Beim Einkochen im Schnellkochtopf werden Lebensmittel unter Druck bei etwa 116 bis 119 Grad Celsius haltbar gemacht. Für säurereiche Lebensmittel wie Obst, Apfelmus und angesäuerte Tomaten ist das eine schnelle und schonende Methode. Für säurearme Lebensmittel wie Fleisch, grüne Bohnen oder Erbsen reicht es nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) dagegen nicht: Es empfiehlt dafür 121 Grad Celsius unter Druck, und diese Temperatur erreichen Haushalts-Schnellkochtöpfe in der Regel nicht.
Ein typisches Szenario im Spätsommer: Der Garten liefert mehr Bohnen, Tomaten und Zucchini, als frisch verzehrt werden kann, und das Gefrierfach ist bereits voll. Statt Lebensmittel wegzuwerfen, landet die Ernte im Glas. Der Schnellkochtopf spart dabei Zeit und Energie, ersetzt bei Bohnen und Zucchini aber nicht das zweimalige Einkochen, das BfR, Verbraucherzentrale und BZfE für säurearmes Gemüse empfehlen.
Dieser Ratgeber erklärt die physikalischen Grundlagen, liefert eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Angaben zu Wassermenge und Druckstufe, enthält eine Tabelle mit Einkochzeiten für säurereiche Lebensmittel und zeigt, wie Fleisch, Gemüse und Fertiggerichte wie Chili con Carne sicherer haltbar werden.
Zusammenfassung: Einkochen im Schnellkochtopf
- Temperatur entscheidet: Der Schnellkochtopf erreicht meist 116 bis 119 Grad Celsius, das BfR empfiehlt für säurearme Lebensmittel aber 121 Grad Celsius unter Druck. Haushalts-Schnellkochtöpfe schaffen das in der Regel nicht.
- Säurearme Lebensmittel zweimal einkochen: Fleisch, Bohnen und Erbsen werden insgesamt zweimal auf 100 Grad Celsius erhitzt, im Abstand von 1 bis 2 Tagen, und vor dem Verzehr gründlich durchgekocht.
- Schnell und schonend bei Säurereichem: Obst, Apfelmus und angesäuerte Tomaten mit einem pH-Wert unter 4,6 sind im Schnellkochtopf unproblematisch und in wenigen Minuten fertig.
- Wassermenge beachten: Meist reichen 250 bis 500 ml, die Gläser stehen auf einem Gitter über dem Wasser.
- Gläser prüfen: Weckgläser mit Gummiring sowie intakte Schraubgläser und Twist-Off-Gläser sind geeignet, beschädigte Gläser nicht.
Was bedeutet Einkochen im Schnellkochtopf?
Einkochen im Schnellkochtopf ist eine Konservierungsmethode, bei der gefüllte Gläser im geschlossenen Dampfkochtopf unter Überdruck erhitzt werden. Durch den Druck steigt die Temperatur über den Siedepunkt von Wasser hinaus. Bei säurereichen Lebensmitteln ist das Ergebnis eine Konserve, die bei sachgerechter Lagerung ein Jahr und länger hält.
Die Methode verbindet bei Obst, Apfelmus und angesäuerten Tomaten zwei Vorteile: zuverlässige Haltbarkeit und eine deutlich kürzere Behandlungszeit. Für säurearme Lebensmittel gilt das nicht, dort ist die Temperatur im Haushaltstopf laut BfR in der Regel zu niedrig.
Funktionsweise: Haltbar machen unter Druck
Ein Schnellkochtopf verschließt den Innenraum dampfdicht. Beim Erhitzen kann der Wasserdampf nicht entweichen, der Druck steigt auf etwa 0,5 bis 1 bar Überdruck, je nach gewählter Stufe. Unter diesem Druck siedet Wasser erst bei höheren Temperaturen. Auf der höchsten Stufe handelsüblicher Dampfkochtöpfe werden laut Steiermarkgarten Temperaturen von rund 116 bis 120 Grad Celsius erreicht.
Die Hitze überträgt sich über den Dampf auf die Gläser und deren Inhalt. Mikroorganismen wie Schimmelpilze, Hefen und die meisten Bakterien sterben bereits unter 100 Grad Celsius ab. Die hitzestabilen Sporen bestimmter Bakterien, allen voran Clostridium botulinum, überstehen diese Temperatur jedoch. Laut BfR werden sie erst über 100 Grad Celsius inaktiviert, für säurearme Lebensmittel empfiehlt das BfR 121 Grad Celsius unter Druck.
Nach dem Erhitzen kühlt der Topf ab, der Druck sinkt, und im Glas bildet sich ein Vakuum. Dieses Vakuum hält den Deckel fest verschlossen und verhindert, dass neue Keime eindringen. Die Konserve ist damit ohne Kühlung haltbar.
Vorteile gegenüber klassischem Einkochen im Topf oder Backofen
Beim Einkochen im Backofen oder im Wasserbad wird es im Glas nicht heißer als 100 Grad Celsius. Der Schnellkochtopf liegt darüber, erreicht aber laut BfR in der Regel nicht die 121 Grad Celsius, die für sichere Konserven aus säurearmen Lebensmitteln nötig wären. Fleisch und Bohnen werden deshalb zweimal auf 100 Grad Celsius eingekocht, im Abstand von 1 bis 2 Tagen.
Der wichtigste Vorteil ist die Zeit. Säurereiches wie Apfelmus oder Beerenobst braucht im Schnellkochtopf auf Stufe 1 nur 5 bis 15 Minuten ab Erreichen des Drucks. Bei großen Mengen spart das Zeit und Energie, weil der Herd deutlich kürzer läuft.
Hinzu kommt die Schonung der Lebensmittel. Kürzere Hitzeeinwirkung bedeutet, dass mehr hitzeempfindliche Vitamine erhalten bleiben und die Konsistenz von Gemüse bissfester ausfällt als nach zwei Stunden im Wasserbad. Für Haushalte, die regelmäßig größere Mengen einkochen, lohnt sich die Methode daher doppelt.
Wie vermeidet man Botulismus beim Einkochen im Schnellkochtopf?
Botulismus ist eine seltene, aber lebensgefährliche Vergiftung, die durch das Toxin des Bakteriums Clostridium botulinum ausgelöst wird. Nach Angaben von Sandra Tieben unter Bezugnahme auf das Bundesinstitut für Risikobewertung werden in Deutschland pro Jahr etwa zehn Botulismus-Fälle gemeldet, die meisten davon gehen auf fehlerhaft selbst eingekochte Lebensmittel zurück, insbesondere Fleisch und Bohnen.
Das Risiko ist beherrschbar, wenn die Temperaturgrenzen bekannt sind und konsequent eingehalten werden. Entscheidend ist dabei, was der Schnellkochtopf leisten kann und was nicht.
Warum 100 Grad Celsius nicht ausreichen: Clostridium botulinum und warum der Schnellkochtopf nicht reicht
Das Bakterium Clostridium botulinum bildet Sporen, die extreme Bedingungen überstehen. Diese Sporen kommen praktisch überall vor, im Boden, auf Gemüse, auf Fleisch. Sie sind harmlos, solange Sauerstoff vorhanden ist. Im luftdicht verschlossenen Glas finden sie jedoch ideale Bedingungen: keine Säure, kein Sauerstoff, Feuchtigkeit und Nährstoffe.
Aus den Sporen wachsen dann Bakterien, die das Botulinumtoxin produzieren. Bereits winzige Mengen dieses Nervengifts können lähmungen bis hin zum Atemstillstand verursachen. Das Toxin ist geschmacksneutral und geruchlos, eine verseuchte Konserve sieht häufig völlig normal aus.
Definition: Clostridium botulinum
Ein anaerobes, sporenbildendes Bakterium, dessen Gift (Botulinumtoxin) zu den stärksten bekannten Naturgiften zählt. Die Sporen überstehen normales Kochen und werden laut BfR erst über 100 Grad Celsius inaktiviert. Das Toxin selbst wird dagegen durch gründliches Kochen zerstört.
Das BfR empfiehlt in seinen Fragen und Antworten zum Botulismus (Stand 2025), säurearme Lebensmittel möglichst unter Druck auf 121 Grad Celsius zu erhitzen. Haushalts-Schnellkochtöpfe erreichen laut BfR in der Regel keine Temperaturen, die hoch genug für sichere Konserven sind. Auch die US-Behörden (NCHFP, USDA) empfehlen für säurearme Lebensmittel nur geprüfte Druckeinkocher (pressure canner) und raten von kleinen Schnellkochtöpfen zum Einkochen ab.
Säurearme Lebensmittel sollten möglichst unter Druck auf 121 Grad Celsius erhitzt werden. Haushalts-Schnellkochtöpfe erreichen solche Temperaturen in der Regel nicht.
Sinngemäß nach BfR, 2025
Zum Vergleich: In der industriellen Lebensmittelherstellung wird laut Steiermarkgarten bei 121 Grad Celsius für drei Minuten unter Druck sterilisiert. Diese Temperatur liegt über dem, was der heimische Schnellkochtopf auf der höchsten Stufe erreicht.
Fleisch, Geflügel, Fisch, grüne Bohnen, Erbsen, Mais, Pilze und Hülsenfrüchte sollten laut BfR möglichst unter Druck auf 121 Grad Celsius erhitzt werden. Haushalts-Schnellkochtöpfe schaffen das in der Regel nicht, im Wasserbad oder Backofen wird es im Glas nicht heißer als 100 Grad Celsius. Ist 121 Grad Celsius nicht möglich, werden diese Lebensmittel insgesamt zweimal auf 100 Grad Celsius erhitzt, im Abstand von 1 bis 2 Tagen, und vor dem Verzehr gründlich durchgekocht.
Säurearme vs. säurereiche Lebensmittel: Das entscheidende Risiko
Ob ein Lebensmittel gefährlich werden kann, hängt vor allem vom pH-Wert ab. Clostridium botulinum vermehrt sich nur in Umgebungen mit einem pH-Wert über 4,6. Liegt der Wert darunter, hemmt die Säure das Wachstum so stark, dass auch Sporen nicht aktiv werden.
Daraus ergeben sich zwei Kategorien mit unterschiedlichen Anforderungen:
| Kategorie | pH-Wert | Beispiele | Mindestanforderung |
|---|---|---|---|
| Säurereich | unter 4,6 | Apfelmus, Beerenobst, saure Kirschen, Rhabarber, angesäuerte Tomaten | 100 Grad Celsius ausreichend |
| Säurearm | über 4,6 | Fleisch, Fisch, grüne Bohnen, Erbsen, Mais, Pilze, Karotten, Kartoffeln | 121 °C unter Druck oder zweimal auf 100 °C (BfR) |
Bei Mischgerichten zählt immer die empfindlichste Zutat. Ein Eintopf aus Rindfleisch, Bohnen und Tomaten wird wie Fleisch behandelt, auch wenn die Tomaten Säure enthalten. Er wird also zweimal eingekocht und vor dem Verzehr gründlich durchgekocht.
Säurereiche Lebensmittel sind dagegen unproblematisch. Hier reicht auch die schonende Stufe 1, und die Zeiten fallen kurz aus. Deshalb ist Apfelmus der klassische Einstieg für alle, die das Einkochen im Dampfkochtopf zum ersten Mal ausprobieren.
Welche Gläser eignen sich für den Schnellkochtopf?
Grundsätzlich eignen sich alle handelsüblichen Einmachgläser, sofern sie intakt und für den Einkochprozess zugelassen sind. Entscheidend sind drei Kriterien: Das Glas muss druckfest und frei von Beschädigungen sein, der Verschluss muss während des Kochens Druckausgleich zulassen und nach dem Abkühlen luftdicht schließen.
Vor jedem Einkochvorgang sollten Gläser auf Risse, Kratzer und abgeplatzte Ränder kontrolliert werden. Selbst kleine Beschädigungen am Glasrand verhindern ein sauberes Vakuum und können unter Druck zum Platzen führen.
Weckgläser im Schnellkochtopf: Der Klassiker mit Gummiring
Das Einkochen im Schnellkochtopf mit Weckgläsern gilt als bewährteste Methode. Das System besteht aus Glas, Gummiring, Glasdeckel und zwei Klammern. Der Gummiring dichtet während des Kochens ab, lässt aber überschüssige Luft und Dampf entweichen. Beim Abkühlen entsteht das Vakuum, das den Deckel ansaugt.
Die Klammern haben nur eine Aufgabe: Sie halten Deckel und Glas während des Erhitzens zusammen. Nach dem vollständigen Abkühlen werden sie entfernt. Hält der Deckel danach ohne Klammern, ist die Konserve dicht. Lässt er sich anheben, war das Einkochen nicht erfolgreich und der Inhalt sollte sofort verzehrt oder erneut aufgekocht werden.
Gummiringe sind Verschleißteile. Poröse, verhärtete oder klebrige Ringe gehören ausgetauscht, sie kosten wenig und entscheiden über die Dichtigkeit. Weckgläser gibt es in Größen von 160 ml bis über 1,5 Liter, für den Schnellkochtopf haben sich Gläser bis 1 Liter bewährt, weil sie in den meisten Töpfen gut stehen.
Einkochen im Schnellkochtopf mit Schraubgläsern und Twist-Off-Gläsern
Auch das Einkochen im Schnellkochtopf mit Schraubgläsern und Twist-Off-Gläsern funktioniert zuverlässig, wenn einige Regeln beachtet werden. Der Deckel wird vor dem Einkochen bis zum ersten Widerstand und dann noch ein kleines Stück weiter zugedreht, aber nicht überdreht. So kann während des Erhitzens Luft entweichen. Nach dem Abkühlen wird der Deckel nicht nachgezogen, sondern nur das Vakuum geprüft: Die Deckelmitte muss nach innen gewölbt sein.
Twist-Off-Deckel sind oft nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen. Deckel mit verbeultem Rand, Roststellen oder beschädigter Dichtmasse sollten nicht wiederverwendet werden. Neue Deckel kosten wenig und erhöhen die Sicherheit deutlich.
Weckgläser
- Gummiring und Klammern ermöglichen sicheren Druckausgleich während des Kochens
- Dichtheit lässt sich nach dem Abkühlen eindeutig prüfen, Deckel ohne Klammern testen
- Glasdeckel unbegrenzt wiederverwendbar, nur Gummiringe sind Verschleißteile
- Viele Größen und Formen, stapelbar und langlebig
Twist-Off- und Schraubgläser
- Deckel häufig nur einmal verwendbar, Dichtmasse nutzt sich ab
- Deckel darf vor dem Einkochen nicht überdreht werden, Fehlerquelle für Anfänger
- Recycelte Gläser aus dem Handel variieren in Glasstärke und Passform
- Dafür günstig und in jedem Haushalt vorhanden
Beide Systeme liefern sichere Konserven, solange die Gläser unbeschädigt und die Deckel in Ordnung sind. Wer regelmäßig große Mengen einkocht, fährt mit dem Weck-System langfristig günstiger und prüfbarer.
Einkochen im Schnellkochtopf: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die folgende Anleitung gilt herstellerunabhängig für alle gängigen Dampfkochtöpfe mit zwei Druckstufen. Die Bedienungsanleitung des eigenen Geräts bleibt trotzdem maßgeblich, besonders bei Wassermenge und Stufenbezeichnung.
Gläser reinigen
Gläser, Deckel und Gummiringe heiß ausspülen oder in der Spülmaschine reinigen und vollständig trocknen lassen.
Füllen
Lebensmittel einfüllen, mit Flüssigkeit bedecken und etwa 2 cm Rand frei lassen.
Verschließen und einsetzen
Gläser verschließen, auf den Gittereinsatz in den Topf stellen, Wasser nach Herstellerangabe einfüllen.
Einkochen
Stufe wählen, aufheizen, ab Erreichen des Drucks die Zeit messen und die Temperatur konstant halten.
Abkühlen und prüfen
Topf selbst abkühlen lassen, Gläser herausnehmen, nach dem Erkalten Vakuum kontrollieren.
Vorbereitung: Gläser reinigen und richtig füllen
Sauberkeit ist die halbe Haltbarkeit. Gläser, Deckel, Gummiringe und alle Werkzeuge werden heiß gereinigt. Vollständiges Abtrocknen verhindert, dass Keime mit Restwasser ins Glas gelangen.
Beim Füllen ist der Rand entscheidend: Etwa zwei Zentimeter bleiben frei, weil sich der Inhalt beim Erhitzen ausdehnt. Zu voll gefüllte Gläser drücken Flüssigkeit am Verschluss vorbei, was die Dichtung verklebt und das Vakuum gefährdet. Fleisch und Gemüse werden immer vollständig mit Flüssigkeit bedeckt, zum Beispiel mit Salzlake, Brühe oder Eigen Saft. Freiliegende Stellen sind Angriffsfläche für Schimmel.
Luftblasen im Glas lassen sich mit einem sauberen Löffelstiel oder Spatel an den Rand drücken. Weniger Luft im Glas bedeutet ein besseres Vakuum und längere Haltbarkeit.
Einkochen im Schnellkochtopf: Wieviel Wasser gehört hinein?
Beim Einkochen im Schnellkochtopf ist die Wassermenge deutlich geringer als im klassischen Einkochtopf, weil der Dampf die Hitze überträgt und nicht ein Wasserbad. Üblich sind je nach Modell etwa 250 bis 500 ml, die genaue Mindestmenge steht in der Herstellerangabe. Zu wenig Wasser führt dazu, dass der Topf trocken läuft, zu viel Wasser verlängert die Aufheizphase unnötig.
Die Gläser stehen dabei auf dem mitgelieferten Gittereinsatz oder einem perforierten Einsatz und berühren den Topfboden nicht. Der Wasserstand liegt unter dem Gitter, die Gläser stehen also nicht im Wasser. Sie dürfen einander berühren, sollten aber die Topfwand nicht stark einengen, damit der Dampf zirkulieren kann.
Welche Stufe? Druckstufen richtig wählen
Die meisten Schnellkochtöpfe haben zwei Druckstufen. Die Zuordnung der Stufe richtet sich nach dem Säuregehalt des Inhalts:
| Stufe | Typische Temperatur | Geeignet für |
|---|---|---|
| Stufe 1 (schonend) | etwa 108 bis 112 Grad Celsius | Obst, Apfelmus, säurereiche Lebensmittel |
| Stufe 2 (höchste) | etwa 116 bis 119 Grad Celsius | grenzwertige Lebensmittel wie pürierte Tomaten, für Fleisch, Fisch und Gemüse laut BfR in der Regel nicht ausreichend |
Auch die höchste Stufe liegt unter den 121 Grad Celsius, die das BfR für säurearme Lebensmittel empfiehlt. Fleisch, Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchte und Fertiggerichte daraus werden deshalb nicht allein im Schnellkochtopf haltbar gemacht, sondern zweimal eingekocht. Die Angaben zur Temperatur der eigenen Topfstufen finden sich in der Bedienungsanleitung, ältere Töpfe mit nur einer Stufe arbeiten meist im Bereich der Stufe 2.
Während der gesamten Einkochzeit muss der Druck gehalten werden. Sinkt die Herdtemperatur zu stark ab, fällt der Druck und die Zeitmessung beginnt von vorn. Ein gleichmäßiges, leises Arbeiten des Ventils ist das Zeichen für konstanten Druck.
Abkühlen lassen und Dichtigkeit kontrollieren
Nach Ablauf der Einkochzeit wird der Topf vom Herd genommen und kühlt von selbst ab. Schnelles Abkühlen unter fließendem Wasser oder durch Öffnen des Ventils ist beim Einkochen tabu: Der abrupte Druckabfall kann Gläser platzen lassen oder heiße Flüssigkeit aus den Gläsern reißen.
Erst wenn der Druck vollständig abgebaut ist, wird der Deckel geöffnet. Die Gläser kommen mit einer Glaszange oder Topflappen auf ein gefaltetes Geschirrtuch, nicht auf kalte Steinflächen, damit das heiße Glas nicht springt. Dort kühlen sie über Nacht aus.
Am nächsten Tag folgt die Kontrolle: Bei Weckgläsern werden die Klammern entfernt und der Deckel probehalber angehoben. Sitzt er fest, ist das Vakuum intakt. Bei Twist-Off-Gläsern zeigt der eingezogene Deckel die Dichtheit an. Gläser ohne Vakuum wandern in den Kühlschrank und werden innerhalb weniger Tage verzehrt.
Einkochen im Schnellkochtopf: Zeiten im Überblick (Tabelle)
Die Einkochzeiten im Schnellkochtopf richten sich nach Lebensmittel, Glasgröße und Druckstufe. Die folgenden Richtwerte gelten für Gläser bis 1 Liter und nur für säurereiche Lebensmittel, die Zeitmessung beginnt ab Erreichen des vollen Drucks. Kleinere Gläser liegen am unteren, große Gläser mit dichtem Inhalt am oberen Ende der Spanne. Für säurearme Lebensmittel nennt die Tabelle bewusst keine Minuten, weil der Haushalts-Schnellkochtopf laut BfR dafür in der Regel nicht heiß genug wird.
| Lebensmittel | Kategorie | Stufe | Zeit (Minuten) |
|---|---|---|---|
| Rindfleisch, Schwein, Geflügel | säurearm | nicht empfohlen | zweimal einkochen (BfR) |
| Hackfleischgerichte, Chili con Carne | säurearm | nicht empfohlen | zweimal einkochen (BfR) |
| Grüne Bohnen | säurearm | nicht empfohlen | zweimal einkochen (BfR) |
| Erbsen, Mais, Karotten | säurearm | nicht empfohlen | zweimal einkochen (BfR) |
| Pilze | säurearm | nicht empfohlen | zweimal einkochen (BfR) |
| Suppen und Eintöpfe mit Fleisch | säurearm | nicht empfohlen | zweimal einkochen (BfR) |
| Tomaten (püriert) | säurereich bis grenzwertig | 2 | 25 bis 40 |
| Apfelmus, Beerenobst | säurereich | 1 | 5 bis 15 |
Einkoch-Rechner: Zeit, Temperatur und Timer
Lebensmittel und Methode wählen, Werte ablesen und den Timer starten, sobald es losgeht.
0:00
Werte aus unseren Einkoch-Ratgebern. Die Bedienungsanleitung deines Geräts bleibt maßgeblich. Der Timer nutzt bei Zeitspannen den oberen Wert.
Fleisch im Schnellkochtopf einkochen: Warum das BfR abrät
Fleisch ist säurearm und zählt zu den typischen Auslösern von Botulismus. Das BfR empfiehlt, solche Lebensmittel möglichst unter Druck auf 121 Grad Celsius zu erhitzen, und hält Haushalts-Schnellkochtöpfe dafür in der Regel nicht für heiß genug. Auch Stufe 2 macht Rind, Schwein oder Geflügel daher nicht zuverlässig sicher.
Die Alternative ist zweimaliges Einkochen: Das Fleisch wird gewürfelt oder in Stücken eingefüllt, vollständig mit Brühe oder Salzwasser bedeckt und auf 100 Grad Celsius eingekocht. Danach lagern die Gläser kühl, nach 1 bis 2 Tagen folgt der zweite Durchgang. Die Zeiten pro Durchgang stehen in der Einkochtabelle des Einkochtopf-Herstellers oder bei der Verbraucherzentrale. Vorgebräuntes oder angebratenes Fleisch verkürzt diese Zeiten nicht. Fett spielt eine ambivalente Rolle: Eine dünne Fettschicht auf der Lake schützt zusätzlich, zu viel Fett erschwert aber die Wärmedurchdringung.
Vor dem Verzehr wird der Inhalt gründlich durchgekocht. Das zerstört laut BfR das Toxin, nicht aber die Sporen, deshalb ersetzt es das zweimalige Einkochen nicht.
Gemüse und Hülsenfrüchte: Warum zweimal einkochen sicherer ist
Gemüse gehört fast ausnahmslos zu den säurearmen Lebensmitteln. Grüne Bohnen, Erbsen, Mais, Karotten und Pilze werden deshalb nach Empfehlung von Verbraucherzentrale Niedersachsen und BZfE grundsätzlich zweimal eingekocht: jeweils auf 100 Grad Celsius, im Abstand von 1 bis 2 Tagen, dazwischen kühl gelagert. Die Zeiten pro Durchgang nennt die Einkochtabelle des Einkochtopf-Herstellers oder der Verbraucherzentrale. Vor dem Verzehr wird das Gemüse gründlich durchgekocht.
Vor dem Einfüllen wird das Gemüse gewaschen, geputzt und je nach Art kurz blanchiert. Blanchieren stoppt Enzyme, die sonst Farbe und Aroma verändern, und reduziert die Keimlast vorab. Als Lake bewährt sich Wasser mit einem halben Teelöffel Salz pro Liter.
Hülsenfrüchte wie getrocknete Bohnen oder Linsen werden vor dem Einkochen eingeweicht und vorgekocht. Trocken eingekocht quellen sie im Glas und können die Lake vollständig aufsaugen, was die Haltbarkeit gefährdet.
Obst und Apfelmus: Warum hier oft Stufe 1 reicht
Obst bringt von Natur aus genug Säure mit, um Botulismus zu verhindern. Der pH-Wert von Äpfeln, Beeren, Kirschen und Rhabarber liegt deutlich unter 4,6. Deshalb genügen hier die schonende Stufe 1 und kurze Zeiten von 5 bis 15 Minuten. Apfelmus ist mit 5 bis 10 Minuten das schnellste Einkochgut überhaupt.
Die kurze Behandlung hat einen angenehmen Nebeneffekt: Farbe, Aroma und Vitamine bleiben besser erhalten als beim langen Kochen im Wasserbad. Wer größere Mengen verarbeitet, findet weitere Anregungen im Ratgeber zum Tomaten einkochen, Tomaten liegen mit ihrem pH-Wert an der Grenze und werden deshalb immer angesäuert (1 EL Zitronensaft aus der Flasche oder 2 EL Essig pro 500 ml) und auf Stufe 2 eingekocht.
Fertiggerichte einkochen: Chili con Carne, Suppen und Eintöpfe
Komplette Gerichte einzukochen schafft Vorräte für stressige Wochen. Suppen, Eintöpfe und Schmorgerichte lassen sich portionsweise in Gläser füllen. Das Prinzip bleibt gleich: Die Zutat mit dem höchsten Risiko bestimmt das Verfahren. Enthält ein Gericht Fleisch, Bohnen oder anderes säurearmes Gemüse, reicht der Schnellkochtopf laut BfR in der Regel nicht, das Gericht wird zweimal eingekocht.
Damit das gelingt, sollte das Gericht vor dem Einfüllen vollständig gar sein. Das Einkochen dient der Haltbarmachung, nicht dem Kochen. Sehr dickflüssige Gerichte werden mit Brühe verlängert, damit die Wärme das Glas gleichmäßig durchdringt. Bindemittel wie Mehl oder Stärke gehören nicht ins Einkochglas, sie werden erst beim Aufwärmen zugegeben.
Chili con Carne einkochen: Warum zweimal einkochen nötig ist
Chili con Carne ist ein beliebtes Beispiel, weil es mehrere Risikozutaten kombiniert: Hackfleisch, Kidneybohnen und Mais sind säurearm, die Tomaten bringen zwar Säure mit, gleichen das aber nicht aus. Die Konserve wird deshalb wie reines Fleisch behandelt. Eine Minutenangabe für den Schnellkochtopf gibt es dafür nicht, weil er laut BfR in der Regel nicht die empfohlenen 121 Grad Celsius erreicht.
Das Hackfleisch wird vorher krümelig angebraten, die Bohnen sind bereits vorgekocht oder stammen aus der Dose. Abgefüllt wird kochend heiß in vorgewärmte Gläser, mit etwa zwei Zentimetern Rand. Dann wird das Chili auf 100 Grad Celsius eingekocht, kühl gelagert und nach 1 bis 2 Tagen ein zweites Mal eingekocht. Die Zeiten pro Durchgang stehen in der Einkochtabelle des Einkochtopf-Herstellers oder bei der Verbraucherzentrale. Vor dem Verzehr wird das Chili gründlich durchgekocht.
Fertiggerichte einzukochen lohnt sich besonders bei großen Topfmengen. Statt eine halbe Suppe nach drei Tagen wegzuwerfen, wandern die Reste direkt nach dem Kochen in Gläser. Das spart Lebensmittel, Geld und später Zeit in der Küche. Mehr Ideen für eine ressourcenschonende Küche bietet der Hub für [nachhaltige Ernährung](/ernaehrung/).
Welche Fehler passieren häufig beim Einkochen im Schnellkochtopf?
Die häufigsten Fehler sind zu großes Vertrauen in den Schnellkochtopf bei säurearmen Lebensmitteln, zu schnelles Abkühlen, zu volle Gläser, beschädigte Dichtungen und zu wenig Wasser im Topf.
Die meisten misslungenen Konserven gehen auf eine Handvoll vermeidbarer Fehler zurück. Wer diese kennt, arbeitet von Anfang an sicher.
Fehler 1: Säurearme Lebensmittel nur einmal im Schnellkochtopf einkochen. Auch auf der höchsten Stufe erreicht ein Haushalts-Schnellkochtopf laut BfR in der Regel nicht die empfohlenen 121 Grad Celsius. Die Konserve sieht normal aus, kann aber Botulinumtoxin enthalten. Fleisch, Bohnen und anderes säurearmes Gemüse werden deshalb zweimal auf 100 Grad Celsius eingekocht und vor dem Verzehr gründlich durchgekocht.
Fehler 2: Schnellabkühlung. Den Topf unter kaltes Wasser zu stellen oder das Ventil zu öffnen, spart wenige Minuten und riskiert geplatzte Gläser sowie ausgelaufene Inhalte. Der Topf kühlt immer von selbst ab.
Fehler 3: Zu volle Gläser. Fehlender Rand führt zu auslaufender Flüssigkeit, verklebten Dichtungen und fehlendem Vakuum. Zwei Zentimeter Freiraum sind die Regel.
Fehler 4: Beschädigte Gläser oder alte Dichtungen. Ein kleiner Schaden am Glasrand oder ein poröser Gummiring verhindert die Dichtheit. Verschleißteile werden regelmäßig erneuert.
Fehler 5: Zu wenig Wasser im Topf. Läuft der Topf trocken, bricht der Prozess ab oder der Topfboden beschädigt sich. Die Herstellerangabe zur Mindestfüllmenge ist bindend.
Konserven mit gewölbtem Deckel, Gasentwicklung beim Öffnen, trüber Lake oder ungewöhnlichem Geruch gehören ungeöffnet und unverkostet in den Müll. Botulinumtoxin ist geruchlos und geschmacklos, im Zweifel zählt nur die Regel: Bei Auffälligkeiten niemals probieren.
Fazit: Sicher einkochen im Schnellkochtopf
Einkochen im Schnellkochtopf ist für säurereiche Lebensmittel wie Obst, Apfelmus und angesäuerte Tomaten eine schnelle und schonende Methode: Die Einkochzeit sinkt gegenüber dem Wasserbad deutlich, Vitamine und Energie werden geschont. Für säurearme Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Gemüse reicht er dagegen nicht. Das BfR empfiehlt dafür 121 Grad Celsius unter Druck, die Haushalts-Schnellkochtöpfe in der Regel nicht erreichen, und als Alternative zweimaliges Einkochen auf 100 Grad Celsius im Abstand von 1 bis 2 Tagen.
Wer die Grundregeln einhält, die Gläser prüft, das Verfahren dem Säuregehalt anpasst und säurearme Konserven vor dem Verzehr gründlich durchkocht, füllt den Vorratsschrank mit sicheren Konserven vom eigenen Herd. Das schmeckt besser als jede Dose, reduziert Lebensmittelverschwendung und macht unabhängiger vom Gefrierfach.
✅ Checkliste: Einkochen im Schnellkochtopf