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Sickerschacht für Regenwasser im Garten mit Kies und Drainagerohr
Haushalt & Wohnen

Sickerschacht Regenwasser: Anlegen und Kosten

· aktualisiert 6. Juni 2026 13 Min. Lesezeit
Von Michael Törner · Gründer von Nachhaltigkeit mit Kopf

Ein Sickerschacht für Regenwasser leitet Niederschlagswasser vom Dach kontrolliert in den Untergrund und entlastet damit die öffentliche Kanalisation. Wer den Schacht selbst plant, spart bis zu 60 Prozent der Kosten gegenüber einer Fachfirma, muss aber Bodengutachten, Behördenanzeige und DWA-Regelwerk beachten.

Die Versickerung von Regenwasser auf dem eigenen Grundstück gewinnt durch zunehmende Starkregenereignisse und steigende Abwassergebühren an Bedeutung. Laut Umweltbundesamt fallen in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 789 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, ein Großteil davon trifft auf versiegelte Flächen. Sickerschächte führen dieses Wasser dem natürlichen Wasserkreislauf zurück.

Die folgenden Abschnitte erklären den Aufbau, die Berechnung der Größe, die rechtlichen Vorgaben sowie die konkreten Kosten beim Anlegen eines Sickerschachts. Hinzu kommen Materialvergleiche, eine Schritt-für-Schritt-Bauanleitung und Tipps zur Wartung.

Zusammenfassung: Sickerschacht für Regenwasser

  • Funktion — Ein Sickerschacht nimmt Regenwasser vom Dach auf und leitet es in tiefere, durchlässige Bodenschichten
  • Größe — Pro 100 m² Dachfläche werden 1 bis 3 m³ Schachtvolumen benötigt, abhängig vom kf-Wert des Bodens
  • Kosten — Materialkosten liegen zwischen 500 und 2.500 Euro, mit Fachfirma 1.500 bis 5.000 Euro
  • Abstand — Mindestens 6 Meter Abstand zum Gebäude und 2 Meter zur Grundstücksgrenze einhalten
  • Genehmigung — In den meisten Bundesländern bei der unteren Wasserbehörde anzuzeigen, oft genehmigungspflichtig
789 l/m²
Durchschnittlicher Jahresniederschlag in Deutschland
6 m
Mindestabstand zum Wohngebäude
1-3 m³
Schachtvolumen pro 100 m² Dachfläche
500-2.500 €
Materialkosten je nach Größe

Was ist ein Sickerschacht und wie funktioniert er?

Ein Sickerschacht ist eine vertikale, in den Boden eingelassene Versickerungsanlage für Regenwasser. Das Wasser fließt über ein Zulaufrohr in den Schacht, sammelt sich dort kurzzeitig und versickert anschließend durch die Schachtwand und den Schachtboden in den umliegenden Boden. Im Gegensatz zur flächigen Rigole arbeitet der Sickerschacht punktuell und vertikal.

📖
Definition: Sickerschacht

Ein Sickerschacht ist nach DWA-Arbeitsblatt A 138 eine punktuelle Versickerungsanlage mit einem Schachtkörper, der oberhalb des höchsten Grundwasserstandes endet und Niederschlagswasser über die Sohle und ggf. die Wandung in den anstehenden Boden abgibt.

Aufbau eines Sickerschachts

Der klassische Sickerschacht besteht aus mehreren Komponenten, die das Wasser aufnehmen, filtern und in den Untergrund leiten. Jede Komponente hat eine spezifische Funktion und beeinflusst die Lebensdauer des Systems.

Der Schachtkörper bildet das tragende Element, hergestellt aus Beton-Schachtringen, Kunststoff oder Polypropylen. Darüber liegt die Schachtabdeckung, die meist begehbar oder befahrbar ausgeführt ist. Im Innern befinden sich Filtermaterialien wie Kies und Geotextil, die Schwebstoffe zurückhalten. Das Zulaufrohr aus KG- oder HT-Material führt das Wasser vom Fallrohr in den Schacht.

Unterschied zwischen Sickerschacht, Rigole und Sickergrube

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, beschreiben jedoch unterschiedliche Versickerungsanlagen mit eigenen Einsatzbereichen.

SystemAufbauVorteilNachteil
SickerschachtVertikaler Schacht, 1-3 m tiefGeringer Flächenbedarf, hohe TiefenwirkungPunktuelle Belastung, höhere Wartung
RigoleHorizontaler Sickerstrang aus Schotter oder Kunststoff-BoxenFlächige Verteilung, geringere VerschlammungGrößerer Flächenbedarf
SickergrubeGroßvolumige Grube mit durchlässigem UntergrundHohe SpeicherkapazitätSelten genehmigt, hoher Aushub

Eine Rigole für Regenwasser eignet sich vor allem bei homogen durchlässigen Böden. Der Sickerschacht ist die richtige Wahl, wenn die wasserdurchlässige Schicht erst in größerer Tiefe ansteht und der oberflächennahe Boden lehmig ist.

Wie groß muss ein Sickerschacht für Regenwasser sein?

Die Größe eines Sickerschachts richtet sich nach drei Faktoren: der angeschlossenen Dachfläche, der durchschnittlichen Regenmenge am Standort und der Durchlässigkeit des Bodens. Die Bemessung erfolgt nach dem DWA-Arbeitsblatt A 138 und stellt sicher, dass der Schacht auch bei Starkregen nicht überläuft.

Berechnung nach DWA-A 138

Die Berechnung berücksichtigt den kf-Wert des Bodens, die undurchlässige Fläche und die Bemessungsregenspende. Für eine vereinfachte Abschätzung gilt: Pro 100 Quadratmeter angeschlossener Dachfläche werden bei durchschnittlicher Bodendurchlässigkeit etwa 2 Kubikmeter Schachtvolumen benötigt.

ℹ️
kf-Wert prüfen

Der kf-Wert (Durchlässigkeitsbeiwert) gibt an, wie schnell Wasser durch den Boden versickert. Für eine funktionierende Versickerung muss der kf-Wert zwischen 1×10⁻³ und 1×10⁻⁶ m/s liegen. Bei kf-Werten unter 10⁻⁶ ist der Boden zu undurchlässig (Lehm, Ton), bei über 10⁻³ zu durchlässig (Grobkies, Filterwirkung fehlt).

Bemessungstabelle nach Bodenart

Die folgende Tabelle zeigt das erforderliche Schachtvolumen in Abhängigkeit von Dachfläche und Bodenart bei mittleren Niederschlagsverhältnissen in Deutschland.

DachflächeSandboden (kf=10⁻⁴)Lehmig-Sand (kf=10⁻⁵)Lehm (kf=10⁻⁶)
50 m²0,5 m³1,0 m³1,5 m³
100 m²1,0 m³2,0 m³3,0 m³
150 m²1,5 m³3,0 m³4,5 m³
200 m²2,0 m³4,0 m³6,0 m³

Bei Lehmböden mit einem kf-Wert unter 10⁻⁶ m/s ist eine Versickerung nicht zulässig. In solchen Fällen muss das Regenwasser über andere Wege abgeleitet oder zwischengespeichert werden.

Sickerschacht Material: Beton, Kunststoff oder Polypropylen?

Die Materialwahl beeinflusst Kosten, Lebensdauer, Einbauaufwand und ökologische Bilanz des Sickerschachts. Drei Materialien dominieren den Markt: Beton, Kunststoff und Polypropylen-Sickerblöcke.

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Beton-Sickerschacht

Schwer, langlebig (50+ Jahre), hoher Einbauaufwand, kostet 800-2.500 €. Bewährt bei großen Volumen.

🛢️

Kunststoff-Sickerschacht

Leicht, einfacher Einbau, 30-40 Jahre Lebensdauer, kostet 200-800 €. Für kleinere Anlagen geeignet.

📦

Polypropylen-Sickerblöcke

Modular kombinierbar, sehr hohes Speichervolumen (90-95 %), 50+ Jahre Lebensdauer, 50-150 €/m³.

Beton-Sickerschacht

Der Sickerschacht aus Beton besteht aus Stahlbeton-Schachtringen mit Durchmessern von 80, 100 oder 125 Zentimetern. Die Schachtwand kann durchlöchert oder geschlossen ausgeführt sein. Beton-Schächte halten 50 Jahre und länger, sind aber mit einem Einzelgewicht der Schachtringe von bis zu 400 Kilogramm nur mit Hebezeug einbaubar.

Kunststoff-Sickerschacht

Ein Sickerschacht aus Kunststoff wiegt deutlich weniger und lässt sich oft ohne Hebezeug einbauen. Die typischen Volumina reichen von 140 bis 2.000 Litern. Kunststoff-Schächte sind preisgünstiger, allerdings ist die Lebensdauer mit 30 bis 40 Jahren geringer als bei Beton.

Querschnitt eines Sickerschachts mit Kies und Geotextil

Polypropylen-Sickerblöcke

Sickerblöcke aus Polypropylen bieten eine moderne Alternative mit sehr hoher Speicherkapazität von bis zu 95 Prozent des Bauvolumens. Sie lassen sich modular zu beliebigen Größen kombinieren und eignen sich auch für befahrbare Flächen.

Sickerschacht anlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wer einen Sickerschacht selber bauen möchte, sollte folgende Reihenfolge einhalten. Voraussetzung ist eine vorherige Genehmigung oder Anzeige bei der unteren Wasserbehörde und ein Bodengutachten zur Bestimmung des kf-Werts.

1

Standort wählen

Mindestens 6 m vom Haus und 2 m zur Grundstücksgrenze entfernt, unterhalb der Frostgrenze

2

Grube ausheben

Tiefe je nach Bodenart 1,5 bis 3 m, Durchmesser mindestens 50 cm größer als Schacht

3

Filterschicht einbauen

Geotextil auslegen, Kiesschicht (16-32 mm) von 30-50 cm Höhe einbringen

4

Schachtkörper setzen

Schacht ausrichten, Zulauf und ggf. Notüberlauf anschließen

5

Verfüllen

Seitliche Hohlräume mit Kies verfüllen, Geotextil oben umschlagen

Abdeckung

Erdreich aufbringen, Deckel montieren, Funktionsprüfung durchführen

Benötigte Materialien

Für einen Standard-Sickerschacht mit 1 m³ Volumen sind folgende Materialien erforderlich. Wer in dieser Phase auch über die Befüllung eines Hochbeets nachdenkt, kann den Aushub teilweise weiterverwenden.

✅ Materialliste Sickerschacht

Schachtkörper (Beton, Kunststoff oder Sickerblöcke)
2-4 m³ Filterkies (Körnung 16-32 mm)
10-15 m² Geotextil (mindestens 200 g/m²)
Zulaufrohr KG DN 100 oder 150
Filterschacht oder Laubfang als Vorfilter
Schachtabdeckung (verkehrsklasse passend wählen)

Sickerschacht Kosten im Überblick

Sickerschacht Kosten im Überblick

Die Gesamtkosten für einen Sickerschacht setzen sich aus Material, Erdarbeiten und ggf. Handwerkerkosten zusammen. Die folgende Übersicht zeigt realistische Preise für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche.

PostenEigenbauFachfirma
Schachtkörper (Kunststoff, 1 m³)350-600 €350-600 €
Filterkies (3 m³)90-150 €120-200 €
Geotextil und Zubehör80-150 €100-200 €
Erdaushub und Entsorgung150-400 €600-1.200 €
Einbau und Anschluss0 €800-2.000 €
Gutachten/Genehmigung100-300 €100-300 €
Gesamtkosten770-1.600 €2.070-4.500 €
💡
Kostenfaktor Abwassergebühr

Wer Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickert, kann sich von der gesplitteten Abwassergebühr befreien lassen. Bei einer versiegelten Fläche von 150 m² und Gebühren von durchschnittlich 1,20 €/m² entspricht das jährlichen Einsparungen von rund 180 Euro. Die Investition amortisiert sich oft binnen 8 bis 15 Jahren.

Rechtliche Vorgaben und Genehmigung

Die Versickerung von Niederschlagswasser ist in Deutschland nach §46 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) grundsätzlich erlaubnispflichtig. In den meisten Bundesländern reicht jedoch eine Anzeige bei der unteren Wasserbehörde, wenn ausschließlich sauberes Dachwasser versickert wird.

Bundeslandspezifische Regelungen

Die einzelnen Landeswassergesetze konkretisieren die Vorgaben des WHG. In Bayern regelt das Landesamt für Umwelt die Anforderungen, in Nordrhein-Westfalen das Landeswassergesetz NRW. Vor Baubeginn ist immer ein Kontakt mit der zuständigen Wasserbehörde erforderlich.

⚠️
Achtung: Nicht jeder Boden ist geeignet

Bei einem Grundwasserabstand unter 1 Meter zur Schachtsohle ist eine Versickerung nicht zulässig. Auch in Wasserschutzgebieten und bei kontaminiertem Boden gelten strenge Auflagen. Eine Genehmigung wird in diesen Fällen meist verweigert.

Welche Flächen dürfen versickert werden?

Nicht jedes Regenwasser darf versickert werden. Die Trennung nach Schmutzfracht bestimmt, ob eine Vorbehandlung erforderlich ist.

FlächeVersickerung möglichVorbehandlung
Dachfläche mit Ziegeln/BetonJa, direktLaubfang ausreichend
Dachfläche mit Kupfer/ZinkEingeschränktFiltersubstrat erforderlich
Hof, Garageneinfahrt (privat)Ja, mit VorbehandlungSand-/Kies-Filter
Öffentliche StraßeGenehmigung erforderlichKomplexe Anlagentechnik
IndustrieflächenMeist nichtSpezielle Reinigung

Wartung und Lebensdauer

Ein Sickerschacht ist keine wartungsfreie Anlage. Schlamm, Laub und Feinpartikel verschlammen mit der Zeit die Filterschicht und reduzieren die Versickerungsleistung. Wer regelmäßig wartet, verlängert die Lebensdauer auf 30 bis 50 Jahre.

Wartungsintervalle

Die folgende Wartungsroutine orientiert sich am DWA-Arbeitsblatt A 138 und sichert die langfristige Funktion. Ein Aspekt, der auch beim Anlegen eines Blühstreifens im Garten relevant ist, da angrenzende Bepflanzung den Wartungsaufwand beeinflusst.

ℹ️
Wartungsempfehlung

Jährlich: Sichtkontrolle, Laubfang reinigen, Schachtdeckel prüfen. Alle 3-5 Jahre: Schlamm absaugen, Geotextil kontrollieren. Alle 10-15 Jahre: Filterschicht erneuern, Kies austauschen.

Häufige Probleme

Wenn der Sickerschacht überläuft, liegt meist eine Verschlammung oder eine zu klein dimensionierte Anlage vor. Ein Vergleich der Vor- und Nachteile hilft bei der Einschätzung des Sanierungsbedarfs.

Vorteile Sickerschacht

  • Entlastung der Kanalisation um 100 % bei vollständiger Versickerung
  • Einsparung der gesplitteten Abwassergebühr von 150-250 €/Jahr
  • Grundwasserneubildung statt Ableitung in Vorfluter
  • Geringer Flächenbedarf gegenüber Rigole
  • Langfristig wirtschaftlich bei Lebensdauer von 30-50 Jahren

Nachteile Sickerschacht

  • Hohe Anfangsinvestition von 1.500-5.000 €
  • Regelmäßige Wartung alle 3-5 Jahre erforderlich
  • Bei lehmigen Böden und hohem Grundwasserstand ungeeignet
  • Genehmigungspflicht in den meisten Bundesländern
  • Bei Starkregen Überlauf-Risiko ohne Notüberlauf

Ökologischer Nutzen der Regenwasserversickerung

Die Versickerung von Regenwasser auf eigenem Grundstück bringt messbare ökologische Vorteile. Sie unterstützt die natürliche Grundwasserneubildung, reduziert Hochwasserspitzen in Bächen und Flüssen und entlastet kommunale Kläranlagen. Laut Umweltbundesamt werden in deutschen Städten bis zu 45 Prozent der Niederschlagsmenge über die Mischkanalisation abgeführt, was bei Starkregen zu Überflutungen führen kann.

Beitrag zum Klimaschutz

Versickertes Regenwasser kühlt durch Verdunstung das lokale Mikroklima und gleicht Trockenperioden im Boden aus. Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt: Die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung kann den urbanen Wärmeinseleffekt um bis zu 2 Kelvin reduzieren.

Wer parallel zum Sickerschacht weitere Maßnahmen zur Wasserretention ergreift, kann den Effekt verstärken. Ein Permakultur-Garten integriert Versickerungsanlagen, Mulchschichten und Pflanzen mit hohem Wasserbedarf in ein geschlossenes System.

Alternativen zum klassischen Sickerschacht

Nicht jedes Grundstück eignet sich für einen klassischen Sickerschacht. Folgende Alternativen kommen je nach Bodenbeschaffenheit und Platzangebot infrage.

Rigole und Mulden-Rigolen-System

Bei nur oberflächennah durchlässigen Böden ist eine Rigole für Regenwasser die bessere Wahl. Die horizontale Anordnung in geringerer Tiefe nutzt die wasserdurchlässige obere Bodenschicht optimal. Mulden-Rigolen-Systeme kombinieren oberirdische Versickerungsmulden mit unterirdischen Speicherrigolen.

Versickerung über Kies

Bei kleineren Dachflächen unter 30 m² genügt oft eine einfache Versickerung über eine Kiesschicht am Fallrohr. Diese Methode des Regenwasser-Versickerns über Kies ist genehmigungsfrei, wenn das Wasser auf der eigenen Fläche verbleibt und keine Nachbargrundstücke gefährdet werden.

Regenwasserzisterne mit Überlauf

Die Kombination aus Zisterne und Sickerschacht maximiert den Nutzen. Das Regenwasser wird zunächst gesammelt und für Gartenbewässerung oder Toilettenspülung verwendet. Nur der Überschuss bei vollem Tank fließt in den Sickerschacht. Das reduziert den Trinkwasserverbrauch um bis zu 50 Prozent.

💡
Tipp zur Kombination

Eine 3.000-Liter-Zisterne mit nachgeschaltetem Sickerschacht kostet komplett rund 3.500 bis 6.000 Euro, spart aber jährlich 50 bis 100 m³ Trinkwasser. Bei Wasserpreisen von 4-6 €/m³ amortisiert sich die Anlage nach etwa 10 bis 15 Jahren, gleichzeitig sinkt der ökologische Wasserfußabdruck deutlich.

Fazit zum Sickerschacht für Regenwasser

Ein Sickerschacht für Regenwasser ist eine wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Lösung zur Entwässerung von Dachflächen, sofern Bodenbeschaffenheit, Grundwasserstand und Genehmigungslage stimmen. Die Investition von 1.500 bis 5.000 Euro amortisiert sich durch eingesparte Abwassergebühren in 8 bis 15 Jahren. Wer selbst bauen kann, halbiert die Kosten gegenüber dem Fachbetrieb.

Entscheidend für den langfristigen Erfolg sind eine korrekte Größenberechnung nach DWA-A 138, ein vorgeschalteter Filterschacht zur Reduzierung der Verschlammung und die jährliche Sichtkontrolle. Vor Baubeginn sollte die Versickerungsfähigkeit des Bodens durch ein Bodengutachten geprüft und die untere Wasserbehörde kontaktiert werden. Damit wird der Sickerschacht für Regenwasser zur dauerhaften Lösung, die das öffentliche Kanalnetz entlastet und einen Beitrag zur lokalen Grundwasserneubildung leistet.

Kernerkenntnis

Wer einen Sickerschacht plant, sollte drei Punkte zuerst klären: kf-Wert des Bodens (über Bodengutachten), Grundwasserstand (mindestens 1 m Abstand zur Schachtsohle) und Genehmigungslage (Kontakt zur unteren Wasserbehörde). Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist die Versickerung über einen Sickerschacht die effizienteste dezentrale Regenwasserbewirtschaftung für Einfamilienhäuser.

Fragen & Antworten

Häufig gestellte Fragen

Quellen

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Michael Törner

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