Die CO2 Steuer 2027 bleibt stabil: Der Preis für fossile Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl bewegt sich weiterhin im festen Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2. Der befürchtete Preissprung durch den Start des europäischen Emissionshandels für Gebäude entfällt, die Bundesregierung hat den nationalen CO2-Preis per Gesetz auf dem Niveau von 2026 eingefroren.
Die Heizkostenabrechnung für 2026 liegt auf dem Tisch, und in vielen Haushalten kursiert die Sorge vor einer spürbaren Mehrbelastung ab Januar 2027. Viele Ratgeber im Netz nennen noch Zahlen aus der Zeit vor der jüngsten Gesetzesänderung und schüren damit unnötige Unsicherheit. Dieser Artikel rechnet cent-genau vor, was die CO2 Abgabe 2027 für Gas, Heizöl und Kraftstoff konkret bedeutet, erklärt die Kostenaufteilung zwischen Mietern und Vermietern und zeigt, welche Vorbereitung für den Systemwechsel ab 2028 sinnvoll ist.
Zusammenfassung: CO2 Steuer 2027 und Heizkosten
- Preiskorridor bleibt: 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2, identisch mit dem Niveau von 2026 (Beschluss des Bundestags).
- Gas: Maximal 1,31 Cent Aufschlag pro Kilowattstunde, netto. Ein Haushalt mit 20.000 kWh zahlt rund 262 Euro pro Jahr.
- Heizöl: Rund 20,7 Cent Aufschlag pro Liter bei 65 Euro pro Tonne, also etwa 414 Euro bei einer 2.000-Liter-Füllung.
- Kein EU-ETS 2 in 2027: Der europäische Emissionshandel für Gebäude startet erst 2028, Prognosen sehen dann 95 bis 125 Euro pro Tonne.
- Mieter und Vermieter: Das Stufenmodell zur Kostenaufteilung bleibt unverändert in Kraft.
Wie hoch ist die CO2 Steuer 2027?
Die CO2 Steuer 2027 liegt in einem festen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2. Der Gesetzgeber hat den Preis für fossile Brennstoffe damit auf dem Stand von 2026 stabilisiert, statt ihn an den europäischen Zertifikatemarkt zu koppeln.
Preiskorridor: 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2
Der nationale CO2-Preis wird seit 2021 nicht am freien Markt gebildet, sondern per Gesetz festgelegt. Verkäufer fossiler Brennstoffe müssen für jede ausgestoßene Tonne CO2 Zertifikate erwerben, deren Preis der Staat vorgibt. Für 2027 gilt weiterhin der Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Die tatsächliche Belastung hängt davon ab, zu welchem Preis die Zertifikate im Verkauf abgesetzt werden, der Maximalwert liegt jedoch bei 65 Euro.
CO2 Steuer 2027 vs. 2026: Was bleibt gleich?
Für Verbraucher ändert sich gegenüber der CO2 Steuer 2026 faktisch nichts. Die CO2 Abgabe 2026 bewegte sich im selben Korridor, die Aufschläge pro Kilowattstunde Gas und pro Liter Heizöl bleiben identisch. Wer seine Heizkosten für 2027 plant, kann die Werte aus der Abrechnung 2026 als verlässliche Grundlage nutzen.
| Jahr | Preissystem | CO2-Preis pro Tonne |
|---|---|---|
| 2026 | Nationaler Festpreiskorridor | 55 bis 65 Euro |
| 2027 | Nationaler Festpreiskorridor (stabilisiert) | 55 bis 65 Euro |
| 2028 | EU-ETS 2, marktbasierter Preis | Prognose: ab etwa 95 Euro |
Was ist die CO2-Abgabe beim Heizen genau?
Die CO2-Abgabe ist ein gesetzlich fixierter Zertifikatspreis auf fossile Brennstoffe, keine klassische Steuer. Sie verteuert Erdgas, Heizöl und Kraftstoffe und soll Anreize zum Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme schaffen.
Definition: CO2-Abgabe
Die CO2-Abgabe ist der umgangssprachliche Begriff für den nationalen CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Rechtlich handelt es sich um einen Zertifikatspreis, den Händler fossiler Brennstoffe zahlen und an Kunden weiterreichen, nicht um eine Steuer im engeren Sinn.
Weil die Abgabe direkt auf den Brennstoffpreis aufgeschlagen wird, merken Haushalte sie als Bestandteil der Gas- oder Ölrechnung. Je höher der Verbrauch und je schlechter die Gebäudedämmung, desto stärker wirkt sich jede Preisstufe aus. Das ist der gewollte Lenkungseffekt: Fossiles Heizen soll schrittweise unattraktiver werden, während Wärmepumpen und andere erneuerbare Systeme im Vergleich günstiger erscheinen.
BEHG oder EU-ETS 2: Wer regelt was?
Aktuell greift in Deutschland das nationale Brennstoffemissionshandelsgesetz, kurz BEHG. Es legt den Preis pro Tonne CO2 für Wärme und Verkehr fest. Parallel existiert der europäische Emissionshandel (EU-ETS) für Industrie und Energie, dessen Preise sich am Markt bilden. Der neue EU-ETS 2 soll Gebäude und Straßenverkehr europaweit erfassen und das nationale System ab 2028 ersetzen. Bis dahin bleibt das BEHG mit seinem festen Korridor maßgeblich.
BEHG-Novelle: Warum der CO2-Preis 2027 stabil bleibt

Der Bundestag hat den CO2-Preis für 2027 per BEHG-Novelle auf dem Niveau von 2026 fixiert. Ohne diesen Beschluss wäre der Preis an den europäischen Emissionshandel gekoppelt worden, mit einem Sprung auf etwa 75 bis 85 Euro pro Tonne.
CO2 Steuer ab 2027: Was der Gesetzgeber beschlossen hat
Laut Deutschem Bundestag bleibt der CO2-Preis für fossile Brennstoffe im Jahr 2027 im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Die Novelle verschiebt die Kopplung an den EU-ETS 2 um ein Jahr. Hintergrund ist die Sorge vor einer Belastungsspirale: Nach Einschätzung des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft (GdW), zitiert bei ADVANT Beiten, hätte ein sofortiger Systemwechsel Preise von rund 75 bis 85 Euro pro Tonne ausgelöst. Eine CO2 Steuer Erhöhung 2027 in dieser Größenordnung hätte Gasrechnungen um mehrere hundert Euro pro Jahr verteuert.
Warum viele Ratgeber noch veraltete Zahlen nennen
Viele im Netz kursierende Artikel zur CO2 Steuer stammen aus der Zeit vor der Novelle. Sie gehen davon aus, dass der EU-ETS 2 bereits 2027 startet und der Preis frei am Markt entsteht. Diese Darstellung ist überholt. Wer auf Preise von 75 Euro und mehr für 2027 verwiesen wird, liest mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Quelle, die vor dem Gesetzesbeschluss verfasst wurde. Für verlässliche Planung gilt der aktuelle Stand: fester Korridor, bekannte Aufschläge, kein Preissprung.
Was kostet die CO2 Steuer 2027 bei Gas und Heizöl?
Beim Maximalwert von 65 Euro pro Tonne kostet die CO2 Steuer 2027 rund 1,31 Cent pro Kilowattstunde Gas und etwa 20,7 Cent pro Liter Heizöl, jeweils netto. Am unteren Korridorende von 55 Euro fallen die Aufschläge entsprechend geringer aus.
Wie viel teurer wird eine Kilowattstunde Gas?
Erdgas stößt pro Kilowattstunde rund 0,2 Kilogramm CO2 aus. Daraus ergibt sich der Aufschlag rechnerisch direkt aus dem Zertifikatspreis. Laut Rechner-Portal beträgt der Aufschlag bei 65 Euro pro Tonne etwa 1,31 Cent pro Kilowattstunde. Bei 55 Euro sinkt er proportional auf rund 1,11 Cent. Alle Werte verstehen sich netto, die jeweils gültige Mehrwertsteuer kommt hinzu.
CO2 Steuer 2027 Heizöl: Aufschlag pro Liter
Bei Heizöl ist der Aufschlag pro Einheit höher, weil der Brennstoff mehr CO2 freisetzt. Nach Berechnungen des Deutschlandrechners bedeutet ein Preis von 65 Euro pro Tonne rund 1,73 Cent pro Kilowattstunde, umgerechnet knapp 20,7 Cent pro Liter. Bei 55 Euro pro Tonne liegt der Literaufschlag bei etwa 17,5 Cent. Auch hier handelt es sich um Nettowerte vor Mehrwertsteuer.
| Energieträger | Aufschlag bei 55 €/t | Aufschlag bei 65 €/t |
|---|---|---|
| Erdgas (pro kWh) | ca. 1,11 Cent | ca. 1,31 Cent |
| Heizöl (pro kWh) | ca. 1,47 Cent | ca. 1,73 Cent |
| Heizöl (pro Liter) | ca. 17,5 Cent | ca. 20,7 Cent |
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit Gas- und Ölheizung
Ein Einfamilienhaus mit Gasheizung und einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlt 2027 beim Maximalpreis von 65 Euro pro Tonne rund 262 Euro CO2 Abgabe, netto. Beim Mindestpreis von 55 Euro sind es etwa 222 Euro. Die Spanne zwischen bestem und schlechtestem Fall liegt also bei nur rund 40 Euro pro Jahr.
Bei einer Ölheizung mit 2.000 Litern Jahresverbrauch ergibt sich ein ähnliches Bild: 414 Euro beim Maximalpreis, rund 350 Euro beim Minimalpreis. Für die Haushaltsplanung heißt das: Die CO2-Kosten 2027 sind auf wenige zehn Euro genau prognostizierbar, eine Eigenschaft, die der marktbasierten Preisbildung ab 2028 fehlen wird.
Die genannten Cent-Beträge sind Nettowerte. Auf der Endkundenrechnung erhöht die Mehrwertsteuer den Aufschlag nochmals. Bei Prognosen für das eigene Budget lohnt es sich, die Werte aus der letzten Abrechnung als Brutto-Referenz heranzuziehen.
Wer zahlt den CO2-Preis: Mieter oder Vermieter?

Mieter und Vermieter teilen die CO2-Kosten nach einem gesetzlichen Stufenmodell. Je schlechter die Energieeffizienz des Gebäudes, desto höher der Anteil, den der Vermieter tragen muss.
Wie funktioniert das Stufenmodell zur Kostenaufteilung?
Das Modell ordnet jedes Wohngebäude anhand seines CO2-Ausstoßes pro Quadratmeter und Jahr in eine von zehn Stufen ein. Bei sehr effizienten Häusern zahlt der Mieter die Abgabe vollständig, weil sein individuelles Heizverhalten den Verbrauch bestimmt. Bei unsanierten Altbauten mit hohem Ausstoß übernimmt der Vermieter bis zu 95 Prozent der Kosten. Die Logik dahinter: Wer für eine schlechte Gebäudehülle verantwortlich ist, soll finanziell an den Folgen beteiligt werden.
Die Aufteilung erfolgt über die jährliche Heizkostenabrechnung. Vermieter müssen den Gebäudewert pro Quadratmeter ermitteln und die Stufe angeben. Mieter können die Einstufung anhand des Energieausweises plausibilisieren. Für 2027 gelten die bekannten Regeln unverändert weiter.
Für Mieter in schlecht sanierten Gebäuden ist das Stufenmodell ein spürbarer Schutz: Ein erheblicher Teil der Abgabe wandert auf die Vermieterseite. Eigentümer selbstgenutzter Wohnungen und Häuser tragen die Kosten dagegen vollständig selbst, hier wirkt die Abgabe als direkter Sanierungsanreiz.
CO2 Steuer 2028: Der Wechsel zum EU-ETS 2
Ab 2028 ersetzt der europäische Emissionshandel EU-ETS 2 den nationalen Festpreis. Der CO2-Preis entsteht dann durch Angebot und Nachfrage am Zertifikatemarkt, mit Prognosen von 95 Euro pro Tonne und mehr.
Vom Preiskorridor zum freien Zertifikatemarkt
Der Systemwechsel verändert die Kalkulationslogik grundlegend. Statt eines vom Gesetzgeber fixierten Korridors kaufen Brennstoffhändler Zertifikate in Auktionen, deren Preis schwankt. Eine jährlich sinkende Gesamtmenge an Zertifikaten sorgt dabei für einen eingebauten Preisauftrieb: Je knapper die Verschmutzungsrechte, desto teurer werden sie. Für Haushalte endet damit die Planungssicherheit, die der nationale Korridor 2026 und 2027 bietet.
Nationaler Festpreis bis 2027
- Fester Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne, gesetzlich garantiert
- Heizkosten sind auf wenige Euro genau prognostizierbar
- Kein Einfluss von Marktschwankungen oder Spekulation
EU-ETS 2 ab 2028
- Marktpreis ohne gesetzliche Obergrenze im Korridorsystem
- Prognosen von 95 bis 125 Euro pro Tonne bis 2030
- Jährlich sinkende Zertifikatsmenge treibt den Preis strukturell nach oben
Welche CO2-Preise erwarten Fachleute ab 2028?
Die Prognosen der Bundesregierung erwarten für den EU-ETS 2 einen Preis von rund 95 Euro pro Tonne im Jahr 2028, der bis 2030 auf bis zu 125 Euro ansteigen soll.
Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), 2026
Diese Erwartungen des FÖS bedeuten gegenüber dem Korridor 2027 eine Verteuerung um gut 50 Prozent und mehr. Umgerechnet auf das Beispielhaus mit 20.000 Kilowattstunden Gas lägen die CO2-Kosten 2028 bei rund 380 Euro statt 262 Euro, Tendenz weiter steigend. Wer heute eine Heizungsentscheidung trifft, sollte diese Preisperspektive einpreisen. Weitere Hintergründe zur nachhaltigen Wirtschaftspolitik bietet der Überblick in der Rubrik Wirtschaft.
Exkurs: CO2 Steuer 2027 bei Diesel und Benzin
Die CO2 Steuer 2027 gilt auch für Kraftstoffe: Diesel und Benzin unterliegen derselben nationalen Abgabe wie Gas und Heizöl. Auch an der Zapfsäule bleibt der Aufschlag 2027 auf dem Stand von 2026, ein Preissprung entfällt.
Erst ab 2028 wird der Straßenverkehr zusammen mit dem Gebäudesektor in den EU-ETS 2 überführt. Dann verteuern sich fossile Kraftstoffe parallel zur Heizenergie, was Pendler mit Verbrenner doppelt trifft. Wer den Umstieg auf ein Elektroauto oder einen sparsamen Wagen erwägt, findet zusätzliche Anreize in den strengeren Emissionsgrenzwerten der Euro 7 Abgasnorm, die den Markt für Verbrenner ohnehin verändert.
So lassen sich die CO2-Kosten beim Heizen senken
Die wirksamste Antwort auf steigende CO2-Preise ist ein geringerer Verbrauch fossiler Brennstoffe. Sofortmaßnahmen senken die Kosten ab 2027, ein Heizungstausch schützt zusätzlich vor dem marktbasierten Preisniveau ab 2028.
Welche Sofortmaßnahmen senken den Verbrauch?
Bereits kleine Eingriffe reduzieren den Gas- oder Ölbedarf spürbar: ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage, niedrigere Vorlauftemperaturen, programmierbare Thermostate und das konsequente Lüften nach dem Stoßprinzip. Dichtungen an Fenstern und Türen verhindern Wärmeverluste, ohne dass größere Investitionen nötig sind. Jede eingesparte Kilowattstunde reduziert die CO2 Abgabe direkt, beim Beispielhaus sinkt jede Verbrauchsreduktion von zehn Prozent die Abgabenlast um rund 26 Euro pro Jahr.
Lohnt sich der Heizungstausch vor 2028?
Angesichts der Prognosen ab 2028 gewinnt der Umstieg auf erneuerbare Wärme an Dringlichkeit. Eine Wärmepumpe entzieht sich der CO2-Abgabe vollständig, weil sie Umweltwärme nutzt und Strom aus zunehmend erneuerbaren Quellen bezieht. Auch in Bestandsgebäuden funktioniert die Technik mittlerweile zuverlässig, wie der Ratgeber zur Wärmepumpe im Altbau im Detail zeigt. Wer die Entscheidung ganzheitlich angehen will, kann den eigenen Gesamtausstoß zusätzlich über den CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln und weitere Alltagsbereiche senken.
✅ Checkliste: CO2-Kosten 2027 und 2028 im Griff
Fazit: Planungssicherheit für 2027, Unsicherheit ab 2028
Die CO2 Steuer 2027 bringt keine Mehrbelastung: Der Preis bleibt im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne, Gas kostet maximal 1,31 Cent Aufschlag pro Kilowattstunde, Heizöl rund 20,7 Cent pro Liter.
Für das Jahr 2027 gilt damit eine seltene Ausnahme in der Energiepolitik: volle Kalkulierbarkeit. Die eigentliche Weiche fällt 2028, wenn der EU-ETS 2 den Preis dem Markt überlässt und Prognosen von 95 bis 125 Euro pro Tonne greifen. Wer dieses Zeitfenster nutzt, um Verbräuche zu senken oder den Heizungstausch vorzubereiten, geht mit deutlich geringerem Risiko in die marktbasierte Preisphase.
2027 bleibt alles beim Alten: fester Korridor, bekannte Aufschläge, unveränderte Kostenaufteilung. Der richtige Moment zum Handeln ist jetzt, denn ab 2028 bestimmt der Markt den Preis, und alle Prognosen zeigen nach oben.