimafreundlich
Tomaten (Freiland) 0,3 Klimafreundlich
Bananen 0,6 Klimafreundlich
Brot 0,6 Klimafreundlich
Linsen (getrocknet) 1,3 Moderat
Kuhmilch 1,4 Moderat
Veggie-Burger (Soja/Erbse) 1,5 Moderat
Hähnchenfleisch 3,5 Hoch
Schweinefleisch 4,6 Hoch
Frischkäse 5,5 Sehr hoch
Hartkäse 6,0 – 7,2 Sehr hoch
Butter 9,0 – 11,5 Extrem hoch
Rindfleisch 13,0 Extrem hoch

Diese Zahlen verdeutlichen einen klaren Trend: Tierische Lebensmittel, insbesondere Produkte von Wiederkäuern, haben einen massiv höheren CO2-Ausstoß als pflanzliche Alternativen. Ein Kilogramm Rindfleisch verursacht etwa 130-mal mehr CO2-Emissionen als die gleiche Menge Karotten.

Butter als Klimakiller Nummer eins

Überraschend führt Butter die Liste der klimaschädlichsten Lebensmittel an – noch vor Rindfleisch. Für ein Kilogramm Butter werden etwa 18 Liter Milch benötigt, was eine entsprechend große Anzahl an Milchkühen erfordert. Diese stoßen während ihrer Verdauung Methan aus, das als Treibhausgas 25-mal wirksamer ist als CO2. Die Bio-Butter schneidet mit 11,5 Kilogramm CO2-Äquivalenten sogar noch schlechter ab als konventionelle Butter, da Bio-Kühe länger leben und dadurch über ihre Lebenszeit mehr Methan produzieren.

Fleisch CO2 Bilanz im Detail

Bei Fleischprodukten zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Tierarten. Rindfleisch hat mit 13 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Kilogramm die schlechteste Klimabilanz unter den gängigen Fleischsorten. Die hohen Emissionen resultieren aus mehreren Faktoren: der Methanausstoß der Wiederkäuer, der hohe Flächenverbrauch für Weideland und Futteranbau sowie der intensive Einsatz von Düngemitteln. Schweine- und Geflügelfleisch schneiden mit 4,6 bzw. 3,5 Kilogramm CO2-Äquivalenten deutlich besser ab, bleiben aber weit über den Werten pflanzlicher Proteinquellen.

Das Bild zeigt eine stilvolle Anordnung von Lebensmitteln, darunter rotes Fleisch, Eier, Kräuter und Gewürze. Die sanfte Beleuchtung hebt die natürlichen Farben und Texturen hervor.

Einflussfaktoren auf die CO2-Bilanz von Lebensmitteln

Der CO2-Fußabdruck eines Lebensmittels wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Die ifeu-Studie zeigt, dass häufig nicht das Produkt selbst, sondern dessen Bereitstellung die entscheidende Rolle spielt.

Anbaumethode: Bio versus konventionell

Ökologisch erzeugte Lebensmittel verursachen durchschnittlich 5 bis 25 Prozent weniger Emissionen als konventionelle Produkte. Der Hauptgrund liegt im Verzicht auf synthetische Düngemittel und importierte Futtermittel aus Südamerika. Bio-Böden binden zudem mehr CO2, da sie mit mehr Humus bedeckt werden. Bei tierischen Produkten kehrt sich dieser Vorteil allerdings teilweise um: Bio-Tiere leben länger und produzieren dadurch über ihre Lebenszeit mehr Methan, was den CO2-Vorteil reduziert oder sogar ins Gegenteil verkehrt.

Transport und Saisonalität

Der Transportweg beeinflusst die Klimabilanz erheblich. Flugware weist einen dramatisch höheren CO2-Fußabdruck auf als Produkte, die per Schiff oder Lkw transportiert werden. Eine Flugananas verursacht mehr als 25-mal so viel CO2 wie eine per Schiff importierte Ananas. Regionale Produkte haben generell einen geringeren Transport-Fußabdruck, wobei die Saisonalität entscheidend ist. Erdbeeren aus regionalem Freilandanbau im Mai verursachen 0,3 Kilogramm CO2, während Winter-Erdbeeren aus beheizten Gewächshäusern mit 3 Kilogramm CO2 einen zehnmal höheren Fußabdruck aufweisen.

Verpackung als unterschätzter Faktor

Die Verpackung kann einen erheblichen Anteil am gesamten CO2-Fußabdruck haben. Einwegglas und Metalldosen schneiden besonders schlecht ab. Die ifeu-Studie zeigt, dass die Verpackung in vielen Fällen klimaschädlicher ist als das eigentliche Lebensmittel. Dies gilt auch für Getränke wie Wein und Bier. Mehrwegverpackungen und unverpackte Produkte sind aus Klimasicht deutlich vorzuziehen. Dosenpfirsiche haben beispielsweise mit 1,6 Kilogramm CO2 einen achtmal höheren Fußabdruck als frische Pfirsiche (0,2 kg CO2).

Verarbeitungsgrad und Lagerung

Tiefkühlprodukte benötigen energieintensive Kühlketten und weisen daher höhere CO2-Werte auf als frische Waren. Rosenkohl frisch hat einen CO2-Fußabdruck von 0,4 Kilogramm, tiefgefroren steigt dieser auf 0,7 Kilogramm. Auch die Lagerung mit Heizung oder Kühlung erhöht die Klimabilanz erheblich. Treibhausgemüse im Winter benötigt bis zu 30-mal mehr Energie als Freilandgemüse und verursacht entsprechend höhere Treibhausgasemissionen.

Ernährungsweisen im Klimavergleich

Die Art der Ernährung hat einen massiven Einfluss auf den persönlichen CO2-Fußabdruck. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat verschiedene Ernährungsweisen hinsichtlich ihrer Klimawirkung untersucht und kommt zu eindeutigen Ergebnissen.

Vegane Ernährung: Die klimafreundlichste Option

Eine rein pflanzliche Ernährung verursacht mit durchschnittlich 940 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Jahr die geringsten Treibhausgasemissionen. Veganerinnen und Veganer verzichten komplett auf tierische Produkte und sparen dadurch erhebliche Mengen an CO2 ein. Die niedrigen Emissionswerte resultieren aus dem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel, die grundsätzlich eine deutlich bessere Klimabilanz aufweisen als tierische Produkte.

Vegetarische Ernährung: Der goldene Mittelweg

Vegetarische Ernährung kommt auf etwa 1.160 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Jahr. Der etwas höhere Wert im Vergleich zur veganen Ernährung erklärt sich durch den Konsum von Milchprodukten und Eiern. Dennoch liegt die vegetarische Lebensweise deutlich unter der durchschnittlichen Mischkost und bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Klimaschutz und kulinarischer Vielfalt.

Mischkost mit Fleisch: Die klimaschädlichste Variante

Menschen, die regelmäßig Fleisch konsumieren, verursachen durchschnittlich 1.760 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Jahr durch ihre Ernährung. Dies entspricht fast dem Doppelten einer veganen Ernährung. Die hohen Emissionen gehen zu 69 Prozent auf das Konto tierischer Lebensmittel. Eine Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung könnte die ernährungsbedingten Emissionen in Deutschland um fast 50 Prozent reduzieren.

Ernährungsweise CO2-Emissionen pro Jahr (kg CO2-eq) Einsparpotenzial gegenüber Mischkost
Vegan 940 820 kg (47%)
Vegetarisch 1.160 600 kg (34%)
Mischkost mit Fleisch 1.760

Das Bild zeigt eine stilvolle Anordnung von Lebensmitteln auf einem runden Teller. Es sind verschiedene gesunde Zutaten wie Obst, Nüsse und Milchprodukte in sanften Farben zu sehen.

Klimafreundliche Ernährung: Die besten Lebensmittel für die Umwelt

Wer seine Ernährung klimafreundlich gestalten möchte, sollte den Fokus auf pflanzliche, regionale und saisonale Produkte legen. Die ifeu-Studie identifiziert mehrere Lebensmittelgruppen mit besonders niedrigem CO2-Fußabdruck.

Gemüse: Die Klimachampions

Frisches, unverpacktes Gemüse aus regionalem Freilandanbau weist die niedrigsten CO2-Werte überhaupt auf. Karotten und Weißkohl führen mit jeweils 0,1 Kilogramm CO2 pro Kilogramm die Liste der klimafreundlichsten Lebensmittel an. Auch andere heimische Gemüsesorten wie Kartoffeln (0,2 kg), Auberginen (0,2 kg), Spinat, Brokkoli, Zucchini und Kürbis (alle unter 0,3 kg CO2) schneiden hervorragend ab. Blattsalate und Rucola ergänzen das klimafreundliche Gemüsesortiment.

Das Bild zeigt eine ansprechende Anordnung verschiedener Gemüsearten und Zutaten. Brokkoli, Karotten, Zucchini und Grapefruit sind kunstvoll platziert. Die Farben sind frisch und einladend.

Regionales und saisonales Obst

Bei Obst zeigt sich ein ähnliches Bild: Äpfel, Birnen und Erdbeeren aus regionalem Anbau zur richtigen Saison haben einen CO2-Fußabdruck von nur 0,3 Kilogramm. Pfirsiche liegen bei 0,2 Kilogramm. Sogar Bananen schneiden mit 0,6 Kilogramm trotz ihres weiten Transportwegs überraschend gut ab, da sie per Schiff transportiert werden und keine energieintensive Kühlung benötigen. Kritisch wird es bei Flugobst und Gewächshausware außerhalb der Saison: Winter-Erdbeeren verursachen das Zehnfache der Emissionen von saisonalen Erdbeeren.

Pflanzliche Proteinquellen

Hülsenfrüchte, Nüsse und Sojaprodukte bieten klimafreundliche Alternativen zu Fleisch. Getrocknete Linsen kommen auf 1,3 Kilogramm CO2, Erdnüsse auf 0,8 Kilogramm. Veggie-Burger auf Soja- oder Erbsenbasis verursachen mit etwa 1,5 Kilogramm CO2 nur ein Sechstel der Emissionen von Rinderbuletten (9,0 kg CO2). Auch Getreideprodukte wie Brot (0,6 kg), Nudeln und Bulgur zählen zu den klimafreundlichen Optionen.

Pflanzenmilch statt Kuhmilch

Pflanzliche Milchalternativen aus Hafer, Dinkel oder Mandeln verursachen mit 0,3 Kilogramm CO2 nur ein Fünftel der Emissionen von Kuhmilch (1,4 kg CO2). Bei Mandelmilch ist allerdings der hohe Wasserverbrauch zu beachten, da Mandeln häufig in trockenen Regionen wie Kalifornien angebaut werden. Hafermilch aus regionalem Anbau stellt hier die umweltfreundlichste Alternative dar.

Weitere ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln

Neben dem CO2-Fußabdruck spielen weitere Umweltauswirkungen eine wichtige Rolle, die bei einer ausschließlichen Fokussierung auf Treibhausgase übersehen werden. Die ifeu-Studie hat für ausgewählte Lebensmittel auch den Wasser-, Flächen- und Phosphatverbrauch sowie den Energiebedarf ermittelt.

Wasserverbrauch: Das Beispiel Avocado

Avocados gelten als besonders wasserhungrig. Pro Kilogramm Avocado werden etwa 540 Liter Wasser benötigt, meist in ohnehin trockenen Anbauregionen. Der CO2-Fußabdruck von Avocados liegt zwar nur bei etwa 0,4 bis 0,6 Kilogramm, der hohe Wasserverbrauch macht sie dennoch zu einem problematischen Lebensmittel aus ökologischer Sicht. Auch Mandeln und Kakao haben einen sehr hohen Wasserfußabdruck.

Flächenverbrauch und Landnutzungsänderungen

Für die Ernährung in Deutschland werden weltweit enorme Flächen beansprucht, insbesondere für den Anbau von Futtermitteln. Allein für Soja benötigt Deutschland eine Fläche von 2,84 Millionen Hektar, davon 96 Prozent für die Produktion tierischer Lebensmittel. Diese Flächen befinden sich überwiegend in den USA und Brasilien, wo für Sojaanbau Regenwälder abgeholzt werden. Nur 4 Prozent des importierten Sojas dient der direkten menschlichen Ernährung in Form von Tofu oder Sojamilch.

Landnutzungsänderungen verursachen zusätzliche Emissionen von etwa 492 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Person und Jahr in Deutschland. Die Abholzung von Regenwäldern und die Umwandlung von Grasland in Ackerflächen setzen große Mengen gespeicherten Kohlenstoffs frei und vernichten wichtige CO2-Senken.

Phosphat als knappe Ressource

Phosphat ist eine endliche Ressource, die hauptsächlich als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Der Phosphatverbrauch ist vor allem bei intensiv gedüngten Kulturen hoch. Da Phosphat überwiegend außerhalb Deutschlands abgebaut wird und die Vorräte begrenzt sind, spielt auch dieser Fußabdruck eine wichtige Rolle für die langfristige Nachhaltigkeit der Ernährung.

Globale Perspektive: Ernährung und Klimakrise

Die Auswirkungen des globalen Ernährungssystems auf das Klima sind enorm. Auf das weltweite Ernährungssystem sind laut WWF bis zu 37 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen zurückzuführen – mehr als ein Drittel aller menschengemachten Emissionen.

Direkte und indirekte Emissionen

Direkte Emissionen tragen etwa 12 Prozent zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Dazu gehören Methan aus Reisfeldern und von Wiederkäuern sowie Lachgas aus landwirtschaftlich genutzten Böden. Weitere 12 Prozent entstehen durch Landnutzungsänderungen, insbesondere die Abholzung von Regenwäldern und die Umwandlung von Savannen und Grasland in landwirtschaftliche Flächen. Die verbleibenden 13 Prozent entfallen auf Weiterverarbeitung, Transport und Kühlung von Lebensmitteln.

Deutschlands Beitrag zur globalen Ernährungskrise

Deutschland trägt überproportional zur Klimabelastung durch Ernährung bei. Von den durchschnittlich 11 Tonnen CO2-Äquivalenten, die jedem Menschen in Deutschland pro Kopf und Jahr zugerechnet werden, entfallen fast ein Viertel – etwa 2,5 Tonnen – auf die Ernährungsweise. Damit übertrifft Deutschland sowohl den weltweiten Durchschnitt (7 Tonnen) als auch den EU-Durchschnitt (8,8 Tonnen) deutlich.

Der hohe Fleischkonsum schlägt dabei besonders zu Buche. Der Land-, Wasser- und Energieverbrauch sowie der CO2-Fußabdruck von Fleisch liegen um ein Vielfaches über pflanzlichen Alternativen. Eine Reduktion des Fleischkonsums könnte die ernährungsbedingten Emissionen massiv senken und gleichzeitig Landnutzungsänderungen reduzieren.

Praktische Tipps für eine klimafreundliche Ernährung im Alltag

Die Umstellung auf eine klimafreundlichere Ernährung muss nicht radikal erfolgen. Schon kleine Änderungen im Einkaufs- und Essverhalten können erhebliche CO2-Einsparungen bewirken.

Regional und saisonal einkaufen

Der Verzicht auf Flugware und die Orientierung an saisonalen Produkten sind die einfachsten Schritte zu einer besseren Klimabilanz. Ein Saisonkalender hilft dabei, das richtige Obst und Gemüse zur richtigen Zeit zu kaufen. Erdbeeren im Mai statt im Januar, Kürbis im Herbst statt im Frühjahr – diese einfachen Entscheidungen reduzieren den CO2-Fußabdruck erheblich.

Fleischkonsum reduzieren

Eine Reduktion des Fleischkonsums auf ein bis zwei Mal pro Woche kann die ernährungsbedingten Emissionen um 30 bis 40 Prozent senken. Wer komplett auf Fleisch verzichtet, spart im Vergleich zum durchschnittlichen Fleischesser etwa 600 Kilogramm CO2 pro Jahr. Dabei muss es nicht gleich die vegane Vollumstellung sein – schon der Ersatz von Rindfleisch durch Hähnchen oder pflanzliche Alternativen bringt erhebliche Einsparungen.

Verpackung vermeiden

Unverpackte Lebensmittel oder solche in Mehrwegverpackungen haben eine deutlich bessere Klimabilanz als Produkte in Einwegglas oder Metalldosen. Wochenmärkte, Unverpackt-Läden und die zunehmenden unverpackten Angebote in Supermärkten bieten gute Möglichkeiten, Verpackungsmüll und die damit verbundenen CO2-Emissionen zu reduzieren.

Auf Bio-Siegel achten

Ökologisch erzeugte Lebensmittel verursachen durchschnittlich 5 bis 25 Prozent weniger Emissionen als konventionelle Produkte. Besonders bei Obst, Gemüse und Getreideprodukten lohnt sich der Griff zu Bio-Waren. Bei tierischen Produkten ist der Vorteil geringer, aber Bio-Standards beinhalten oft auch bessere Tierhaltung und Futtermittelherkunft.

Lebensmittelverschwendung vermeiden

Etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel wird verschwendet. Wer Lebensmittel wegwirft, verschwendet auch alle CO2-Emissionen, die mit deren Produktion verbunden waren. Eine durchdachte Einkaufsplanung, richtige Lagerung und kreative Resteverwertung helfen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren und damit auch CO2 zu sparen.

Bewusste Zubereitung

Auch die Zubereitung zu Hause verursacht Emissionen. Etwa 55 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgase entstehen laut BMU nicht bei der Erzeugung, sondern bei Lagerung, Einkaufsfahrten und Zubereitung. Energieeffiziente Küchengeräte, das Kochen mit Deckel und die Nutzung von Restwärme senken den Energiebedarf. Auch der Verzicht auf den Backofen zugunsten von Herdplatte oder Mikrowelle spart Energie und CO2.

Das 2-Grad-Ziel und persönliches CO2-Budget

Die internationale Staatengemeinschaft hat sich auf das 2-Grad-Ziel geeinigt: Die weltweite Durchschnittstemperatur soll im Vergleich zur vorindustriellen Zeit maximal um zwei Grad steigen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen der Industrieländer bis 2050 um 80 bis 95 Prozent sinken (gegenüber 1990).

Was bedeuten 2 Tonnen CO2 im Alltag?

Experten gehen davon aus, dass jedem Menschen weltweit ein jährliches CO2-Budget von etwa 2 Tonnen zusteht, um die Klimaziele zu erreichen. In Deutschland liegen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen jedoch bei 11 Tonnen – mehr als das Fünffache des verträglichen Werts. Allein die Ernährung verbraucht mit 2,5 Tonnen CO2 schon das gesamte verfügbare Budget.

Diese Zahlen verdeutlichen, wie schwierig es wird, den CO2-Fußabdruck ausreichend zu senken. Im Jahr 2015 waren die deutschen Emissionen erst um 28 Prozent gegenüber 1990 gesunken – weit entfernt von den notwendigen 80 bis 95 Prozent bis 2050.

Potenzial der Ernährungsumstellung

Eine Umstellung von durchschnittlicher Mischkost auf vegetarische Ernährung spart 600 Kilogramm CO2 pro Jahr, eine vegane Ernährung sogar 820 Kilogramm. Dies entspricht etwa 5 bis 7 Prozent der gesamten Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland. Kombiniert mit Reduktionen in anderen Bereichen wie Mobilität, Wohnen und Konsum kann die Ernährungsumstellung einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten.

Herausforderungen und Grenzen der CO2-Bilanzierung

Bei aller Nützlichkeit des CO2-Fußabdrucks als Orientierung gibt es auch Einschränkungen und Herausforderungen bei der Bilanzierung von Lebensmitteln.

Unterschiedliche Berechnungsmethoden

Verschiedene Studien kommen zu teilweise deutlich unterschiedlichen Ergebnissen für denselben Lebensmittel-CO2-Fußabdruck. Diese Abweichungen resultieren aus unterschiedlichen Systemgrenzen, Annahmen und Berechnungsmethoden. Manche Studien beziehen Landnutzungsänderungen ein, andere nicht. Einige betrachten nur inländische Produktion, andere den Import-Mix. Diese Unterschiede erschweren den direkten Vergleich verschiedener Quellen.

Regionale Unterschiede

Globale Durchschnittswerte sagen wenig über spezifische Produkte aus. Ein Apfel aus Neuseeland hat einen völlig anderen CO2-Fußabdruck als ein regionaler Apfel. Saisonalität, Anbaumethode und Transportweg beeinflussen das Ergebnis erheblich. Die ifeu-Studie zeigt, dass für Deutschland gekaufte Lebensmittel deutlich differenzierter betrachtet werden müssen als internationale Durchschnittswerte vermuten lassen.

Nährwert und Bezugsgrößen

Der CO2-Fußabdruck pro Kilogramm Lebensmittel sagt nichts über den Nährwert aus. Ein Kilogramm Salat hat zwar einen niedrigen CO2-Fußabdruck, liefert aber kaum Kalorien oder Protein. Für einen fairen Vergleich müsste der CO2-Fußabdruck pro Kalorie, pro Gramm Protein oder pro Nährstoffeinheit betrachtet werden. Dies würde manche Lebensmittel anders bewerten und die Ernährungsplanung komplexer gestalten.

Fazit: Jeder Bissen zählt

Der CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln variiert erheblich – von 0,1 Kilogramm für Karotten bis zu 13 Kilogramm für Rindfleisch. Diese enormen Unterschiede bieten gleichzeitig eine große Chance: Durch bewusste Ernährungsentscheidungen lässt sich der persönliche Klima-Fußabdruck deutlich reduzieren. Eine Umstellung auf überwiegend pflanzliche, regionale und saisonale Kost kann die ernährungsbedingten Emissionen um bis zu 50 Prozent senken.

Dabei geht es nicht um Perfektion oder radikale Verzichtsforderungen. Schon die Reduktion des Fleischkonsums, der Verzicht auf Flugware und die Bevorzugung unverpackter Produkte bewirken erhebliche CO2-Einsparungen. Wer die Klimabilanz seiner Lebensmittel kennt und bei täglichen Entscheidungen berücksichtigt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz – dreimal täglich, bei jeder Mahlzeit.

Die Ernährungswende ist eine der wirksamsten Maßnahmen gegen den Klimawandel, die jeder Einzelne direkt beeinflussen kann. Angesichts der Tatsache, dass 37 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen auf das Ernährungssystem zurückgehen, wird deutlich: Klimaschutz fängt auf dem Teller an.

Häufig gestellte Fragen zum CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln

Welches Lebensmittel hat den größten CO2-Fußabdruck?
Butter führt die Liste der klimaschädlichsten Lebensmittel mit 9,0 bis 11,5 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Kilogramm an, gefolgt von Rindfleisch mit etwa 13 Kilogramm CO2. Die hohen Werte bei Butter erklären sich durch die benötigten 18 Liter Milch pro Kilogramm Butter und die damit verbundenen Methanemissionen der Kühe. Bei Rindfleisch kommen der hohe Flächenverbrauch, intensive Düngung und direkte Methanemissionen der Wiederkäuer zusammen.
Wie viel CO2 spart vegetarische oder vegane Ernährung?
Eine vegetarische Ernährung spart im Vergleich zur durchschnittlichen Mischkost etwa 600 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Jahr, was einer Reduktion von 34 Prozent entspricht. Vegane Ernährung spart sogar 820 Kilogramm CO2 jährlich, also 47 Prozent der ernährungsbedingten Emissionen. Dies entspricht in etwa den Emissionen einer Autofahrt von 4.000 bis 5.000 Kilometern.
Sind Bio-Lebensmittel immer klimafreundlicher als konventionelle?
Bei pflanzlichen Lebensmitteln sind Bio-Produkte meist 5 bis 25 Prozent klimafreundlicher als konventionelle, da auf synthetische Düngemittel und Pestizide verzichtet wird und Bio-Böden mehr CO2 speichern. Bei tierischen Produkten ist die Bilanz differenzierter: Bio-Tiere leben länger und produzieren über ihre Lebenszeit mehr Methan, was den CO2-Vorteil teilweise aufhebt. Bio-Butter hat beispielsweise einen höheren CO2-Fußabdruck als konventionelle Butter.
Wie stark beeinflusst der Transport die Klimabilanz von Lebensmitteln?
Der Transport kann die Klimabilanz massiv beeinflussen, insbesondere bei Flugware. Flugananas verursachen mehr als 25-mal so viel CO2 wie per Schiff transportierte Ananas. Regionale Produkte haben generell einen niedrigeren Transport-Fußabdruck. Allerdings kann bei manchen Produkten die Produktionsmethode wichtiger sein als der Transportweg: Ein Bio-Apfel aus Neuseeland kann klimafreundlicher sein als ein konventioneller Apfel aus einem beheizten Gewächshaus in Deutschland.
Welche Rolle spielt die Verpackung für den CO2-Fußabdruck?
Die Verpackung kann einen erheblichen Anteil am CO2-Fußabdruck haben und ist in vielen Fällen klimaschädlicher als das eigentliche Lebensmittel. Einwegglas und Metalldosen schneiden besonders schlecht ab. Dosenpfirsiche haben beispielsweise einen achtmal höheren CO2-Fußabdruck als frische Pfirsiche. Unverpackte Produkte oder Mehrwegverpackungen sind aus Klimasicht deutlich vorzuziehen. Die ifeu-Studie betont, dass Verpackungsentscheidungen oft wichtiger sind als das Produkt selbst.
Was ist klimafreundlicher: Frisches Gemüse oder Tiefkühlware?
Frisches Gemüse hat in der Regel einen niedrigeren CO2-Fußabdruck als Tiefkühlware, da die energieintensive Kühlkette entfällt. Rosenkohl frisch verursacht 0,4 Kilogramm CO2, tiefgefroren steigt dieser Wert auf 0,7 Kilogramm. Allerdings haben Tiefkühlprodukte den Vorteil längerer Haltbarkeit und geringerer Lebensmittelverschwendung. Bei saisonaler Verfügbarkeit ist frisches Gemüse vorzuziehen, außerhalb der Saison kann Tiefkühlware klimafreundlicher sein als beheiztes Gewächshausgemüse.
Wie kann man den CO2-Fußabdruck seiner Ernährung berechnen?
Es gibt verschiedene Online-Rechner, die den CO2-Fußabdruck der Ernährung ermitteln. GoClimate und andere Anbieter bieten CO2-Rechner für Lebensmittel an, bei denen die konsumierten Mengen verschiedener Lebensmittelkategorien eingegeben werden können. Für eine grobe Einschätzung können die durchschnittlichen CO2-Werte pro Kilogramm Lebensmittel (siehe Tabelle im Artikel) mit den eigenen Konsummengen multipliziert werden. Veganer liegen bei etwa 940 kg CO2/Jahr, Vegetarier bei 1.160 kg und Fleischesser bei 1.760 kg.
Warum hat Reis einen relativ hohen CO2-Fußabdruck für ein pflanzliches Lebensmittel?
Reis hat für ein pflanzliches Produkt einen verhältnismäßig hohen CO2-Fußabdruck, da beim Anbau in überfluteten Reisfeldern große Mengen Methan entstehen. Dieses Treibhausgas ist 25-mal klimawirksamer als CO2. Der Methanausstoß von Reisfeldern trägt signifikant zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Dennoch liegt der CO2-Fußabdruck von Reis deutlich unter dem tierischer Produkte und ist im Vergleich zu Fleisch oder Milchprodukten immer noch klimafreundlich.
Sind Avocados wirklich so klimaschädlich wie oft behauptet?
Der CO2-Fußabdruck von Avocados liegt mit etwa 0,4 bis 0,6 Kilogramm im mittleren Bereich und ist deutlich niedriger als bei tierischen Produkten. Problematisch ist jedoch der enorme Wasserverbrauch von etwa 540 Litern pro Kilogramm Avocado, meist in ohnehin trockenen Anbauregionen wie Kalifornien oder Chile. Die Avocado-Produktion trägt dort zu Wasserknappheit bei. Aus reiner CO2-Perspektive sind Avocados moderat, unter Berücksichtigung aller ökologischen Fußabdrücke jedoch kritischer zu bewerten.
Wie wichtig ist saisonale Ernährung für die Klimabilanz?
Saisonale Ernährung ist extrem wichtig für die Klimabilanz. Winter-Erdbeeren aus beheizten Gewächshäusern verursachen das Zehnfache der CO2-Emissionen von saisonalen Erdbeeren aus Freilandanbau. Treibhausgemüse benötigt bis zu 30-mal mehr Energie als Freilandgemüse. Ein Saisonkalender hilft dabei, zur richtigen Zeit die richtigen Produkte zu kaufen. Regional und saisonal ist die einfachste Faustregel für klimafreundliche Ernährung: Erdbeeren im Mai statt im Januar, Kürbis im Herbst statt im Frühjahr.

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