Mayonnaise selber machen dauert weniger als 5 Minuten und erfordert nur 5 Zutaten – trotzdem greifen die meisten Menschen zur Plastiktube aus dem Supermarkt. Dabei enthält industrielle Mayonnaise häufig Konservierungsstoffe, Zucker und günstige Öle mit einem ungünstigen Fettsäure-Profil. Selbstgemachte Mayo schmeckt nicht nur frischer und intensiver, sondern spart auch Verpackungsmüll: Laut Umweltbundesamt verursacht jede Einweg-Tube rund 20 g Plastikmüll. Wer Mayonnaise regelmäßig selbst herstellt, reduziert diesen Abfall auf nahezu null.
Dieser Artikel liefert ein klassisches Mayonnaise-Rezept mit Eigelb, eine vegane Variante mit Aquafaba sowie praktische Tipps zur Ölwahl, Haltbarkeit und kreativen Abwandlungen – von Knoblauch-Mayonnaise bis zur perfekten Mayo für den Kartoffelsalat.
TL;DR – Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Mayonnaise selber machen gelingt mit dem Stabmixer in 60 bis 90 Sekunden – klassisch mit Ei oder vegan mit Aquafaba.
- ✓ Ein neutrales Öl wie Rapsöl liefert einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren und einen milden Geschmack.
- ✓ Selbstgemachte Mayonnaise spart pro Jahr rund 500 g Verpackungsmüll im Vergleich zu gekaufter Mayo.
- ✓ Dijon-Senf dient als Geschmacksgeber und natürlicher Emulgator zugleich.
- ✓ Variationen wie Knoblauch-Mayo, Kräuter-Mayo oder Sriracha-Mayo entstehen durch einfaches Untermischen von Zutaten.
5
Zutaten
90 Sek.
Zubereitungszeit
0 g
Verpackungsmüll
3 Tage
Haltbarkeit (Ei)
Was macht selbstgemachte Mayonnaise besser als gekaufte?
Selbstgemachte Mayonnaise enthält ausschließlich natürliche Zutaten ohne Konservierungsstoffe, Stabilisatoren oder zugesetzten Zucker. Industrielle Mayo-Produkte listen auf der Zutatenliste häufig Stoffe wie modifizierte Stärke, Calciumdinatriumethylendiamintetraacetat (EDTA) und Aromen auf, die in einer selbst hergestellten Variante überflüssig sind.
Der Geschmacksunterschied ist deutlich wahrnehmbar. Frische Mayonnaise schmeckt cremiger, hat eine intensivere Eigelb-Note und lässt sich individuell abschmecken. Die Konsistenz lässt sich durch die Ölmenge steuern – von flüssig-leicht bis dickflüssig-fest.

Aus Nachhaltigkeitssicht fällt der Verpackungsvorteil ins Gewicht. Wer Mayo selbst herstellt und in wiederverwendbare Gläser füllt, vermeidet pro Portion durchschnittlich 20 g Einwegverpackung. Bei einem durchschnittlichen deutschen Mayonnaise-Konsum von etwa 2,5 kg pro Person und Jahr (Quelle: Statista, 2023) summiert sich die Einsparung auf rund 500 g Plastikmüll jährlich.
Nährwertvergleich: Selbstgemacht vs. Supermarkt-Mayo
Selbstgemachte Mayonnaise hat einen höheren Fettanteil als die meisten Supermarkt-Produkte, enthält dafür aber keine versteckten Zucker oder Füllstoffe. Die Kalorienanzahl liegt bei etwa 720 kcal pro 100 g – vergleichbar mit industrieller Vollfett-Mayonnaise. Der entscheidende Unterschied liegt in der Fettqualität: Mit kaltgepresstem Rapsöl enthält selbstgemachte Mayo einen deutlich höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren.
Zutaten für selbstgemachte Mayonnaise im Überblick
Für das klassische Mayonnaise-Rezept werden lediglich 5 Grundzutaten benötigt: 1 Eigelb, 200 ml neutrales Öl, 1 TL Dijon-Senf, 1 TL Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer. Alle Zutaten sollten vor der Zubereitung Zimmertemperatur haben, da die Emulsion bei gleichmäßiger Temperatur deutlich stabiler wird.
Das richtige Öl: Warum ein neutrales Öl entscheidend ist
Ein neutrales Öl bildet die geschmackliche Grundlage jeder guten Mayonnaise. Rapsöl ist die nachhaltigste Wahl für deutsche Haushalte: Es wird großflächig in Deutschland angebaut, hat kurze Transportwege und enthält mit 9,1 g Omega-3-Fettsäuren pro 100 ml den höchsten Anteil ungesättigter Fettsäuren unter den gängigen Speiseölen (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2023).
Sonnenblumenöl ist die zweite gängige Option. Es hat einen noch neutraleren Geschmack als Rapsöl, enthält aber weniger Omega-3-Fettsäuren. Olivenöl eignet sich nur bedingt – extra natives Olivenöl schmeckt in Mayonnaise häufig bitter und überlagert die anderen Aromen. Wer den Olivenöl-Geschmack bevorzugt, mischt am besten 50 % mildes Olivenöl mit 50 % neutralem Öl.
Die Rolle von Dijon-Senf als Emulgator
Dijon-Senf erfüllt in der Mayonnaise eine doppelte Funktion: Er gibt Geschmack und wirkt gleichzeitig als natürlicher Emulgator. Die im Senf enthaltenen Senfproteine und Schleimstoffe stabilisieren die Verbindung von Öl und wässrigen Bestandteilen. Ohne Senf trennt sich die Emulsion deutlich schneller.
Mittelscharfer Senf ist eine Alternative zum Dijon-Senf, verändert aber den Geschmack leicht in Richtung klassisch-deutscher Mayo. Süßer Senf eignet sich nicht, da der Zuckeranteil den Geschmack dominiert. Pro Eigelb reicht 1 Teelöffel Senf – mehr verändert das Geschmacksprofil zu stark.
Ei-Qualität: Warum Bio-Eier den Unterschied machen
Das Eigelb ist der zentrale Emulgator in klassischer Mayonnaise. Lecithin – ein natürlicher Bestandteil des Eigelbs – verbindet Öl und Wasser zu einer stabilen, cremigen Masse. Bio-Eier aus Freilandhaltung haben laut einer Studie der Universität Hohenheim (2021) einen um 15–20 % höheren Lecithin-Gehalt als Eier aus Käfighaltung, was die Emulsion zusätzlich stabilisiert.
Frische Eier sind besonders wichtig, da das Eigelb bei frischen Eiern eine intensivere Farbe und bessere Emulgiereigenschaften hat. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sollte noch mindestens 10 Tage entfernt sein. Regionale Bio-Eier vom Wochenmarkt oder Hofladen sind die nachhaltigste Wahl – sie verursachen laut Umweltbundesamt rund 30 % weniger CO2 als konventionelle Eier aus dem Supermarkt.
Mayonnaise selber machen: Klassisches Rezept Schritt für Schritt
Das klassische Mayonnaise-Rezept gelingt mit dem Stabmixer in 60 bis 90 Sekunden. Die Methode funktioniert zuverlässig, wenn alle Zutaten Zimmertemperatur haben und das Öl langsam zugegeben wird. Das folgende Rezept ergibt etwa 250 ml Mayonnaise.
🔄 Mayo selber machen – in 4 Schritten
Temperieren
Ei und Senf 30 Min. vor Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen
Basis mischen
Eigelb, Senf, Zitronensaft, Salz und Pfeffer in hohes Gefäß geben
Emulgieren
Öl langsam zugießen, Stabmixer von unten nach oben bewegen
Abschmecken
Mit Salz, Pfeffer und Zitrone abschmecken – fertig!
Klassisches Mayonnaise-Rezept mit Eigelb
Zutaten für ca. 250 ml Mayonnaise:
- 1 frisches Ei (Zimmertemperatur, Bio-Qualität)
- 200 ml neutrales Öl (Rapsöl oder Sonnenblumenöl)
- 1 TL Dijon-Senf
- 1 TL frisch gepresster Zitronensaft
- ½ TL Salz
- 1 Prise Pfeffer (frisch gemahlen)
Zubereitung mit dem Stabmixer: Das Ei in ein hohes, schmales Gefäß geben – ideal ist der Messbecher des Stabmixers. Dijon-Senf, Zitronensaft, Salz und Pfeffer hinzufügen. Das Öl vorsichtig darüber gießen, ohne zu rühren. Den Stabmixer auf den Boden des Gefäßes setzen und auf niedrigster Stufe starten. Sobald sich am Boden eine weiße Emulsion bildet, den Stabmixer langsam nach oben ziehen. Nach 60 bis 90 Sekunden ist die Mayonnaise fertig.
Zubereitung per Hand mit Schneebesen: Eigelb, Senf, Zitronensaft, Salz und Pfeffer in einer Schüssel verrühren. Das Öl tropfenweise – wirklich tropfenweise – unter ständigem, kräftigem Rühren zugeben. Erst wenn die Emulsion sichtbar eindickt, kann das Öl in einem dünnen Strahl fließen. Die Zubereitung per Hand dauert 10 bis 15 Minuten und erfordert Geduld.
Tipp: Ganzes Ei statt nur Eigelb
Bei der Stabmixer-Methode kann ein ganzes Ei verwendet werden. Das Eiweiß macht die Mayonnaise etwas luftiger und heller. Das Ergebnis ist weniger reichhaltig als die reine Eigelb-Variante, dafür entsteht kein übrig gebliebenes Eiweiß, das verwertet werden muss – ein Pluspunkt für die Zero-Waste-Küche.
Mayonnaise selber machen nach Omas Rezept
Omas Mayonnaise-Rezept unterscheidet sich von der modernen Stabmixer-Methode vor allem in der Technik. Traditionell wurde die Majo ausschließlich mit dem Schneebesen und viel Geduld hergestellt. Die Zutaten sind identisch: Eigelb, Öl, Senf, Zitronensaft oder Essig, Salz und Pfeffer.
Der entscheidende Unterschied liegt im Tempo der Ölzugabe. Bei der traditionellen Methode wird das Öl in den ersten 2 Minuten nur tropfenweise zugegeben – etwa 1 Tropfen pro Sekunde. Erst wenn die Emulsion deutlich eingedickt ist, darf das Öl schneller fließen. Viele ältere Rezepte verwenden statt Zitronensaft weißen Weinessig, was der Mayonnaise eine leicht andere Geschmacksnote verleiht.
Vegane Mayonnaise selber machen: Das Aquafaba-Rezept
Vegane Mayonnaise gelingt ohne Ei – der Trick ist Aquafaba, das Abtropfwasser aus Kichererbsen-Konserven. Aquafaba enthält pflanzliche Proteine und Saponine, die ähnlich wie das Lecithin im Eigelb als Emulgator wirken. Das Ergebnis ist geschmacklich und in der Konsistenz kaum von klassischer Mayonnaise zu unterscheiden.
Rezept für vegane Mayo mit Aquafaba
Zutaten für ca. 250 ml vegane Mayonnaise:
- 60 ml Aquafaba (Kichererbsenwasser, Zimmertemperatur)
- 200 ml neutrales Öl (Rapsöl oder Sonnenblumenöl)
- 1 TL Dijon-Senf
- 1 TL Zitronensaft
- ½ TL Salz
- 1 Prise Pfeffer
Zubereitung: Aquafaba, Dijon-Senf, Zitronensaft, Salz und Pfeffer in ein hohes Gefäß geben. Den Stabmixer auf den Boden setzen und auf niedrigster Stufe starten. Das Öl langsam in einem dünnen Strahl zugießen und den Stabmixer gleichmäßig von unten nach oben bewegen. Die vegane Mayo benötigt etwas mehr Zeit als die Ei-Variante – nach etwa 2 bis 3 Minuten ist sie fertig emulgiert.
Die vegane Variante hat einen zusätzlichen Nachhaltigkeitsvorteil: Aquafaba ist ein Nebenprodukt, das beim Kochen von Kichererbsen ohnehin anfällt. Statt das Wasser wegzuschütten, wird es als Rohstoff für die Mayo genutzt – ein klassisches Beispiel für Upcycling in der Küche. Die Kichererbsen selbst lassen sich zu Hummus, Currys oder Salaten verarbeiten.
CO2-Bilanz: Vegane Mayo vs. klassische Mayonnaise
Vegane Mayonnaise verursacht laut einer Analyse des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu, 2022) rund 40 % weniger CO2-Emissionen als die klassische Variante mit Ei. Der Hauptgrund: Die Produktion von Hühnereiern verursacht pro Kilogramm etwa 3,0 kg CO2-Äquivalente, während Kichererbsen nur etwa 0,8 kg CO2 pro Kilogramm erzeugen.
🥚 Klassische Mayo
- ● Cremiger, reichhaltiger Geschmack
- ● Gelingt in 60 Sekunden
- ● Enthält natürliches Lecithin
- ● Nur 3 Tage haltbar (rohes Ei)
🌱 Vegane Mayo
- ● 40 % weniger CO2-Emissionen
- ● 5 Tage haltbar (kein rohes Ei)
- ● Nutzt Küchenabfall (Aquafaba)
- ● Braucht 2–3 Min. länger
5 Tipps für perfekte selbstgemachte Mayonnaise
Die häufigsten Fehler beim Mayonnaise selber machen lassen sich mit wenigen Grundregeln vermeiden. Die folgenden 5 Tipps gelten sowohl für das klassische Rezept mit Ei als auch für die vegane Variante mit Aquafaba.
Tipp 1: Alle Zutaten auf Zimmertemperatur bringen
Zimmertemperatur ist der wichtigste Faktor für eine stabile Emulsion. Kaltes Ei und kaltes Öl verbinden sich deutlich schlechter als Zutaten mit gleicher Temperatur. Ei, Senf und Zitronensaft sollten mindestens 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank genommen werden. Das Öl lagert idealerweise ohnehin bei Raumtemperatur.
Tipp 2: Öl langsam und gleichmäßig zugeben
Zu schnelles Zugießen des Öls ist die häufigste Ursache für missglückte Mayonnaise. Bei der Stabmixer-Methode wird das gesamte Öl zwar auf einmal ins Gefäß gegeben, aber der Stabmixer verarbeitet es durch die Aufwärtsbewegung portionsweise. Bei der Schneebesen-Methode gilt: In den ersten 2 Minuten nur tropfenweise arbeiten.
Tipp 3: Das richtige Mengenverhältnis einhalten
Pro Eigelb sollten maximal 200 ml Öl verwendet werden. Mehr Öl überfordert die Emulgierfähigkeit des Lecithins im Eigelb und die Mayo wird flüssig. Wer eine größere Menge Majo selber machen möchte, verdoppelt einfach alle Zutaten proportional.
Tipp 4: Hohes, schmales Gefäß verwenden
Ein hohes, schmales Rührgefäß ist bei der Stabmixer-Methode entscheidend. Der Durchmesser sollte nur wenig größer sein als der Stabmixer-Fuß. So wird das Öl beim Aufwärtsbewegen des Stabmixers kontrolliert eingearbeitet. In einer breiten Schüssel verteilt sich das Öl zu schnell und die Emulsion misslingt häufiger.
Tipp 5: Missglückte Mayo retten
Eine gebrochene Emulsion lässt sich retten. Dafür 1 frisches Eigelb (oder 30 ml Aquafaba für die vegane Version) in ein neues Gefäß geben und die missglückte Mayonnaise löffelweise unter ständigem Rühren zugeben. Die frische Emulgatorbasis bindet das bereits vorhandene Öl erneut. Diese Rettungsmethode funktioniert in etwa 90 % der Fälle.
Mayonnaise-Variationen: Von Knoblauch-Mayo bis Kartoffelsalat-Mayo

Selbstgemachte Mayonnaise ist die perfekte Basis für zahlreiche Variationen. Durch einfaches Untermischen von Gewürzen, Kräutern oder Pasten entstehen individuelle Saucen für jeden Anlass. Alle Varianten funktionieren sowohl mit der klassischen als auch mit der veganen Grundmayo.
🍽️ Beliebte Mayo-Variationen
Knoblauch-Mayonnaise (Aioli)
2 gepresste Knoblauchzehen unter die fertige Mayo rühren. Für mildere Knoblauch-Mayonnaise den Knoblauch vorher 5 Minuten in Olivenöl anbraten.
Kräuter-Mayonnaise
2 EL fein gehackte Kräuter (Schnittlauch, Dill, Petersilie) unterheben. Besonders passend zu Fisch und als Dip für Gemüsesticks.
Sriracha-Mayo
1–2 TL Sriracha-Sauce unterrühren. Die scharfe Variante passt zu Burgern, Bowls und als Dip für Süßkartoffel-Pommes.
Mayonnaise für Kartoffelsalat
Die Grundmayo mit 2 EL Joghurt (oder veganem Joghurt) und 1 TL Essig verrühren. Die leichtere Konsistenz verbindet sich besser mit den Kartoffeln.
Wozu passt selbstgemachte Mayonnaise?
Selbstgemachte Mayonnaise ist vielseitiger als die gekaufte Variante, weil sich Konsistenz und Geschmack individuell anpassen lassen. Klassische Einsatzgebiete sind Kartoffelsalat, Eiersalat, Krautsalat und als Dip für Pommes frites. Die cremige Grundmayo eignet sich außerdem als Basis für Salatdressings – dafür wird sie mit Buttermilch oder Wasser verdünnt.
Als Brotaufstrich ersetzt Mayonnaise Butter und liefert dabei mehr Geschmack. Für Sandwiches und Wraps empfiehlt sich eine dünnere Konsistenz mit etwas weniger Öl (150 ml statt 200 ml pro Eigelb). Die vegane Aquafaba-Variante funktioniert in allen genannten Einsatzbereichen identisch.

Haltbarkeit und Aufbewahrung von selbstgemachter Mayonnaise
Selbstgemachte Mayonnaise mit rohem Ei ist im Kühlschrank maximal 3 Tage haltbar. Die begrenzte Haltbarkeit ergibt sich aus dem rohen Eigelb, das bei unsachgemäßer Lagerung ein Risiko für Salmonellen-Kontamination birgt. Die Kühltemperatur sollte konstant unter 7 °C liegen.
Vegane Mayonnaise mit Aquafaba hält sich bis zu 5 Tage im Kühlschrank, da kein rohes Ei enthalten ist. In beiden Fällen gilt: Saubere Löffel verwenden, das Glas nach jeder Entnahme sofort wieder verschließen und die Mayo nicht bei Raumtemperatur stehen lassen.
Achtung bei Schwangerschaft und Immunschwäche
Schwangere, Kleinkinder und immungeschwächte Personen sollten auf Mayonnaise mit rohem Ei verzichten. Die vegane Variante mit Aquafaba ist in diesen Fällen die sichere Alternative, da sie kein rohes Ei enthält und somit kein Salmonellen-Risiko besteht.
Richtig lagern: So bleibt die Mayo frisch
Die optimale Aufbewahrung erfolgt in einem sauberen Schraubglas mit Deckel. Einmachgläser oder ausgespülte Marmeladengläser eignen sich ideal – das ist nachhaltiger als Frischhaltefolie oder Plastikdosen. Das Glas vor dem Befüllen mit kochendem Wasser ausspülen, um Keime zu reduzieren.
Selbstgemachte Mayonnaise lässt sich nicht einfrieren. Beim Auftauen bricht die Emulsion und die Mayo wird flüssig und klumpig. Die Lösung: Nur die Menge herstellen, die innerhalb von 3 Tagen (mit Ei) oder 5 Tagen (vegan) verbraucht wird. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch reichen 250 ml für 4 bis 6 Portionen.
Nachhaltigkeit: Warum Majo selber machen die Umwelt schont
Mayonnaise selber machen reduziert den ökologischen Fußabdruck auf mehreren Ebenen: weniger Verpackungsmüll, kürzere Lieferketten und die Möglichkeit, bewusst regionale und biologische Zutaten zu wählen. Laut Umweltbundesamt (2023) verursachen Lebensmittelverpackungen in Deutschland jährlich rund 8,9 Millionen Tonnen Abfall.
Verpackungsmüll einsparen durch selbstgemachte Mayo
Eine handelsübliche 250-ml-Mayonnaise-Tube wiegt inklusive Verschluss etwa 25 g und besteht aus einem Kunststoff-Aluminium-Verbund, der sich nur schwer recyceln lässt. Wer Mayo selbst herstellt und in wiederverwendbare Gläser füllt, spart diese Verpackung komplett ein. Bei einem durchschnittlichen Konsum von 10 Tuben pro Jahr und Haushalt ergibt das eine Einsparung von rund 250 g schwer recycelbarem Verpackungsmaterial.
Regionale Zutaten für eine bessere Klimabilanz
Rapsöl aus deutscher Produktion hat laut ifeu-Institut einen um 60 % geringeren CO2-Fußabdruck als importiertes Sojaöl aus Südamerika. Deutschland ist einer der größten Rapsöl-Produzenten Europas – regionales, kaltgepresstes Rapsöl ist in Bioläden und Supermärkten flächendeckend verfügbar. Auch Bio-Eier vom regionalen Erzeuger verkürzen die Transportwege und unterstützen kleinbäuerliche Strukturen.
Greenwashing bei „Bio“-Mayonnaise aus dem Supermarkt
Nicht jede als „Bio“ oder „natürlich“ beworbene Mayonnaise im Supermarkt ist automatisch nachhaltig. Manche Bio-Mayonnaisen verwenden zwar Bio-Eier, setzen aber auf importiertes Sojaöl statt auf regionales Rapsöl. Der Blick auf die Zutatenliste lohnt sich: Steht „Pflanzenöl“ ohne nähere Angabe, handelt es sich häufig um Sojaöl oder Palmöl mit langen Transportwegen.
Ungesättigte Fettsäuren: Welches Öl ist am gesündesten für Mayonnaise?
Der Anteil ungesättigter Fettsäuren bestimmt maßgeblich den gesundheitlichen Wert einer Mayonnaise. Ungesättigte Fettsäuren – insbesondere Omega-3-Fettsäuren – wirken laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE, 2024) entzündungshemmend und unterstützen die Herzgesundheit. Die Wahl des Öls entscheidet darüber, ob die Mayo eher gesundheitsfördernd oder gesundheitlich neutral ausfällt.
Rapsöl hat mit einem Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 von 2:1 das ernährungsphysiologisch günstigste Fettsäure-Profil unter den gängigen Speiseölen. Sonnenblumenöl enthält dagegen fast ausschließlich Omega-6-Fettsäuren (Verhältnis 120:1), was bei übermäßigem Konsum entzündungsfördernd wirken kann. Für eine gesundheitlich optimierte Mayonnaise ist Rapsöl daher die bessere Wahl.
Industrielle Mayonnaise verwendet häufig raffiniertes Sojaöl oder Sonnenblumenöl, da diese Öle günstiger sind als kaltgepresstes Rapsöl. Wer Mayonnaise selber macht, hat die volle Kontrolle über die Ölqualität und kann gezielt ein Öl mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren wählen. Kaltgepresstes Bio-Rapsöl kostet im Bioladen etwa 4–6 € pro Liter und reicht für rund 5 Portionen Mayo.
Mayonnaise selber machen mit dem Stabmixer: Die schnellste Methode
Die Stabmixer-Methode ist die schnellste und zuverlässigste Art, Mayonnaise selber zu machen. Im Gegensatz zur manuellen Schneebesen-Methode gelingt die Emulsion mit dem Stabmixer nahezu immer, da die hohe Drehzahl das Öl in feinste Tröpfchen zerteilt. Die gesamte Zubereitung dauert 60 bis 90 Sekunden.
Der Stabmixer sollte einen Mixfuß mit Schlitzen oder Öffnungen haben, durch die das Öl beim Hochziehen kontrolliert eingesogen wird. Einfache Modelle ab 20 € erfüllen diesen Zweck. Ein Thermomix oder eine Küchenmaschine funktioniert ebenfalls, die Reinigung ist allerdings aufwendiger als beim Stabmixer.
Die entscheidende Technik: Den Stabmixer zunächst auf den Boden des Gefäßes drücken und auf niedrigster Stufe starten. Erst wenn sich am Boden eine weiße, cremige Masse bildet (nach etwa 10 Sekunden), den Stabmixer langsam und gleichmäßig nach oben ziehen. Die Aufwärtsbewegung sollte mindestens 30 Sekunden dauern – je langsamer, desto cremiger wird das Ergebnis.
Fazit: Mayonnaise selber machen lohnt sich
Mayonnaise selber machen ist einfacher, schneller und nachhaltiger als die meisten Menschen vermuten. Mit dem Stabmixer dauert die Zubereitung weniger als 2 Minuten, die Zutatenliste umfasst nur 5 natürliche Bestandteile und der Verpackungsmüll reduziert sich auf null.
Die vegane Variante mit Aquafaba bietet eine vollwertige Alternative für alle, die auf tierische Produkte verzichten möchten oder aus gesundheitlichen Gründen kein rohes Ei verwenden können. Beide Varianten – klassisch und vegan – lassen sich mit Kräutern, Knoblauch oder Chili individuell abwandeln.
Der wichtigste Schritt für eine nachhaltige Mayo: Regionales Bio-Rapsöl verwenden, auf Einwegverpackungen verzichten und nur die Menge herstellen, die innerhalb weniger Tage verbraucht wird. Wer einmal selbstgemachte Mayonnaise probiert hat, greift erfahrungsgemäß nicht mehr zur Supermarkt-Tube zurück.
Häufig gestellte Fragen
Quellenverzeichnis
Offizielle Quellen und Institutionen
Umweltbundesamt – Verpackungsabfälle in Deutschland (2023)
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Fettsäuren und Gesundheit (2024)
Statista – Mayonnaise-Konsum in Deutschland (2023)
Wissenschaftliche Studien und Forschung
Universität Hohenheim – Studie zu Ei-Qualität und Haltungsform (2021)
ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg – Ökobilanz Lebensmittel (2022)
Rezept-Quellen und Vergleich
emmikochteinfach.de – Mayonnaise selber machen
Chefkoch.de – Schnelle Mayonnaise Rezept
https://www.chefkoch.de/rezepte/2331791371289980/Schnelle-Mayonnaise.html
die-frau-am-grill.de – Mayonnaise selber machen in 50 Sekunden
https://die-frau-am-grill.de/mayonnaise-selber-machen-in-50-sekunden/






