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Kimchi fermentieren im Glas mit Chinakohl und Gewürzpaste
Ernährung

Kimchi fermentieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

· aktualisiert 6. Juni 2026 13 Min. Lesezeit
Von Michael Törner · Gründer von Nachhaltigkeit mit Kopf

Kimchi fermentieren ist eine traditionelle koreanische Konservierungsmethode, bei der Chinakohl und Gemüse mit Salz, Gewürzen und Milchsäurebakterien zu einem aromatischen, probiotischen Lebensmittel umgewandelt werden. Mit etwa einer Stunde aktiver Arbeitszeit, einem Glasgefäß und sieben Tagen Geduld entsteht aus regionalem Gemüse ein haltbares Produkt, das den Kühlschrank bis zu sechs Monate bereichert.

Die klassische Variante Baechu Kimchi basiert auf Chinakohl, Rettich, koreanischem Chilipulver, Knoblauch und Ingwer. Die Fermentation erfolgt durch wilde Milchsäurebakterien, die natürlich auf dem Gemüse vorkommen und in einer Salzlake bei 18–22 °C ihre Arbeit aufnehmen. Wer Kimchi selber fermentiert, kontrolliert Salzgehalt, Schärfe und Reifegrad und vermeidet zugleich industrielle Zusatzstoffe sowie unnötige Verpackung.

Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie das Fermentieren von Kimchi mit haushaltsüblicher Ausstattung gelingt, welche Zutaten zwingend benötigt werden und welche Fehler die häufigsten Ursachen für misslungene Ansätze sind.

Zusammenfassung: Kimchi fermentieren auf einen Blick

  • Salzgehalt 2–3 % — Chinakohl 3–4 Stunden in Salzlake einlegen, danach gründlich abspülen
  • Fermentationsdauer — 3–7 Tage bei 18–22 °C, anschließend 1–3 Wochen Nachreife im Kühlschrank
  • Gewürzpaste — Gochugaru, Knoblauch, Ingwer und Reismehl-Brei bilden die aromatische Basis
  • Hygiene entscheidet — saubere Gläser, abgekochtes Wasser und Gewichte zum Beschweren verhindern Schimmel
  • Haltbarkeit — bei 2–4 °C im Kühlschrank 3–6 Monate, geöffnet 2–3 Monate
2-3 %
Salzgehalt
3-7
Tage Fermentation
18-22 °C
Raumtemperatur
6 Monate
Haltbarkeit

Was ist Kimchi und warum fermentieren?

Kimchi bezeichnet eine ganze Familie fermentierter koreanischer Gemüsegerichte, von denen Baechu Kimchi auf Basis von Chinakohl die weltweit bekannteste Variante darstellt. Die UNESCO erkannte das traditionelle Herstellungsverfahren Kimjang im Jahr 2013 als immaterielles Kulturerbe an. In Korea gehört Kimchi als Beilage (Banchan) zu nahezu jeder Mahlzeit und liefert pro Portion von 50 Gramm bereits einen relevanten Beitrag zur täglichen Ballaststoffzufuhr.

📖
Definition: Lakto-Fermentation

Bei der Lakto-Fermentation wandeln Milchsäurebakterien (vor allem Lactobacillus- und Leuconostoc-Arten) Kohlenhydrate aus dem Gemüse in Milchsäure um. Der pH-Wert sinkt dabei auf 4,2–4,5, wodurch Fäulnisbakterien gehemmt werden und das Lebensmittel haltbar wird.

Vorteile der Eigenfermentation gegenüber Industrieware

Industriell hergestellter Kimchi enthält häufig Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder wird pasteurisiert, was die lebenden Milchsäurebakterien abtötet. Wer Kimchi selbst fermentiert, erhält ein probiotisches Lebensmittel mit aktiven Kulturen und kann den Salzgehalt sowie die Schärfe individuell anpassen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Salzaufnahme von maximal 6 Gramm, weshalb selbst hergestellter Kimchi mit reduziertem Salzanteil gegenüber Fertigprodukten vorteilhaft sein kann.

Regional verfügbarer Chinakohl aus deutschem Anbau steht von August bis April zur Verfügung und reduziert die Klimabilanz im Vergleich zu importierten Fertigprodukten erheblich. Mehr zur Bedeutung saisonaler Lebensmittel beschreibt der Ratgeber zu regionalem und saisonalem Essen.

Gesundheitliche Wirkung fermentierter Lebensmittel

Studien des Korea Food Research Institute dokumentieren positive Effekte fermentierter Kohlgerichte auf die Darmflora, das Immunsystem und den Cholesterinspiegel. Kimchi enthält pro 100 Gramm etwa 18 Kalorien, 2 Gramm Ballaststoffe, 18 Milligramm Vitamin C sowie nennenswerte Mengen an Beta-Carotin und Vitamin K. Eine Übersicht weiterer probiotischer Lebensmittel findet sich im Artikel zu fermentierten Lebensmitteln.

Zutaten und Ausrüstung für Kimchi fermentieren

Die Qualität der Zutaten entscheidet maßgeblich über das Endergebnis. Für rund 1,5 Kilogramm fertigen Kimchi werden folgende Bestandteile benötigt:

ZutatMengeFunktion
Chinakohl1 Kopf (ca. 1 kg)Hauptzutat, Strukturgeber
Grobes Meersalz (unjodiert)80–100 gSalzlake, Wasserentzug, Konservierung
Rettich oder Daikon200 gSchärfe, Knackigkeit
Frühlingszwiebeln4 StückAroma
Knoblauch6 ZehenWürze, antimikrobielle Wirkung
Ingwer30 gSchärfe, Aroma
Gochugaru (koreanisches Chilipulver)40–60 gCharakteristische Schärfe und Farbe
Reismehl2 ELBindemittel für die Paste
Wasser200 mlFür den Reismehl-Brei
Sojasauce oder Misopaste (vegan)2 ELUmami
⚠️
Kein jodiertes Salz verwenden

Jodiertes Speisesalz und Salze mit Rieselhilfen können die Milchsäurebakterien hemmen und die Fermentation stören. Geeignet sind grobes Meersalz, Steinsalz oder unbehandeltes Ursalz ohne Zusätze.

Ausrüstung im Überblick

Für die Herstellung reichen haushaltsübliche Küchengeräte aus. Wichtig sind ein großes Glasgefäß mit mindestens 1,5 Litern Fassungsvermögen, eine große Schüssel zum Einsalzen, Einweghandschuhe für den Kontakt mit dem Chilipulver sowie ein Gewicht zum Beschweren des Inhalts. Spezielle Fermentationsgläser mit Gärventil sind hilfreich, aber nicht zwingend nötig – ein Schraubglas, das täglich kurz geöffnet wird, erfüllt denselben Zweck.

Zutaten für Kimchi fermentieren: Chinakohl, Gochugaru, Knoblauch und Ingwer

Gochugaru – das unverzichtbare koreanische Chilipulver

Gochugaru ist ein grob gemahlenes, leuchtend rotes Chilipulver mit milder bis mittlerer Schärfe (1.500–10.000 Scoville). Es verleiht Kimchi die charakteristische Farbe und Würze, ohne ihn zu scharf zu machen. Ein direkter Ersatz durch europäisches Paprikapulver oder Cayennepfeffer verändert sowohl Geschmack als auch Farbe deutlich. Gochugaru ist in Asia-Läden, Bio-Märkten und online erhältlich; die Investition lohnt sich für authentisches Kimchi fermentieren.

Kimchi fermentieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die folgende Anleitung beschreibt den klassischen Ablauf von der Vorbereitung des Chinakohls bis zur fertigen Fermentation. Die gesamte aktive Arbeitszeit beträgt etwa 60–90 Minuten, hinzu kommen 4 Stunden Einlegezeit und 3–7 Tage Fermentation.

1

Chinakohl vorbereiten

Längs vierteln und 3–4 Stunden in Salzlake einlegen

2

Gewürzpaste herstellen

Reismehl-Brei kochen, mit Gochugaru und Aromaten mischen

3

Einschichten ins Glas

Gemüse mit Paste massieren und fest ins Glas pressen

Fermentieren lassen

3–7 Tage bei Raumtemperatur, dann in den Kühlschrank

Schritt 1: Chinakohl salzen

Der Chinakohl wird der Länge nach geviertelt, sodass die Strunkstücke die einzelnen Blätter zusammenhalten. In einer großen Schüssel werden die Viertel mit etwa 80 Gramm grobem Meersalz eingerieben – insbesondere zwischen den Blättern. Anschließend wird so viel Wasser aufgegossen, dass der Kohl bedeckt ist (rund 1,5 Liter). Ein Teller mit Gewicht hält den Kohl unter der Lake.

Die Einlegezeit beträgt 3–4 Stunden bei Raumtemperatur. Der Chinakohl entzieht in dieser Zeit Wasser, wird biegsam und nimmt das Salz auf. Korrekt gesalzener Kohl lässt sich am Strunk biegen, ohne zu brechen. Danach wird der Kohl gründlich unter kaltem Wasser abgespült, um überschüssiges Salz zu entfernen, und gut abgetropft.

Schritt 2: Reismehl-Brei kochen

Während der Kohl einweicht, wird der Reismehl-Brei (auf Koreanisch Juk) zubereitet. Dafür werden 2 Esslöffel Reismehl mit 200 Milliliter Wasser unter Rühren langsam aufgekocht, bis ein zähflüssiger, durchscheinender Brei entsteht. Der Brei dient als Bindemittel, das die Gewürzpaste an den Kohlblättern haften lässt, und liefert den Milchsäurebakterien zusätzliche Kohlenhydrate als Nahrung.

Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wird der Brei mit Gochugaru, fein gehacktem Knoblauch, geriebenem Ingwer und Sojasauce oder Misopaste zu einer dicken, leuchtend roten Paste verrührt. Wer es traditionell mag, ergänzt 1 Esslöffel Zucker oder eine geriebene Birne zur Förderung der Fermentation.

Schritt 3: Gemüse mit Paste vermengen

Der abgetropfte Chinakohl wird mit Einweghandschuhen Blatt für Blatt mit der Gewürzpaste eingerieben. Rettich wird in feine Stifte geschnitten, Frühlingszwiebeln in 3 Zentimeter lange Stücke, und beides wird mit der restlichen Paste vermengt und zwischen die Kohlblätter verteilt.

💡
Handschuhe nicht vergessen

Gochugaru reizt empfindliche Haut und färbt Fingernägel intensiv rot. Einweghandschuhe oder Küchenhandschuhe schützen wirkungsvoll und erleichtern das Massieren der Paste in die Blätter.

Schritt 4: Ins Glas füllen und beschweren

Die gewürzten Kohlviertel werden eng aufgerollt und Schicht für Schicht ins Glas gepresst, sodass möglichst wenig Luft eingeschlossen bleibt. Das Glas darf maximal zu zwei Dritteln gefüllt werden, da der Inhalt während der Fermentation aufsteigt und Gase entstehen. Anschließend werden Schüssel und Hände mit ein wenig Wasser ausgespült, und diese aromatische Flüssigkeit kommt ebenfalls ins Glas.

Ein Glasgewicht, ein sauberes Kohlblatt oder ein kleiner mit Salzwasser gefüllter Beutel hält den Inhalt unter der Lake. Das Glas wird locker verschlossen oder mit einem Gärventil versehen, damit entweichende Gase entweichen können.

Schritt 5: Fermentation und Lagerung

Das Glas steht 3–7 Tage bei 18–22 °C an einem dunklen Ort. Bereits nach 24 Stunden bilden sich erste Bläschen, und die Lake beginnt zu sprudeln. Einmal täglich wird das Glas geöffnet, um Druck abzulassen, und mit einem sauberen Löffel kontrolliert. Sobald der Kimchi angenehm säuerlich riecht und prickelt, wandert er in den Kühlschrank.

Im Kühlschrank reift Kimchi bei 2–4 °C langsam weiter und entwickelt sein volles Aroma in 1–3 Wochen. Verzehrfertig ist er bereits nach der Hauptfermentation, optimal nach 2–4 Wochen Nachreife.

Fermentierender Kimchi im Glas mit Bläschen und Salzlake

Häufige Fehler beim Kimchi fermentieren

Die Lakto-Fermentation ist robust, sofern grundlegende Hygiene- und Salzregeln eingehalten werden. Die folgende Übersicht zeigt typische Probleme und ihre Ursachen.

ProblemMögliche UrsacheLösung
Weißer Belag auf der OberflächeKahmhefe durch SauerstoffkontaktAbschöpfen, Inhalt beschweren, Lake ergänzen
Pelziger, grüner oder schwarzer SchimmelVerkeimung, zu wenig SalzKomplette Charge entsorgen
Faulig-stechender GeruchSalzgehalt zu niedrig, falsche BakterienCharge entsorgen
Kimchi wird matschigZu lange bei Raumtemperatur, zu wenig SalzKühler lagern, Salzgehalt prüfen
Keine Fermentation, kein SprudelnZu kalte Temperatur, jodiertes SalzWärmer stellen, unjodiertes Salz verwenden
Zu salziger GeschmackChinakohl nicht ausreichend abgespültVor dem Verzehr kurz wässern
🚫
Schimmel: Charge entsorgen

Pelziger Schimmel in grünen, schwarzen oder rosa Farbtönen weist auf Verkeimung hin. Anders als ein weißer Hefe-Belag (Kahmhefe) lässt sich Schimmel nicht abschöpfen, da das Myzel das gesamte Ferment durchzieht. Die komplette Charge gehört in diesem Fall in die Biotonne.

Kahmhefe versus Schimmel unterscheiden

Ein dünner, glatter, weißer Belag auf der Lakeoberfläche ist meist Kahmhefe – harmlos, aber geschmacklich unangenehm. Sie entsteht, wenn Sauerstoff an die Oberfläche gelangt, und lässt sich mit einem sauberen Löffel abschöpfen. Schimmel hingegen zeigt sich pelzig, farbig (grün, schwarz, rosa) und wächst dreidimensional. Bei jeder Form von echtem Schimmel ist die Charge zu verwerfen.

Temperatur und Hygiene als Erfolgsfaktoren

Die Fermentationsgeschwindigkeit hängt direkt von der Temperatur ab: Bei 25 °C ist Kimchi bereits nach 2 Tagen reif, bei 15 °C dauert es 10 Tage oder länger. Temperaturen unter 12 °C bremsen die Milchsäurebakterien stark, oberhalb von 28 °C werden unerwünschte Mikroorganismen begünstigt. Gläser, Löffel und Schneidebretter sollten mit kochendem Wasser ausgespült werden, bevor sie mit dem Ansatz in Kontakt kommen.

Varianten: Gurken-Kimchi, Rettich-Kimchi und vegane Versionen

Über den klassischen Baechu Kimchi hinaus existieren in der koreanischen Küche dutzende Varianten. Die folgenden Versionen lassen sich nach demselben Grundprinzip fermentieren und eignen sich auch für Einsteiger.

🥒

Oi Sobagi (Gurken-Kimchi)

Schnelle Variante aus Salatgurken, fertig in 1–2 Tagen, knackig und mild

🥬

Kkakdugi (Rettich-Kimchi)

Würfel aus Daikon-Rettich, intensiv-süßlich und besonders knackig

🌿

Mul Kimchi

Milde Wasser-Variante ohne Chili, ideal als erfrischende Beilage

🌱

Veganer Kimchi

Ohne Fischsauce, mit Misopaste oder Algenwasser für Umami

Veganer Kimchi ohne Fischsauce

Traditioneller Kimchi enthält oft fermentierte Fischsauce (Aekjeot) oder gesalzene Krabben (Saeujeot) für Umami-Tiefe. Für eine vegane Version ersetzen 2 Esslöffel helle Misopaste, getrocknete Shiitake-Pilze oder ein Sud aus Kombu-Algen die tierischen Zutaten geschmacklich gleichwertig. Die Fermentation verläuft identisch, das Aromaprofil bleibt komplex und würzig. Weitere pflanzliche Würzkomponenten beschreibt der Artikel zu veganen Proteinquellen.

Gurken-Kimchi für Einsteiger

Gurken-Kimchi (Oi Sobagi) eignet sich hervorragend zum Einstieg ins Kimchi fermentieren, da die Vorbereitung simpel ist und das Ergebnis bereits nach 24–48 Stunden verzehrfertig ist. Festfleischige Salatgurken werden eingeschnitten, mit Salz bestreut und nach einer Stunde mit Kimchi-Paste gefüllt. Die kurze Fermentationsdauer macht Gurken-Kimchi zu einer guten Wahl für den Sommer, wenn Chinakohl regional schwer erhältlich ist.

Nachhaltigkeitsaspekte beim Kimchi fermentieren

Selbstfermentierter Kimchi reduziert Verpackungsmüll, da Mehrwegglas statt Plastikbecher zum Einsatz kommt. Die Verwendung regional und saisonal verfügbarer Zutaten – Chinakohl von August bis April aus deutschem Anbau, heimischer Rettich, Knoblauch und Frühlingszwiebeln – senkt die transportbedingten CO₂-Emissionen gegenüber importierten Fertigprodukten.

Lebensmittel haltbar machen statt wegwerfen

In Deutschland landen laut Bundesministerium für Ernährung jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, davon ein erheblicher Anteil aus privaten Haushalten. Fermentation verlängert die Haltbarkeit von Gemüse um Monate und reduziert so Lebensmittelverschwendung wirkungsvoll.

Wer überzähliges Gemüse aus dem Garten oder vom Wochenmarkt verarbeitet, leistet einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung in Deutschland. Auch andere Konservierungsmethoden wie das Einkochen im Backofen oder das Ansetzen eines Sauerteigs folgen demselben Prinzip der Haltbarmachung mit minimalem Energieaufwand.

Energie- und Ressourcenbilanz

Die Lakto-Fermentation benötigt keinerlei Energie für die eigentliche Konservierung – die Mikroorganismen erledigen die Arbeit bei Raumtemperatur. Im Vergleich zum Tiefkühlen, das pro Kilogramm Gefriergut etwa 0,3 kWh pro Monat verbraucht, ist Fermentieren die energieeffizienteste Konservierungsmethode. Lediglich die spätere Kühlschranklagerung trägt zum Energieverbrauch bei.

Kimchi verwenden: Ideen für die Küche

Frisch fermentierter Kimchi schmeckt knackig-würzig und passt klassisch zu Reis und Suppen. Mit zunehmender Reife wird er säuerlicher und eignet sich besser zum Kochen.

✅ Klassische Kimchi-Gerichte

Kimchi-Jjigae – würziger Eintopf mit reifem Kimchi und Tofu
Kimchi-Bokkeumbap – gebratener Reis mit Kimchi und Gemüse
Kimchi-Pfannkuchen (Kimchijeon) – knusprige Reismehl-Fladen
Bibimbap mit Kimchi als Topping
Sandwich- oder Burger-Topping für würzige Schärfe

Reifer Kimchi mit deutlicher Säurenote eignet sich besonders gut für gekochte Gerichte, da die Säure beim Erhitzen abmildert und ein komplexes Aroma erzeugt. Frischer, milder Kimchi wird hingegen roh als Beilage verwendet.

Vergleich: Kimchi vs. Sauerkraut

Beide Lebensmittel basieren auf Lakto-Fermentation, unterscheiden sich aber in Zutaten, Aromaprofil und Anwendung.

Kimchi – Eigenschaften

  • Chinakohl als Basis, deutlich würziger und schärfer
  • Komplexe Gewürzpaste mit Gochugaru, Knoblauch, Ingwer
  • Kürzere Fermentationsdauer (3–7 Tage)
  • Vielfältige Verwendung in der koreanischen Küche

Sauerkraut – Eigenschaften

  • Weißkohl als Basis, mild-säuerlich
  • Nur Salz, keine zusätzlichen Gewürze nötig
  • Längere Fermentation (2–6 Wochen)
  • Tradition in mitteleuropäischer Küche

Beide Produkte enthalten lebende Milchsäurebakterien und Ballaststoffe, beide tragen zur Vielfalt der Darmflora bei. Die Wahl hängt vor allem von Geschmacksvorlieben und der gewünschten Zubereitungszeit ab.

Fazit: Kimchi fermentieren als nachhaltige Küchenpraxis

Kimchi fermentieren verbindet eine jahrhundertealte Konservierungstechnik mit moderner Nachhaltigkeit – ohne Energieverbrauch für die Konservierung, mit regional verfügbaren Zutaten und im Mehrwegglas. Mit einer Stunde aktiver Arbeitszeit, grobem Meersalz, Gochugaru und 3–7 Tagen Geduld entsteht ein probiotisches Lebensmittel, das bis zu sechs Monate im Kühlschrank haltbar bleibt.

Entscheidend für den Erfolg sind drei Faktoren: ein Salzgehalt von 2–3 Prozent, hygienisch saubere Gläser sowie eine konstante Raumtemperatur zwischen 18 und 22 °C während der Hauptfermentation. Wer diese Parameter einhält, erntet einen aromatischen, knackigen Kimchi mit charakteristischer Säure und probiotischer Wirkung. Die Methode lässt sich auf zahllose Gemüsesorten übertragen und ergänzt sich gut mit weiteren Konservierungstechniken wie dem Ansetzen von Kefir oder anderem fermentierten Gemüse.

Fragen & Antworten

Häufig gestellte Fragen

Quellen

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Michael Törner

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