Was darf nicht auf den Kompost? Die komplette Liste
Was darf nicht auf den Kompost? Auf den Komposthaufen gehören keine gekochten Speisereste, kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Hunde- oder Katzenkot, keine kranken Pflanzenteile und keine mit Pestiziden belasteten Materialien. Diese Stoffe locken Schaedlinge an, uebertragen Krankheitserreger oder reichern Schadstoffe in der Erde an.
Ein gut gefuehrter Komposthaufen verwandelt etwa 30 Prozent der Haushaltsabfaelle in wertvollen Humus, das sogenannte schwarze Gold des Gartens. Doch falsche Materialien können den gesamten Prozess kippen, Ratten anlocken oder die Bodenqualitaet langfristig schaedigen. Die folgende komplette Liste zeigt, was nicht auf den Kompost darf, warum nicht und welche Alternativen es gibt.
Die Bioabfallverordnung und Empfehlungen der Bundesguetegemeinschaft Kompost regeln klar, welche Materialien geeignet sind. Wer sich daran orientiert, erhält nach 6 bis 12 Monaten nahrhaften Humus statt einer Problemzone im Garten.
Zusammenfassung: Was darf nicht auf den Kompost
- Gekochte Speisereste, Fleisch und Fisch -- locken Ratten an und uebertragen Krankheitserreger
- Hunde-, Katzen- und Vogelkot -- enthalten Parasiten und Toxoplasmose-Erreger
- Kranke Pflanzenteile -- besonders mit Kraut- und Braunfaeule, Mehltau oder Kohlhernie
- Bedruckte Papiere, Hochglanzpapier und Kassenzettel -- enthalten Schwermetalle und Bisphenol A
- Asche aus Kohle, behandeltes Holz und Wurzelunkraeuter -- belasten Kompost mit Schadstoffen oder vermehren sich weiter
Was darf nicht auf den Kompost? Die komplette Liste auf einen Blick
Die folgende Übersicht fasst alle Materialien zusammen, die nicht auf den Kompost gehören. Sie ist nach Kategorien sortiert und benennt jeweils den Grund sowie die richtige Entsorgung.
| Material | Warum nicht? | Richtige Entsorgung |
|---|---|---|
| Gekochte Speisereste | Locken Ratten an | Biotonne |
| Fleisch, Wurst, Knochen | Geruch, Schaedlinge, Krankheitserreger | Biotonne oder Restmuell |
| Fisch und Meeresfruechte | Faulgeruch, Schaedlinge | Biotonne |
| Milchprodukte (Kaese, Joghurt) | Schimmel, Geruch, Ratten | Biotonne |
| Hunde- und Katzenkot | Parasiten, Toxoplasmose | Restmuell |
| Vogelsand mit Kot | Krankheitserreger | Restmuell |
| Windeln und Hygieneartikel | Kunststoffe, Bakterien | Restmuell |
| Kranke Pflanzenteile | Verbreitung von Pilzsporen | Restmuell oder verbrennen |
| Wurzelunkraeuter | Vermehrung im Kompost | Biotonne oder vertrocknen lassen |
| Samenstaende von Unkraeutern | Aussaat im ganzen Garten | Restmuell |
| Bedrucktes Papier | Druckfarben, Schwermetalle | Altpapier |
| Hochglanzpapier, Kassenzettel | Bisphenol A, Beschichtungen | Restmuell |
| Staubsaugerbeutel | Synthetikfasern, Mikroplastik | Restmuell |
| Zigarettenkippen | Nikotin, Schwermetalle | Restmuell |
| Asche aus Kohle/Briketts | Schwermetalle | Restmuell |
| Behandeltes Holz, Spanplatten | Klebstoffe, Holzschutzmittel | Sondermuell |
| Glas, Metall, Plastik | Nicht abbaubar | Wertstoffsammlung |
| Backsteine, Keramik, Steine | Nicht zersetzbar | Bauschutt |
| Oele und Fette | Verkleben Kompost | Restmuell |
| Olivenkerne und harte Schalen | Sehr langsame Zersetzung | Biotonne |
| Sehr saure Lebensmittel (Essig) | Stoeren pH-Wert | Biotonne |
| Zitrusschalen konventionell | Pestizide, Fungizide | Biotonne |
| Bananenschalen konventionell | Pestizidrueckstaende | Biotonne |
| Pferdemist mit Aminopyralid | Pestizidbelastung jahrelang aktiv | Klaerung mit Lieferant |
| Lebende Schaedlinge | Verbreitung im Garten | Restmuell |
Gekochte Speisereste, Fleisch und Milchprodukte
Gekochte Speisereste sind der häufigste Fehler im Hauskompost. Sie locken Ratten, Maeuse, Marder und Fuechse an und produzieren bei der Zersetzung unangenehme Faulgeruch. Anders als rohe Pflanzenabfaelle enthalten gekochte Reste oft Salz, Fett und tierische Bestandteile, die das mikrobielle Gleichgewicht stoeren.
Fleisch, Wurst, Fisch und Knochen sind besonders problematisch. Bei der Zersetzung können Krankheitserreger wie Salmonellen oder EHEC ueberleben, da die Temperaturen im Hauskompost selten dauerhaft über 60 Grad Celsius liegen. Industrielle Kompostieranlagen erreichen dagegen 70 Grad und mehr, weshalb diese Abfaelle in die Biotonne gehören.
Ein einziger Komposthaufen mit Fleisch- oder Brotresten kann eine ganze Rattenpopulation im Garten anlocken. Ratten uebertragen Krankheiten wie Leptospirose und vermehren sich rasant. Vermeide tierische Lebensmittel daher konsequent.
Milchprodukte und Backwaren
Kaese, Joghurt, Quark und andere Milchprodukte schimmeln im Kompost, ziehen Maden an und entwickeln penetrante Gerueche. Auch verschimmeltes Brot ist tabu, da Schimmelsporen Atemwegserkrankungen verursachen können, wenn der Kompost später umgesetzt wird.
Backwaren wie Kuchen, Pizza und Brot sind zusätzlich problematisch, weil sie Kohlenhydrate enthalten, die Schaedlinge anziehen. Die einzige Ausnahme bilden kleine Mengen trockenes, ungesalzenes Schwarzbrot, das gut zerkleinert eingearbeitet werden kann.
Tierische Ausscheidungen und Hygieneartikel
Hunde- und Katzenkot enthaelt Parasiten wie Spulwuermer, Bandwuermer und Toxoplasmose-Erreger. Diese Krankheitserreger ueberleben die Temperaturen im Hauskompost und können über Gemueseanbau auf den Menschen uebertragen werden. Besonders Schwangere und immungeschwaechte Personen sind gefaehrdet.
Auch Vogelsand mit Kot, Hamster- oder Kaninchenstreu aus konventioneller Haltung gehören in den Restmuell. Streu von Pflanzenfressern wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferden kann zwar grundsaetzlich kompostiert werden, jedoch nur wenn die Tiere nicht mit Wurmkuren oder Antibiotika behandelt wurden.
Das Pestizid Aminopyralid wird auf vielen Weiden eingesetzt und bleibt im Pferdemist jahrelang aktiv. Tomaten, Bohnen, Erbsen und Kartoffeln entwickeln verkrueppelte Blaetter und Missbildungen. Vor der Verwendung sollte der Mistlieferant nach der Weidebewirtschaftung gefragt werden.
Windeln und Hygieneartikel
Wegwerfwindeln, Tampons, Binden, Papiertaschentuecher mit Schadstoffen und Feuchttuecher gehören niemals auf den Kompost. Sie enthalten Superabsorber, Kunststoffe und teilweise Bleichmittel. Diese Materialien zersetzen sich nicht oder geben Mikroplastik und Chemikalien in den Boden ab.
Kranke Pflanzenteile und Wurzelunkraeuter
Pflanzen mit Pilzbefall sind eine der häufigsten Ursachen für ausgebreitete Krankheiten im Garten. Besonders gefaehrlich sind Braunfaeule bei Tomaten, Kraut- und Knollenfaeule bei Kartoffeln, Mehltau, Kohlhernie und Sternrusstau bei Rosen. Die Sporen ueberdauern Jahre und infizieren bei Wiederverwendung des Komposts neue Pflanzen im Permakultur-Garten oder im normalen Gemuesebeet.

Definition: Kraut- und Braunfaeule
Phytophthora infestans ist ein Pilz, der Tomaten und Kartoffeln befaellt. Die Sporen ueberleben mehrere Jahre im Boden und Kompost und verbreiten sich bei feuchtwarmer Witterung explosionsartig.
Wurzelunkraeuter sind nicht zu unterschaetzen
Quecke, Giersch, Ackerwinde, Schachtelhalm und Loewenzahn vermehren sich über Wurzelstuecke. Schon kleinste Wurzelteile können im Kompost ueberleben und beim Ausbringen den ganzen Garten neu durchwurzeln. Wer diese Pflanzen kompostieren möchte, muss sie vorher mehrere Wochen in der Sonne vertrocknen lassen oder in schwarzen Plastiksaecken kompostieren.
Samenstaende von Unkraeutern wie Vogelmiere, Hirtentaeschel oder Franzosenkraut bleiben oft keimfähig. Bei Hauskomposttemperaturen von 40 bis 50 Grad werden die Samen nicht zuverlässig abgetoetet und keimen später im ganzen Garten.
Braunfaeule
Tomaten- und Kartoffelpflanzen mit braunen Flecken sofort in den Restmuell
Mehltau
Weisser Belag auf Blaettern, besonders bei Kuerbis, Gurken, Rosen
Kohlhernie
Verdickte, missgebildete Wurzeln bei Kohl, Rettich, Radieschen
Wurzelunkraut
Giersch, Quecke und Ackerwinde keimen aus jedem Wurzelstueck
Papier, Asche und behandelte Materialien
Bedrucktes Papier, Zeitschriften, Hochglanzbroschueren und Kassenzettel haben auf dem Kompost nichts verloren. Druckfarben enthalten Schwermetalle, Hochglanzpapier ist mit Kunststoffen beschichtet und Thermopapier auf Kassenbons enthaelt Bisphenol A, einen hormonell wirksamen Schadstoff. Ob Zeitungspapier in die Biotonne gehoert, hängt von der Kommune ab.
Auch Staubsaugerbeutel sind problematisch. Sie enthalten Synthetikfasern, Mikroplastik aus Teppichabrieb und teilweise Reinigungschemikalien. Der Inhalt wirkt zwar wie organischer Staub, belastet aber den Kompost erheblich.
Asche und Verbrennungsrueckstaende
Holzasche aus naturbelassenem Brennholz enthaelt Kalium und Calcium und kann in sehr kleinen Mengen kompostiert werden. Maximal 0,5 Liter pro Quadratmeter Kompostflaeche und Jahr sind unbedenklich. Asche aus Briketts, Kohle, Grillkohle oder behandeltem Holz enthaelt dagegen Cadmium, Blei und andere Schwermetalle, die sich im Kompost anreichern.
Druckimpraegniertes Holz, lackierte Bretter, Spanplatten und MDF enthalten Klebstoffe und Holzschutzmittel mit Schwermetallen. Auch Asche aus solchem Holz gehoert in den Sondermuell, nicht auf den Kompost und nicht in den Garten.
Zitrusschalen, Bananenschalen und Pestizidrueckstaende
Zitrusschalen aus konventionellem Anbau gehören nur sehr eingeschraenkt auf den Kompost. Sie werden nach der Ernte mit Fungiziden wie Thiabendazol, Imazalil und Pyrimethanil behandelt, um sie haltbar zu machen. Diese Stoffe schaedigen die Mikroorganismen, die für den Kompostierprozess nötig sind.
Auch der saure pH-Wert von Zitrusfruechten kann das Kompostgleichgewicht stoeren. Bei einem Anteil von über 10 Prozent verlangsamt sich die Zersetzung deutlich. Bio-Zitrusschalen können in kleinen Mengen ohne Bedenken kompostiert werden, da die Schutzbehandlung dort entfällt.
Bananenschalen aus konventionellem Anbau enthalten ebenfalls Pestizidrueckstaende, da der Bananenanbau zu den am intensivsten chemisch behandelten Kulturen weltweit zaehlt. Wer Bananenschalen kompostieren möchte, sollte zu Bio-Bananen oder Fairtrade-Ware greifen, was auch unter dem Aspekt der klimafreundlichen Ernaehrung sinnvoll ist.
Darf auf den Kompost
- Rohe Obst- und Gemueseabfaelle (ungespritzt)
- Kaffeesatz mit Filter und Teebeutel ohne Klammer
- Eierschalen zerdrueckt
- Rasenschnitt angetrocknet
- Laub und Strauchschnitt zerkleinert
- Holzasche aus unbehandeltem Holz (sparsam)
- Pflanzenerde aus Topfpflanzen
Darf nicht auf den Kompost
- Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch
- Milchprodukte und Backwaren
- Hunde- und Katzenkot
- Kranke Pflanzenteile, Wurzelunkraeuter
- Bedrucktes Papier, Kassenzettel
- Asche aus Kohle und behandeltem Holz
- Glas, Metall, Plastik, Keramik
Was darf nicht auf den Kompost gegen Ratten?
Die zentrale Frage bei der Rattenpraevention lautet, welche Materialien Nager besonders anlocken. Gekochte Speisereste, Brot, Fleisch, Fisch, Kaese und alle eiweissreichen Abfaelle sind regelrechte Magnete für Ratten. Auch ueberreife Fruechte und größere Mengen Kuechenabfaelle können problematisch werden, wenn sie nicht zugig untergemischt werden.
Ein weiterer Faktor ist die Bauweise des Komposters. Offene Holzkomposter sind anfaelliger als geschlossene Thermokomposter mit Bodenrost. Ein engmaschiges Drahtgitter (maximal 13 Millimeter Maschenweite) unter dem Komposter verhindert das Eingraben von Ratten zuverlässig.
Ein geschlossener Thermokomposter mit Drahtgitterboden, regelmäßiges Umsetzen alle 4-6 Wochen und der vollstaendige Verzicht auf gekochte Speisereste reduzieren das Rattenrisiko auf nahezu null. Zusätzlich hilft, den Komposter mindestens 50 cm von Zaeunen und Mauern entfernt aufzustellen.
Pferdemist, Hundekot und andere tierische Abfaelle
Pferdemist gilt traditionell als wertvoller Duenger, doch in den vergangenen Jahren wurde er zunehmend problematisch. Der Grund liegt im Pestizid Aminopyralid, das auf vielen Pferdeweiden gegen Disteln und andere Unkraeuter eingesetzt wird. Das Mittel zerfaellt nur sehr langsam und bleibt selbst im Mist und im daraus entstehenden Kompost mehrere Jahre aktiv.
Tomaten, Bohnen, Erbsen, Kartoffeln und Sonnenblumen reagieren besonders empfindlich. Die Blaetter rollen sich ein, werden missgebildet und die Pflanzen bleiben im Wachstum stehen. Wer Pferdemist verwenden möchte, sollte vorher mit dem Stallbetreiber klaeren, ob die Weiden mit Aminopyralid behandelt wurden.
Hundekot und Katzenstreu
Hunde- und Katzenkot enthalten neben Parasiten auch Antibiotikarueckstaende und Wurmkurmittel. Toxoplasmose-Erreger aus Katzenkot sind für ungeborene Kinder besonders gefaehrlich. Selbst die im Kompost erreichten Temperaturen toeten diese Erreger nicht zuverlässig ab.
Katzenstreu auf Mineralbasis (Bentonit) ist nicht kompostierbar. Pflanzliche Streu aus Holz, Hanf oder Mais ist zwar grundsaetzlich biologisch abbaubar, sollte aber wegen der Kotanhaftung trotzdem im Restmuell entsorgt werden.
Praktische Schritte für einen sauberen Kompost
Ein funktionierender Komposthaufen lebt von der richtigen Mischung. Die folgende Anleitung zeigt, wie sich problematische Materialien zuverlässig aussortieren lassen und welche Reihenfolge die Zersetzung beschleunigt.
Vorsortieren
In der Küche zwei Behaelter aufstellen: einen für rohe Pflanzenabfaelle, einen für den Restmuell
Zerkleinern
Größere Stuecke wie Kohlstrunke oder Aeste auf 5-10 cm Laenge zerkleinern
Mischen
Feuchtes Material (Rasenschnitt, Obstreste) mit trockenem (Laub, Stroh) mischen
Umsetzen
Den Kompost alle 4-6 Wochen umsetzen, damit Sauerstoff hineingelangt

Checkliste für den Kompostalltag
Wer die folgenden Punkte beachtet, vermeidet die typischen Probleme. Die Checkliste fasst die wichtigsten Regeln zusammen.
✅ Kompost-Checkliste
Was tun mit den nicht kompostierbaren Materialien?
Materialien, die nicht auf den Kompost duerfen, können meist trotzdem sinnvoll entsorgt werden. Die kommunale Biotonne nimmt beispielsweise gekochte Speisereste, Fleisch und Knochen auf, da industrielle Vergaerungsanlagen Temperaturen von 70 Grad und mehr erreichen.
Kranke Pflanzenteile gehören in den Restmuell oder, falls erlaubt, in den haeuslichen Holzofen. Verbrennen toetet Pilzsporen zuverlässig ab. Sondermuell wie behandeltes Holz, Lackreste oder Holzschutzmittel werden bei kommunalen Wertstoffhoefen kostenlos angenommen.
Die kommunale Biotonne verarbeitet järlich über 5 Millionen Tonnen Bioabfaelle in Deutschland zu Kompost und Biogas. Was nicht in den Hauskompost passt, ist dort meist gut aufgehoben. Eine richtig befuellte Biotonne reduziert den Restmuellanteil um bis zu 40 Prozent.
Kompost-Mythen im Faktencheck
Rund um die Kompostierung kursieren viele Halbwahrheiten. Die folgenden Aussagen werden besonders häufig falsch verstanden und sollen hier eingeordnet werden.
| Mythos | Realitaet |
|---|---|
| ”Eierschalen bringen Salmonellen” | Nein, wenn die Schalen zerdrueckt und mit Erde bedeckt werden, ist das Risiko minimal |
| ”Kaffeesatz versauert den Boden” | Kaffeesatz ist nahezu pH-neutral (6,2-6,8) und kompostfreundlich |
| ”Jeder Mist ist gut für den Garten” | Pferdemist kann Pestizide enthalten, Schweinemist Schwermetalle aus Futtermitteln |
| ”Zitrusschalen vertreiben Wuermer” | Wuermer meiden saure Bereiche, der Kompostierprozess wird gestoert |
| ”Alles Bio ist kompostierbar” | Bioplastik benötigt industrielle Bedingungen und zersetzt sich im Hauskompost nicht |
Auch das Thema Bioplastik wird oft missverstanden. Selbst Beutel mit dem Keimling-Logo sind in den meisten Hauskompostern nicht abbaubar. Sie benoetigen industrielle Kompostieranlagen mit konstant hohen Temperaturen, weshalb sie laut Bioabfallverordnung in einigen Kommunen sogar aus der Biotonne aussortiert werden.
Greenwashing bei Kompostieranlagen und Kompostprodukten
Beim Kauf von fertigem Kompost oder Pflanzenerde lohnt sich ein genauer Blick auf das Etikett. Die Bezeichnung “Bio-Erde” ist nicht geschützt und sagt nichts über die tatsächliche Qualitaet aus. Hochwertige Komposte tragen das Guetezeichen RAL der Bundesguetegemeinschaft Kompost oder das EU-Bio-Logo.
Torfhaltige Erden werden oft als “nährstoffreich” beworben, schaedigen aber durch den Torfabbau Moore und setzen erhebliche Mengen CO2 frei. Torffreie Alternativen aus Kompost, Holzfasern und Kokos sind ökologisch deutlich besser und mittlerweile in jedem Baumarkt verfügbar.
Auch torffreie Erden können weite Transportwege haben oder Kokossubstrate aus Sri Lanka enthalten. Regionaler Kompost vom kommunalen Wertstoffhof ist meist die beste Wahl und kostet pro Kubikmeter zwischen 8 und 25 Euro.
Fazit: Was darf nicht auf den Kompost und worauf es wirklich ankommt
Was darf nicht auf den Kompost? Gekochte Speisereste, Fleisch, Milchprodukte, Hundekot, kranke Pflanzen, bedruckte Papiere und mit Pestiziden belastete Materialien gehören nicht in den Hauskompost. Wer diese Regeln befolgt, erhält innerhalb von 6 bis 12 Monaten hochwertigen Humus und vermeidet Ratten, Geruchsprobleme und Krankheitsuebertragungen.
Die wichtigste Faustregel lautet: Nur rohe Pflanzenabfaelle aus der Küche und dem Garten kommen auf den Kompost. Alles, was tierisch ist, gekocht wurde oder Schadstoffe enthalten könnte, gehoert in die Biotonne oder den Restmuell. Mit der richtigen Mischung aus feuchtem und trockenem Material, regelmäßigem Umsetzen und der konsequenten Trennung problematischer Abfaelle entsteht das schwarze Gold des Gartens ganz von selbst.
Wer einen Schritt weitergehen möchte, kann den Kompost in einen Permakultur-Garten einbinden oder das Hochbeet mit dem fertigen Humus aufwerten. So schließt sich der Nährstoffkreislauf direkt vor der Haustuer und der Garten wird Jahr für Jahr fruchtbarer.
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Michael Törner
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