Bauschutt entsorgen kostet in Deutschland 30 bis 80 Euro pro Tonne, sofern das Material sortenrein ist. Bei gemischtem oder schadstoffbelastetem Material steigen die Kosten auf bis zu 300 Euro pro Tonne. Diese Spanne zeigt, wo der größte Hebel liegt: Wer Beton, Ziegel und Fliesen konsequent von Holz, Dämmstoffen und Kunststoff trennt, zahlt am Ende oft nur ein Drittel.
Das Bad ist ausgeräumt, die alten Fliesen liegen als Haufen im Vorgarten, daneben Estrichbrocken und Mörtelreste. Spätestens jetzt stellt sich die Frage nach dem richtigen Entsorgungsweg. Ein Bauschuttcontainer mit 5 Kubikmetern kostet 200 bis 350 Euro inklusive Lieferung, Standzeit und Entsorgung. Kleine Mengen bis rund 200 Kilogramm nehmen viele kommunale Recyclinghöfe gebührenfrei an.
Dieser Ratgeber ordnet die aktuellen Preise für 2026 ein, vergleicht alle Entsorgungswege und erklärt, wie die Aufbereitung von mineralischem Bauschutt tatsächlich funktioniert. Mineralische Bauabfälle sind der mit Abstand größte Abfallstrom des Landes, entsprechend groß ist der ökologische Hebel einer sauberen Trennung.
Zusammenfassung: Bauschutt entsorgen Kosten 2026
- Preis pro Tonne: 30 bis 80 Euro für reinen Bauschutt, 80 bis 150 Euro gemischt, 150 bis 300 Euro bei Schadstoffbelastung
- Containerpreise: 3 m³ ab 150 Euro, 5 m³ ab 200 Euro, 7 m³ ab 280 Euro inklusive Transport und Entsorgung
- Gebührenfrei: Recyclinghöfe nehmen je nach Kommune 100 bis 500 Kilogramm pro Haushalt und Jahr kostenlos an
- Größter Spareffekt: Sortenreines Sammeln senkt die Entsorgungskosten um 30 bis 50 Prozent
- Ökologie: Aufbereiteter Bauschutt ersetzt Kies und Schotter und spart rund 50 Prozent Treibhausgase gegenüber Primärrohstoffen
Was ist Bauschutt und was gehört hinein?
Bauschutt umfasst ausschließlich mineralische, anorganische Abfälle aus Bau-, Renovierungs- und Abrissarbeiten ohne gefährliche Inhaltsstoffe. Die Abgrenzung ist keine Formsache, sondern bestimmt direkt den Preis. Ein Container voller Beton und Ziegel wird anders kalkuliert als eine Ladung mit Holz- und Kunststoffanteilen.
Zum reinen Bauschutt zählen Beton, Ziegel, Backsteine, Fliesen, Keramik, Dachziegel, Natursteine, Estrich, Putz und Mörtelreste. Diese Materialien lassen sich brechen, sieben und als genormte Gesteinskörnung wieder in den Bauprozess zurückführen. Nicht dazu gehören organische Bestandteile, Metalle, Kunststoffe, Dämmstoffe sowie alles, was Schadstoffe enthält.
Definition: Mineralischer Bauschutt
Mineralischer Bauschutt ist ein Wertstoff im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Er besteht aus natürlichen oder künstlich hergestellten Gesteinsmaterialien ohne organische oder schadstoffhaltige Bestandteile. Erst diese Sortenreinheit macht ihn zum günstigsten aller Bauabfälle.

Unterschied zwischen Bauschutt und Baumischabfall
Baumischabfall kostet bei der Entsorgung das Zwei- bis Dreifache von reinem Bauschutt. Während sortenreines mineralisches Material mit 30 bis 80 Euro pro Tonne kalkuliert wird, liegt Baumischabfall bei 150 bis 250 Euro pro Tonne. Der Grund liegt in der aufwändigen maschinellen Sortierung, die vor jeder Verwertung stehen muss.
Baumischabfall entsteht, sobald Holzlatten, Folien, Styroporplatten, Rigipsreste oder Verpackungen zwischen den Steinen landen. Entsorger prüfen die Ladung bei Anlieferung per Sichtkontrolle. Wird der Fremdstoffanteil als zu hoch bewertet, erfolgt die Höherstufung für den gesamten Container, nicht nur für den verunreinigten Teil.
| Abfallart | Typische Inhalte | Kosten pro Tonne | Verwertungsgrad |
|---|---|---|---|
| Reiner Bauschutt | Beton, Ziegel, Fliesen, Naturstein | 30 bis 80 € | sehr hoch |
| Gemischter Bauschutt | mineralisch mit geringem Fremdanteil | 80 bis 150 € | hoch |
| Baumischabfall | Holz, Kunststoff, Metall, Bauschutt | 150 bis 250 € | mittel |
| Belasteter Bauschutt | mit PAK, Teer, Asbest kontaminiert | 150 bis 300 € | gering |
Wie viel Bauschutt fällt in Deutschland an?
Mineralische Bauabfälle sind der größte Abfallstrom Deutschlands. Laut Umweltbundesamt entfallen mit rund 208 Millionen Tonnen etwa 61 Prozent des gesamten jährlichen Abfallaufkommens auf diese Gruppe. Zum Vergleich: Der komplette Hausmüll privater Haushalte macht nur einen Bruchteil davon aus.
Ein erheblicher Teil dieser Menge durchläuft die Aufbereitung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2024 rund 76 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle in Aufbereitungsanlagen verarbeitet. Davon waren 48 Prozent beziehungsweise 36,4 Millionen Tonnen klassischer Bauschutt aus Beton und Ziegel.
Bauschutt entsorgen: Kosten pro Tonne 2026
Die Entsorgungskosten setzen sich aus drei Blöcken zusammen: Containermiete, Transport und Deponie- beziehungsweise Aufbereitungsgebühr. Den größten Anteil trägt die Gebühr, die nach Gewicht oder Volumen abgerechnet wird. Der Reinheitsgrad entscheidet dabei über den Tarif.
Für die Kalkulation hilft eine Umrechnung: Ein Kubikmeter mineralischer Bauschutt wiegt 1,3 bis 1,5 Tonnen. Ein 5-Kubikmeter-Container fasst damit rund 6,5 bis 7,5 Tonnen. Bei einer Badsanierung fallen typischerweise 1 bis 2 Tonnen an, die Entsorgungsgebühr liegt dann bei 30 bis 160 Euro. Ein kompletter Hausabriss produziert 50 bis 150 Tonnen.
Was kostet 1 Tonne Bauschutt entsorgen?
Eine Tonne reiner Bauschutt kostet je nach Region 30 bis 80 Euro. Ballungsräume mit knappen Deponiekapazitäten liegen am oberen Ende, ländliche Regionen mit ortsnahen Aufbereitungsanlagen deutlich darunter. Die Differenz zwischen München und einem mittelgroßen Landkreis kann 30 Prozent betragen.
Wer nur Natursteine oder Pflastersteine loswerden will, zahlt oft weniger als für gemischten mineralischen Abbruch. Sortenreine Steine gehen direkt in den Brecher und liefern ein hochwertiges Endprodukt. Entsprechend kalkulieren viele Anlagen hier mit 20 bis 50 Euro pro Tonne.
| Bauschutt-Typ | Kosten pro Tonne | Kosten pro m³ | Typische Beispiele |
|---|---|---|---|
| Sortenreine Natursteine | 20 bis 50 € | 30 bis 75 € | Pflaster, Bruchstein, Kies |
| Reiner Bauschutt | 30 bis 80 € | 40 bis 120 € | Beton, Ziegel, Fliesen, Estrich |
| Gemischter Bauschutt | 80 bis 150 € | 100 bis 225 € | mit Putz-, Tapeten-, Dämmresten |
| Belasteter Bauschutt | 150 bis 300 € | 200 bis 450 € | PAK-haltig, teerhaltig, asbestverdächtig |
Welche Posten stecken im Containerpreis?
Ein Festpreisangebot für einen Bauschuttcontainer enthält in der Regel vier Leistungen: Anlieferung des leeren Containers, Standzeit von ein bis zwei Wochen, Abholung und Entsorgung des Inhalts bis zu einer definierten Gewichtsgrenze. Überschreitet die Ladung dieses Gewicht, wird pro angefangener Tonne nachberechnet.
Zusätzliche Kosten entstehen bei längerer Standzeit mit 3 bis 10 Euro pro Tag, bei einer Stellgenehmigung auf öffentlichem Grund mit 30 bis 100 Euro sowie bei Fehlbefüllung durch Nachsortierung. Auch eine erfolglose Anfahrt, etwa weil die Zufahrt blockiert ist, wird mit 50 bis 150 Euro berechnet. Ähnlich kleinteilige Gebührenstrukturen finden sich auch bei anderen Sonderabfällen, etwa wenn Altöl entsorgt werden soll.
Bauschuttcontainer 2026: Preise nach Größe
Ein Bauschuttcontainer lohnt sich ab einer Menge von etwa 2 Kubikmetern. Darunter ist die Fahrt zum Recyclinghof meist günstiger. Die gängigen Größen für private Bauherren sind 3, 5 und 7 Kubikmeter, für größere Projekte stehen Absetz- und Abrollcontainer bis 40 Kubikmeter bereit.
Die Preise steigen nicht linear mit dem Volumen. Ein 10-Kubikmeter-Container kostet pro Kubikmeter oft 20 Prozent weniger als ein 3-Kubikmeter-Modell, weil Anfahrt und Disposition denselben Aufwand verursachen. Wer unsicher ist, wählt eher die nächstgrößere Variante, denn eine Nachbestellung verdoppelt die Transportkosten.

Bauschutt Container Preise im Überblick
Die Preise für einen Bauschuttcontainer schwanken je nach Region um bis zu 40 Prozent. Süddeutsche Großstädte liegen typischerweise über dem Durchschnitt, ostdeutsche Flächenlandkreise darunter. Drei Vergleichsangebote sind der schnellste Weg zu einer realistischen Preiseinschätzung.
| Containergröße | Preisspanne | Zulässiges Gewicht | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| 3 m³ (Mini) | 150 bis 250 € | 4 bis 4,5 t | Badsanierung, Terrassenabbruch |
| 5 m³ (Standard) | 200 bis 350 € | 6,5 bis 7,5 t | Küchen- und Badabriss, Carport |
| 7 m³ (Groß) | 280 bis 450 € | 9 bis 10,5 t | Dachsanierung, Anbauabriss |
| 10 m³ (XL) | 350 bis 550 € | 13 bis 15 t | Komplettsanierung Einfamilienhaus |
| 20 m³ (Gewerbe) | 500 bis 900 € | 26 bis 30 t | gewerbliche Abbruchprojekte |
Was bei der Aufstellung zu beachten ist
Die Stellfläche entscheidet über Zusatzkosten und Ärger mit der Nachbarschaft. Auf privatem Grund genügt eine tragfähige, ebene Fläche, idealerweise mit Bohlen oder Kanthölzern als Unterlage gegen Pflasterschäden. Auf öffentlichem Grund ist eine kostenpflichtige Sondernutzungserlaubnis der Kommune erforderlich.
Die Zufahrt muss LKW-tauglich sein: mindestens 3 Meter Breite, 4 Meter lichte Höhe und ausreichend Rangierfläche. Überhängende Äste, Stromleitungen und schmale Hofeinfahrten sind die häufigsten Gründe für eine gescheiterte Anlieferung. Ein kurzes Foto der Zufahrt vorab an den Containerdienst verhindert Fehlfahrten.
Wo kann man Bauschutt entsorgen?
Für die Entsorgung stehen vier Wege offen: der kommunale Recyclinghof, ein Containerservice, die Direktanlieferung an einer Aufbereitungsanlage und die Abholung durch einen Entsorgungsfachbetrieb. Menge, Reinheitsgrad und Transportmöglichkeit bestimmen, welcher Weg wirtschaftlich sinnvoll ist.
Recyclinghof: Option für kleine Mengen
Der Recyclinghof ist die günstigste Anlaufstelle für Mengen bis etwa 200 Kilogramm. Viele Kommunen räumen private Haushalte eine jährliche Freimenge ein, darüber hinaus wird nach Gewicht oder Volumen abgerechnet. Üblich sind 5 bis 25 Euro je 100 Kilogramm.
Voraussetzung ist sortenreines mineralisches Material. Angeliefert wird meist im Kofferraum, Anhänger oder in stabilen Eimern, nicht in Big Bags, die viele Höfe aus Handhabungsgründen ablehnen. Ähnliche Mengenbegrenzungen gelten auch bei anderen Baustellenabfällen, etwa wenn Styropor entsorgt werden muss.
Jede Kommune legt ihre Bauschutt-Gebühren eigenständig fest. Die aktuelle Gebührenordnung steht auf der Website des örtlichen Abfallwirtschaftsbetriebs und nennt Freimenge, Tarif pro 100 Kilogramm und zulässige Anlieferungsmengen. Ein Anruf klärt zusätzlich, ob Estrich oder Fliesen mit Kleberesten angenommen werden.
Containerservice: die Komplettlösung
Der Containerservice nimmt den kompletten Aufwand ab: Der Behälter wird gestellt, befüllt und abgeholt, die Entsorgung ist im Festpreis enthalten. Ab 2 Kubikmetern ist das in der Regel die wirtschaftlichste und zeitsparendste Variante.
Seriöse Anbieter nennen im Angebot die enthaltene Gewichtsgrenze, den Preis pro Nachberechnungstonne, die inkludierte Standzeit und den Entsorgungsnachweis. Fehlen diese Angaben, drohen Nachforderungen. Auffällig niedrige Pauschalpreise ohne Gewichtsangabe sind ein Warnsignal.
Direktanlieferung an der Aufbereitungsanlage
Wer einen Anhänger oder Transporter hat, bringt den Bauschutt direkt zur Aufbereitungsanlage. Dort liegen die Annahmepreise bei 25 bis 60 Euro pro Tonne, weil Miete und Transport entfallen. Die Anlagen verlangen meist eine Wiegescheinabwicklung und nehmen nur sortenreines Material ohne Störstoffe an.
Gerechnet werden muss allerdings mit dem Eigenaufwand: Beladen, Fahrtzeit, Entladen und Anhängermiete. Bei mehr als zwei Fuhren gleicht sich der Kostenvorteil gegenüber einem Container häufig aus.
Kann man Bauschutt kostenlos entsorgen?
Kostenlos entsorgt werden können kleine Mengen im Rahmen kommunaler Freimengen, meist 100 bis 200 Kilogramm pro Haushalt und Jahr. Einzelne Städte sind großzügiger und lassen bis zu 500 Kilogramm zu. Alles darüber hinaus ist gebührenpflichtig, weil Brechen, Sieben und Qualitätskontrolle reale Kosten verursachen.
Eine zweite kostenfreie Option ist die Weitergabe brauchbarer Materialien. Alte Pflastersteine, Klinker, Feldbrandziegel und Natursteinplatten sind auf Kleinanzeigenportalen und in Baustoffbörsen gefragt. Wer Material verschenkt oder verkauft, spart die Entsorgungsgebühr vollständig und verlängert die Nutzungsdauer der Baustoffe, ein klassisches Beispiel für gelebte Kreislaufwirtschaft im Alltag.
Bauschutt darf nicht eigenmächtig im Garten verfüllt oder als Wegeunterbau eingebaut werden. Der Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe ist bundesweit geregelt und an Materialklassen sowie Anzeigepflichten gebunden. Wildes Verfüllen gilt als unzulässige Abfallbeseitigung und kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.
Bauschutt Recycling: vom Abbruch zum Baustoff
Die Aufbereitung von Bauschutt läuft in vier Stufen ab: Annahme mit Sichtkontrolle und Verwiegung, Vorzerkleinerung und Störstoffentnahme, Brechen und Sieben in definierte Körnungen sowie Qualitätsprüfung nach güteüberwachten Vorgaben. Das Endprodukt ist eine genormte rezyklierte Gesteinskörnung.
Entscheidend für die Qualität ist der Zustand des Eingangsmaterials. Sortenrein angelieferter Betonbruch ergibt hochwertige Körnungen, die im Hochbau eingesetzt werden können. Stark durchmischtes Material landet dagegen in minderwertigeren Anwendungen oder im schlechtesten Fall auf der Deponie.

Wofür wird recycelter Bauschutt eingesetzt?
Recycelter Bauschutt ersetzt Primärrohstoffe wie Kies, Sand und Schotter. Die Hauptanwendungen sind Frost- und Tragschichten im Straßen- und Wegebau, Verfüllmaterial für Baugruben und Leitungsgräben, Drainageschichten sowie Unterbau für Pflasterflächen.
Anspruchsvoller ist der Einsatz als Zuschlagstoff in Recycling-Beton, auch R-Beton genannt. Hier ersetzt aufbereitete Gesteinskörnung je nach Bauteil und Expositionsklasse einen relevanten Anteil des Naturkieses. Der Einsatz ist bautechnisch normativ geregelt und erfordert eine durchgehende Güteüberwachung des Rezyklats. Wer bei Neubau oder Sanierung ohnehin auf nachhaltige Baustoffe setzt, kann R-Beton gezielt ausschreiben.
Was ändert die Ersatzbaustoffverordnung 2026?
Die Ersatzbaustoffverordnung regelt seit August 2023 bundesweit einheitlich, welche mineralischen Ersatzbaustoffe in welcher Materialklasse wo eingebaut werden dürfen. Sie ersetzte ein zuvor uneinheitliches Regelwerk der Bundesländer und schuf damit erstmals vergleichbare Anforderungen für Planung und Ausschreibung.
Im Sommer 2026 hat das Bundesumweltministerium einen Referentenentwurf zur Novellierung vorgelegt. Ziel ist der Abbau bürokratischer Hemmnisse beim Baustoffrecycling, insbesondere bei Dokumentations- und Nachweispflichten, die in der Praxis als Bremse für den Einsatz von Rezyklaten gelten. Für private Bauherren ändert sich dadurch vor allem eines: Entsorger und Bauunternehmen können aufbereitetes Material künftig leichter anbieten.
Wie nachhaltig ist die Entsorgung von Bauschutt?
Die Verwertung von Bauschutt spart gegenüber der Deponierung und der Gewinnung von Primärrohstoffen rund 50 Prozent der Treibhausgasemissionen. Der größte Effekt entsteht nicht im Recyclingprozess selbst, sondern durch den vermiedenen Abbau von Kies und Naturstein, der Landschaft, Grundwasser und Lebensräume beansprucht.
Der Transport ist dabei ein unterschätzter Faktor. Mineralische Baustoffe sind schwer und werden typischerweise über kurze Distanzen bewegt. Eine Aufbereitungsanlage in 15 Kilometer Entfernung hat eine deutlich bessere Bilanz als eine Deponie 60 Kilometer weiter weg. Regionale Entsorgungswege sind daher ein eigenständiges Nachhaltigkeitskriterium und senken zugleich die Transportkosten.
Vorteile der Verwertung
- Rund 50 Prozent geringere Treibhausgasemissionen gegenüber Primärrohstoffen
- Kein zusätzlicher Landschaftsverbrauch durch Kiesabbau
- Entlastung knapper Deponiekapazitäten
- Deutlich niedrigere Entsorgungsgebühren bei Sortenreinheit
Praktische Hürden
- Trennung muss direkt auf der Baustelle erfolgen
- Qualität schwankt je nach Eingangsmaterial
- Belasteter Bauschutt ist nicht verwertbar
- Akzeptanz von Rezyklaten bei Planern noch ausbaufähig
Greenwashing bei Entsorgungsbetrieben erkennen
Nicht jeder Anbieter, der mit Recycling wirbt, führt das Material tatsächlich in den Stoffkreislauf zurück. Seriöse Betriebe weisen eine Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb nach, oft ergänzt um ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001. Diese Nachweise sind öffentlich einsehbar.
Drei Prüffragen entlarven unseriöse Angebote: Wohin geht das Material konkret, welcher Verwertungsweg ist vorgesehen und wird ein Entsorgungsnachweis ausgestellt? Ungewöhnlich niedrige Pauschalpreise ohne Wiegeschein und ohne Angabe der Entsorgungsanlage deuten auf illegale Ablagerung hin. Die Haftung trifft dabei auch den Abfallerzeuger.
Asbesthaltige Platten, teerhaltige Dachpappe, künstliche Mineralfasern älterer Bauart, bleihaltige Anstriche und PCB-belastete Fugenmassen dürfen niemals in den Bauschuttcontainer. Sie erfordern eine separate Entsorgung durch zertifizierte Fachbetriebe mit Kosten von 300 bis 1.000 Euro pro Tonne. Bei Gebäuden vor Baujahr 1995 empfiehlt sich vor dem Abbruch eine Schadstofferkundung durch einen Sachverständigen.
Was darf nicht in den Bauschuttcontainer?
In den Bauschuttcontainer gehören ausschließlich mineralische Materialien. Verboten sind Holz in jeder Form, Metalle, Kunststoffe, Gipskartonplatten, Porenbeton in größeren Mengen, Dämmstoffe, Teppiche, Tapeten, Kabel, Erdreich und Grünschnitt. Jede dieser Fraktionen hat einen eigenen Entsorgungsweg.
Besonders teuer werden vier typische Fehlbefüllungen: Gipskarton, das wegen seines Sulfatgehalts die Verwertung des gesamten Chargenmaterials gefährdet, Fliesen mit teerhaltigem Kleber, Ytong-Reste im Betonbruch sowie Dämmplatten aus dem Fassadenrückbau. Für Dachaufbauten gilt: Dachpappe muss getrennt entsorgt werden, ebenso wie Schaumstoff und Polstermaterial aus dem Innenausbau.
✅ Checkliste: Containerbefüllung prüfen
Bauschutt entsorgen: Kosten senken durch gute Planung
Der größte Kostenhebel liegt vor dem ersten Hammerschlag. Wer die Fraktionen bereits während des Rückbaus trennt und die Menge realistisch schätzt, zahlt regelmäßig 30 bis 50 Prozent weniger als bei ungeordnetem Abbruch mit anschließender Mischcontainerlösung.
Praktisch bedeutet das: getrennte Sammelplätze anlegen, Big Bags oder Mulden für Holz und Metall bereitstellen und Fliesen mit verdächtigem Kleber separat lagern. Der Zeitaufwand liegt bei einer Badsanierung bei etwa zwei Stunden, die Ersparnis bei 100 bis 200 Euro.
Trennen
Mineralisches Material konsequent von Holz, Metall und Kunststoff separieren
Berechnen
Volumen in Kubikmetern schätzen und 20 Prozent Puffer einplanen
Vergleichen
Drei Angebote mit Gewichtsgrenze, Standzeit und Nachberechnungssatz einholen
Entsorgen
Container bestellen oder kleine Mengen zum Recyclinghof bringen
Mengenberechnung: Faustregeln für die Containerwahl
Beim Abbruch lockert sich das Material auf. Ein Kubikmeter massives Mauerwerk ergibt 1,1 bis 1,3 Kubikmeter Bauschutt, bei Beton liegt der Faktor bei 1,0 bis 1,1, bei Dachziegeln wegen der Hohlräume bei 0,8 bis 1,0. Diese Auflockerung ist der häufigste Grund für zu klein bestellte Container.
Typische Anfallmengen zur groben Orientierung: Badrenovierung 1 bis 2 Kubikmeter, Küchenabriss 0,5 bis 1 Kubikmeter, Terrassenplatten auf 30 Quadratmetern rund 2 Kubikmeter, Garagenabbruch 15 bis 25 Kubikmeter, Einfamilienhaus 150 bis 300 Kubikmeter. Eine Nachbestellung kostet die volle Anfahrtspauschale von 60 bis 120 Euro, weshalb die nächstgrößere Containervariante meist die günstigere Entscheidung ist.
Fazit: Bauschutt entsorgen mit Blick auf Kosten und Umwelt
Bauschutt entsorgen kostet 30 bis 80 Euro pro Tonne, solange das Material sortenrein bleibt. Die konsequente Trennung von Beton, Ziegel und Fliesen ist damit gleichzeitig der wirksamste Kostenhebel und der größte ökologische Beitrag. Ein 5-Kubikmeter-Container liegt 2026 bei 200 bis 350 Euro inklusive aller Leistungen, kleine Mengen bis 200 Kilogramm nehmen viele Recyclinghöfe gebührenfrei an.
Mineralische Bauabfälle machen laut Umweltbundesamt rund 61 Prozent des deutschen Abfallaufkommens aus, 2024 durchliefen 76 Millionen Tonnen die Aufbereitung. Jede Tonne, die als sortenreiner Bauschutt in eine Recyclinganlage geht statt in eine Mischcontainer-Charge, ersetzt Kies und Schotter aus dem Naturabbau. Sinnvolle Reihenfolge für private Bauherren: erst Brauchbares weitergeben, dann sortenrein trennen, dann den regionalen Entsorger mit Fachbetriebszertifizierung wählen.
Erstens sortenrein sammeln und damit die Gebühr um bis zu 50 Prozent senken. Zweitens Menge mit 20 Prozent Puffer kalkulieren, um Nachbestellungen zu vermeiden. Drittens drei Angebote mit ausgewiesener Gewichtsgrenze vergleichen. Viertens auf Entsorgungsnachweis und Fachbetriebszertifizierung bestehen.